Ein rosaroter Augenblick

Die erste Ampel am Morgen ist meistens rot, wenn ich mich ihr nähere. Während ich darauf warte, dass sie endlich ihre Farbe wechselt und von rot über gelb auf grün springt, weil das die Ampeln in Düsseldorf nicht nur für Autos so machen, blicke ich hinüber auf die andere Strassenseite. Es ist nur eine kleine Kreuzung, mitten im Wohngebiet, mit einem kleinen Fleckchen Rasen an der Ecke gegenüber und ein paar Bäume, die neben den Recyclingcontainern wachsen. Bereits vor einigen Wochen entdeckte ich an einem von ihnen die ersten zartrosa Blüten und dachte darüber nach, was wohl mit ihnen geschehen wird, falls die Kälte des Winters doch noch einmal zurückkehrt. Würden sie noch eine kleine Weile dort im Moment verharren, bevor sie zugrunde gehen oder wären sie stark, vielleicht auch einfach nur stolz genug, um den Elementen zu trotzen und diese Zeit zu überstehen? Meine Sorgen waren jedoch vollkommen unbegründet, denn schon bald machte sich der Frühling deutlich bemerkbar und die Wärme der ersten Sonnenstrahlen ließ nach und nach, Morgen für Morgen, immer neue Blüten an den Zweigen des Baumes wachsen. Und so lief ich neulich um die davor parkenden Autos herum, balancierte auf dem Bordstein und blickte durch die Kamera hinauf in den rosaroten Blütenhimmel, durch den bereits emsig die ersten Bienen schwirrten. Heute morgen stand ich wieder dort an der Ampel und beobachtete den Wind dabei, wie er ganz sanft ein paar der zarten Blütenblätter von den Zweigen zupfte nur um sie anschließend über die Straße tanzen zu lassen. Bald werden auch all die anderen Bäume hier in der Nachbarschaft anfangen zu blühen und die Welt wird nicht nur wieder voller Farben sein, sondern auch unglaublich gut riechen.

Rose-tinted Moments

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3 Replies to “Ein rosaroter Augenblick”

  1. oh wie schön! das tolle an makro ist, dass man nur ein winzig kleines fleckchen schönheit braucht, weil das rundherum keine rolle spielt.

    1. Dankeschön 🙂 Ja, das stimmt, ich mach ja in letzter Zeit hauptsächlich Makros, weil es sonst einfach zu wenig Schönes zu sehen gibt. In kleinen Details, losgelöst vom grossen Ganzen, lässt sich aber immer und überall etwas Neues entdecken.

      1. 🙂 genau so ist es!

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