Und dann kam die Flut

So langsam macht sich die wechselhafte Natur des Monats April bemerkbar. Als gleich zu Beginn der Woche ein recht böiger Wind an den frisch begrünten Baumkronen zu rütteln begann, schnappte ich mir gleich morgens die Kamera in der Hoffnung, im Laufe des Tages vielleicht etwas Stürmisches und Wildes einfangen zu können. Ich war schon etwas spät dran und konnte mir auf dem Weg ins Büro eigentlich keine fotografischen Spielereien leisten, doch wie es oft der Fall ist in solchen Situationen, kam mir natürlich etwas dazwischen. Als ich den Platz hinterm Hauptbahnhof erreichte, sah ich, dass ein paar Angestellte der Stadt gerade damit begonnen hatten, eins der großen Brunnenbecken mit Wasser zu füllen. Aus mehreren Düsen sprudelte es in Bögen heraus, strömte über die hellen Steinplatten und bedeckte den Boden nach und nach mit einem nassen Schleier. Diesen Moment der Veränderung konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen, wollte aufgrund der rasenden Zeit jedoch nicht damit anfangen, wieder einmal direkt im Becken auf Motivsuche zu gehen. Also kniete ich zuerst am Rand und ließ die Kamera von dort aus auf den Boden herab, lief auf die andere Seite und kletterte auf den Rand, um von oben zu gucken und erwischte schließlich noch eine Taube bei einem schnellen Fußbad. Wie ich vorhin bemerkt habe, sind alle drei Bilder innerhalb von 3 Minuten entstanden, mir kam und kommt es noch immer deutlich länger vor. Ein gedehnter Augenblick in der Bilderwelt. Und dann flog ich weiter.

Flooding
Pouring
Early bird, late at work.

Teile diesen Beitrag:

7 Kommentare

  1. Das erste gefällt mir sehr. Durch den doppelten Übergang von realen ins irreale und vom festen ins flüssige.
    LG Michel

    1. Ich mag auch das erste am liebsten, diesen fliessenden Übergang von weichem Wasser und harten Stein im Hintergrund. So ein Ergebnis hatte ich gar nicht erwartet, als ich den Fokus gesetzt habe, aber gerade das finde ich immer wieder so spannend an der Fotografie. Man entdeckt immer wieder etwas neues durch die Kamera.

  2. das taubenfoto ist genial! auch das erst mit der spiegelung, aber ich denke, da hätte ich unter der harten, dunklen linie abgeschnitten.

    1. Hm, jetzt wollte ich gerade so schreiben, dass ich oben nicht mehr abschneiden wollte, weil es sonst auch die Wasserstrahlen beschnitten hätte, und stelle fest, dass ich das falsche Bild in den Artikel eingebaut habe. Da habe ich so lange hin und her überlegt und dann nicht aufgepasst. Hier ist das Bild, das ich eigentlich zeigen wollte:

      https://www.flickr.com/photos/daviocious/13800698764/in/set-72157643847022673

      Vielleicht tausche ich es später noch aus in der Hoffnung, dass mich niemand dafür lyncht.

      1. das ist ja schräg – denn genauso hätte ich es auch gemacht. wir haben wohl in manchen dingen einen sehr ähnlichen blick auf die dinge 🙂 und dass dich jemand lyncht nehm ich fast nicht an. ist ja dein blog 🙂

        1. Ja, es scheint so 🙂 Es war schon sehr spät und manchmal sieht man’s dann einfach nicht mehr. Ich werd’s dann mal eben fix ändern ^^

          1. 🙂 das passiert manchmal. soll nie was schlimmeres sein 🙂

Wenn Du auch etwas dazu sagen möchtest...