Stille Momente auf dem Wiener Zentralfriedhof

Ich gebe zu, sie sind vermutlich ein ungewöhnlicher Einstieg, diese ersten, in Bildform festgehaltenen Erinnerungen aus meinem Urlaub. Dennoch scheint mir gerade heute genau der richtige Zeitpunkt zu sein, um sie aus der Dunkelheit der Festplatte in die Welt zu entlassen, wahrscheinlich weil ich erst vor ein paar Stunden einen ganzen ähnlichen Ort neben meiner aktuellen Bleibe am Meer entdeckt und bewandert habe. Wie ihr vielleicht noch wisst, ging meine Reise zuerst nach Wien, um nun endlich das schon lange geplante und letztes Jahr krankheitsbedingt ausgefallene Treffen mit Paleica vom Episodenfilm nachzuholen. Da ich nun schon mal in der Stadt war, trotz des kurzen Aufenthaltes noch reichlich unverplante Zeit übrig hatte und es bisher immer schön war, jemanden aus der Bloggerwelt im richtigen Leben zu begegnen, habe ich mich gleich am Anreisetag mit Peter von Zeitlauf getroffen. Wir haben ein bisschen über die analoge Sicht der Welt geplaudert, sind bei sommerlich warmen Wetter durch die Strassen Wien’s gelaufen ohne die Kameras ein einziges Mal herauszuholen und haben spät abends warme Buchteln im Café Hawelka gegessen. Das Ganze kombiniert mit einem völlig unkomplizierten Flug und einem wunderschönen Hotel in der Nähe des Praters war wirklich ein gelungener Start in den Urlaub.

Ich hatte mir vor meiner Abreise eigentlich nur sehr wenig Gedanken darüber gemacht, was ich mir an meinem Tag allein in Wien eigentlich so alles ansehen wollte, die typischen Touristenattraktionen sollten es aber nicht sein, ich wollte mich eher ein wenig durch die Stadt treiben lassen. Peter hat mir ein paar gute Tipps gegeben und mich an einen Ort erinnert, den ich zwar schon mal auf meiner Liste, aber inzwischen wieder völlig vergessen hatte: den Wiener Zentralfriedhof. Der jüdische Teil dieses Friedhofs ist der Ort, an dem zumindest meine fotografische Reise beginnt. Es sind etwas mehr Bilder geworden, als ich normalerweise in einen Post einfügen würde, aber vielleicht könnt ihr euch beim runterscrollen einfach vorstellen, mit mir dort an einem sonnigen Nachmittag in der Stille zwischen den zum Teil mehr als 200 Jahre alten, überwucherten Grabstellen umher zu wandern. Auf gerade frisch gemähten Pfaden, im Schatten der dort nach und nach gewachsenen Bäume und Sträucher, stetig suchend nach dem, was der Essenz des Ortes oder auch nur des Augenblicks möglicherweise nahe kommt.

Groupings
Silent in the background
Row by Row
Circles
The wild ones
Among the stones
Broken but holding still
Hidden markings
The only words left among the fallen
The old guard house Windows and Columns Climbing up
What was left
You cannot pass

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11 Replies to “Stille Momente auf dem Wiener Zentralfriedhof”

    1. Dankeschön. Freut mich sehr, dass sie Dir gefällt.

  1. Ich mag solche Serien, und es sind mir auch nicht zuviel Bilder, das gibt einen schönen Eindruck und der ist gar nicht trist traurig durch das Licht und das zarte Maigrün. lg Marlies

    1. Das freut mich sehr zu hören, danke Marlies. Ich mag sowas auch gerne, was Bilder angeht bin ich einfach ein Serientäter und stell halt immer so meine Grüppchen zusammen 🙂 Das Licht war wirklich toll und ich hab eben auch versucht, möglichst viel von dem neuen Grün zusammen mit den Steinen zu zeigen. Lieben Gruss zurück, Viola

  2. Ich dachte mir schon das es dir dort gefallen würde 😉 . Schöne Aufnahmen, da bekomm ich gleich Lust auch wiedermal dort durch die Reihen zu schländern.
    Lg Peter

    1. Da hast Du völlig richtig gedacht und das Wetter war auch wirklich perfekt dafür. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall, es ist gerade alles so zartgrün dort und zwischendrin blühen Blumen, auch wenn man es bei mir nicht sieht. Dem zweiten Tipp, der Wall of Fame, bin ich auch gefolgt, die Bilder sind aber noch nicht fertig 🙂

  3. dass ich den zentralfriedhof gerne mag, das weißt du ja 🙂 grade der jüdische teil hat etwas mystisches und ich möchte ihn auch gern nochmal in sommerlicher stimmung besuchen. mein besuch im februar damals war toll, aber diese verschmelzungen aus mensch und natur die du zeigst mag ich auch sehr gern.
    ich komm nicht umhin, auch das zu sagen: das bokeh ist sehr schön 🙂 besonders beim ersten und zweiten – und den efeu, der sich am stein hochrankt.
    ich freu mich immer noch, dass wir uns mal wieder in real life gesehen haben. und das nächste mal nehme ich dich dann nach schönbrunn mit, wenn wir hoffentlich nicht im regen ertrinken 😉

    1. Ja, das weiss ich 🙂 An solch sonnigen Frühlings- bzw. Sommertagen ist die Atmosphäre ja nochmal ganz anders und ich mag halt Steine ganz gerne mit etwas Grünem verbinden. Ich habe, glaube ich, die ganze Zeit über das Makro draufgehabt und wohl auch meist die kleinste Blende, damit’s auch immer hübsch Bokeh gibt 🙂
      Ich fand es auch ganz toll, dass wir uns gesehen haben und hoffe, bis zum nächsten Mal dauerts nicht wieder so lang. Vielleicht klappt’s ja mal in Herbst, wenn alles so schön bunt ist.

      1. oh ja, das wär ganz wunderbar! es wird sich schon wieder ergeben – ich denke, die chancen stehen gut, dass wir uns trotz dem physischen entfernung nicht ganz aus den augen verlieren 🙂

  4. So many secrets behind that locked fence. Nice series.

    1. Thank you Bente. Many secrets indeed and some very old stories.

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