I see the signs

Wieder einmal sitze ich hier in der Ecke meines roten Sofas und überlege, wie ich diesen kleinen Beitrag nur einleiten soll. Während der Curser munter auf dem leuchtenden Weiß des Bildschirms vor sich hin blinkt, trommle ich mit den Fingern auf meinem Laptop herum und suche nach Worten, vielleicht auch nach ein paar Erinnerungen an den Samstag Nachmittag und meine Erlebnissen rund um das dritte Düsseldorfer Photo Weekend.

Natürlich bin ich wieder einmal viel zu spät aus dem Bett gekommen und stand schließlich ein wenig abgehetzt in der langen Schlange an der Kasse des NRW-Forums, etwa 5 Minuten bevor der Film ‚The man who invented himself“ über den amerikanischen Fotografen Duane Michals beginnen sollte. Ich hatte mich wirklich sehr auf den Film gefreut und auch darauf, Duane im Anschluss live vor Ort zu erleben, leider teilte mir die Dame an der Kasse mit, dass die Filmvorführung bereits sehr voll ist und Duane außerdem seinen Besuch kurzfristig abgesagt hatte. Ich habe mich trotzdem in den leicht überfüllten, dunklen Raum gewagt, den Film stehend vom Rande aus genossen und es keine Sekunde lang bereut. Duane ist einfach ein unglaublich toller Geschichtenerzähler und vor allem seine älteren Arbeiten sind sehr inspiririerend, ich habe gestaunt, gelächelt und daran gedacht, dass ich unbedingt mehr analog, mehr monochrom und mehr Menschen fotografieren möchte. Und in den Szenen, in denen er die Abzüge seiner Bilder in den Händen hielt, um ihre Geschichten mit jemandem zu teilen, habe ich im Kopf meine nächsten Fotobücher entworfen, weil ich meine Bilder auch in den Händen halten und mich an ihre Geschichten erinnern möchte.

Im Anschluss habe ich mir noch zwei andere Fotoausstellungen und ein paar Vorträge des Portfolio Reviews angeschaut, doch mit der dort präsentierten, eher künstlerischen Art der Fotografie kann ich sehr oft so gar nichts anfangen. In manchen Momenten frage ich mich, warum so etwas nur im Museum hängt und dann wiederum frage ich mich, was ich eigentlich mit der Kamera mache, was das alles überhaupt soll. Und dann merke ich auf einmal, wie ich durch den Raum wandere und all das Offensichtliche und Gegenwärtige, alle Menschen um mich herum, zurücktreten und nur die kleinen, scheinbar verborgenen Dinge zu zählen scheinen. Ich sehe kurz rot, ein paar neue Teile eines vor einiger Zeit begonnenen Puzzles, das ich euch vielleicht später mal zeigen werde, und ganz plötzlich, direkt vor mir noch etwas anderes. Auf dem kleinen Bistrotisch, neben zurück gelassenen Tassen und Gläsern sehe ich ein paar Worte und fange an, mit ihnen zu spielen. Auf eine Botschaft folgt die nächste, kleine weiße Zettel im Raum, und als das Triplett vollzähligt auf der Speicherkarte verewigt ist, muss ich innerlich lächeln. Weil das Leben doch wirklich immer für eine Überraschung gut ist und die Kamera einfach wunderbar dabei hilft, den Blick zu öffnen.

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4 Replies to “I see the signs”

    1. Das freut mich 🙂

    1. Das finde ich auch 🙂

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