Let’s dance the Hassel

So, da bin ich wieder, frisch erholt zurück auf dem roten Sofa im Rheinland. Ist doch auch irgendwie schön wieder zuhause zu sein, auch wenn die Stille zwischen den hohen Wänden in den ersten Momenten beinahe etwas ungewöhnlich scheint und nicht nur das leise Tapsen von vier Pfoten fehlt. Während die digitalen Erinnerungsstücke noch immer friedlich auf der mobilen Festplatte schlummern, konnte bzw. wollte ich nicht mehr länger darauf warten, endlich einen Blick auf die ersten 3 Testfilme aus meiner Hasselblad 500 EL warten und habe sie gestern in der Mittagspause schnell ins Fachlabor gebracht.

Der ersten Aufregung und Vorfreude folgte bei der Abholung am Abend allerdings schnell die doch etwas ernüchternde Erkenntnis, dass ich die ersten zwei Filme nahezu komplett versemmelt habe und 22 der 24 Bilder offenbar komplett unbelichtet waren. Nun gut, mit ein paar Fehlschlägen habe ich gerechnet, da ich am Anfang mit dem Einlegen des Filmes Probleme und daher die ersten 1-2 Aufnahmen ohnehin abgeschrieben hatte. Auch Fehlbelichtungen hatte ich erwartet, da meine Erfahrungen mit komplett manuellen Einstellungen doch noch relativ gering sind, die Hasselblad da auch wieder ganz anders funktioniert als meine Nikon FM2N und ich zur Belichtungsmessung auf die Schnelle nur eine Handy-App zur Verfügung hatte. Aber so viele leere Stellen auf den Filmstreifen fand bzw. finde ich doch etwas irritierend. Bei der dritten Rolle Kodak Ektar 100, die ich am vergangenen Samstag noch schnell geknipst habe, hat es offenbar etwas besser geklappt und es gab nur 3 ‚Leerstellen‘ auf dem Film, so dass ich zumindest ein paar erste Testbilder vorweisen kann. Diese zeigen zur Abwechslung auch mal etwas ganz anderes zeigen als Teile der Düsseldorfer Innenstadt auf dem Weg ins Büro, nämlich das, was man so findet, wenn man bei meinen Eltern hinten aus der Gartentür hinaus in die Welt fällt, ein Stück Kindheitserinnerungen gewissermaßen.

Walking down the little path Here and there
All that pink IMG_20140526_0006b

The orange in the yellow
IMG_20140526_0010b
Water meter Under the willow tree

Wie man sieht hat es bei einigen Bildern mit der Belichtungszeit etwas besser geklappt als bei anderen. Teil des Problems war vermutlich auch, dass ich in letzter Zeit digital vorwiegend mit meinen lichtstarken Festbrennweiten und offener Blende fotografiert habe, um möglichst kurze Zeiten und viel Tiefenunschärfe zu bekommen. Das läßt sich so leider nicht ohne weiteres auf die Hasselblad übertragen und auch Überschreitungen der Naheinstellgrenze, die mit meinem Makroobjektiv durchaus oft noch zu guten Ergebnissen führen, sind ebenfalls nicht wirklich drin. Da muss ich wirklich an meiner Disziplin und Achtsamkeit arbeiten, vielleicht doch den Kauf eines ordentlichen Belichtungsmessers in Erwägung ziehen und noch einmal gründlich das richtige Einlegen des Films nachschlagen. Was die unbelichteten Bilder betrifft, habe ich zumindest einen Verdacht, wodurch sie entstanden sein könnten und werde auch diesbezüglich mal noch ein bißchen recherchieren. Ansonsten heißt es für mich jetzt: üben, üben, üben.

Teile diesen Beitrag:

9 Replies to “Let’s dance the Hassel”

  1. Oje, aber immerhin hat es dann doch noch geklappt. Die beiden letzten Bilder gefallen mir sehr, besonders in der Konstellation. Und was für eine schöne Gegend, in der deine Eltern leben!
    Für die Belichtungen nutze ich einen alten Gossen Handbelichtungsmesser, der super funktioniert. So hatte ich mit den Belichtungen bisher so gut wie keine Probleme, dafür kam es schon vor, dass ich aufgrund der Filmentwicklung manches verhauen habe … aber Fehler machen einen glücklicherweise schlauer 😉
    Ich wünsche dir auf jeden Fall noch ganz viel Spaß mit dem Schwedenwürfel und das mit dem Film einlegen wirst du bald mit geschlossenen Augen machen 😉

    1. Danke Anette. Schwedenwürfel find ich gut, da mußte ich echt schmunzeln. Ich werde mich mal nach einem Belichtungsmesser umschauen, von Gossen hab ich welche gesehen, die nicht ganz so teuer sind. Die Filmentwicklung mach ich ja nicht selber und hab hier ein ganz gutes Labor, die haben mir bisher nur einmal Filme versemmelt, weil sie schwarz/weiss und Farbe verwechselt haben. Und meistens knipse ich ja eh nichts besonderes, sondern teste oftmals nur rum, obwohl es auf den ersten Filmen mit der Hasselblad durchaus ein paar Aufnahmen waren (bzw. hätten sein sollen), um die es schon ein bißchen schade ist. Andererseits hab ich sie alle in der Nähe meines Elternhauses gemacht und kann somit in Zukunft noch mal einen neuen Versuch wagen 🙂

  2. Ich hab auch so ein altes Teil von Selenzellen-Belichtungsmesser. Das mit dem Film einlegen ist reine Übungsache, was mir nur aufgefallen ist das die Lomography120er Filme relativ kurz sind da ist mir schon passiert das das letzte Foto nicht mehr ganz drauf war…
    Ich weiß ja nicht wies bei der EL, ist bei meiner 503er ist der Auslöser gottseidank gesperrt wenn der Schieber noch im Magazin ist, den das passiert mir regelmäßig das ich den zum rausnehmen vergesse 😉 .
    Liebe Grüße aus Wien Peter

    1. Danke für den Tipp Peter. Ich hatte mir für den Urlaub ja extra neue Filme (Kodak & Ilford) bestellt, damit ich nichts im Flieger mitnehmen muss, und daher noch keinen von meinen Lomofilmen in der Hassi gehabt. Das hinten ein bißchen was fehlt kann ja auch passieren, wenn man am Anfang zu weit spult, damit könnte ich leben, aber wenn so gar nichts drauf ist, ist’s schon blöd. Mit dem Schieber ist es bei der EL genauso, wenn der drin ist, löst sie nicht aus. Momentan ist mein Verdacht, dass es es vielleicht damit zusammenhängt, dass ich die Kamera zwischen einigen Aufnahmen ausgeschaltet hatte, obwohl ich das eher beim letzten Film gemacht habe. Vielleicht funktionieren die sehr kurzen Verschlusszeiten auch einfach nicht so gut, ich werde mal weiter testen.
      Liebe Grüße aus dem Rheinland, Viola

  3. besonders die ersten beiden sind einfach großartig. da schreibst du „kindheit“ als letztes wort und dann kommen diese wunderbaren bilder. eine tolle wortbildkonstellation, die einen sofort in ruhe und idylle aufs land versetzt. grade die ersten vier bilder sind wunderschön geworden, als ausbeute für 3 filme aber natürlich noch nicht ganz optimal. ich bin gespannt, wie es dir weiter mit der kamera gehen wird und wie die ergebnisse daraus in einem jahr aussehen werden 🙂

    1. Oh, wirklich? Das freut mich aber 🙂 Es ist ja eigentlich gar nicht wirklich auf dem Land, sondern eher so am Stadtrand, nicht mal 30 min zu Fuss bis ins Stadtzentrum. Im ersten Bild sieht man den Weg, der hinter dem Grundstück meiner Eltern verläuft, nur ein paar Meter weiter links verläuft die Stadtautbahn. Die anderen Bilder sind ein bißchen weiter hinten gemacht, auf den Wiesen vorm Baggersee. Ich hatte noch ein paar Bilder vom kleinen Wäldchen, dem Pfad und Lindenallee, aber die sind leider alle nix geworden. Dafür hatte ich aber noch einen 35mm Film im Labor, den ich zu Ostern mit der kleinen TLR gemacht habe, es gibt also noch ein bißchen analoge Heimat. Die Hassi und ich werden uns im Laufe der Zeit schon irgendwie arrangieren 🙂

      1. oh ja, da bin ich mir sicher! immerhin gab es zwischendurch schon einiges, was in eine gute richtung gewiesen hat, auf eurem ausflug. unglaublich, wie viel stimmung so ein kleines quadrat vermitteln kann, wenn man es richtig setzt. auf die ergebnisse der 35mm freu ich mich, wenn ich wieder zurück bin 🙂

  4. Ja das ist bestimmt am Anfang nicht so einfach für dich, ich habe mal versucht mich zu erinnern,ist ja schon 40 Jahre her, aber das Film einlegen geht nachher wirklich blind und in allen Lagen,und wie du schon schreibst, alles nur eine Übungssache, aber ich würde mir auch einen Belichtungsmesser zulegen. Mein Favorit, ist Bild2, oben rechts. Also weiter viel Spaß, nicht verzweifeln, ich weiß, wir haben früher auch viel in den Sand gesetzt und das war immer so enorm Zeit aufwendig, aber um so schneller lernt man aus seinen Fehlern. lg Marlies

    1. Danke Marlies. Es ist schon eine ganz schöne Umstellung, da ich ja mit der Fotografie im Prinzip von hinten angefangen habe, mit einer digitalen SLR, die recht zuverlässig automatisch die richtigen Entscheidungen trifft. Aber ich hab mich ja vor etwa 2 Jahren ins Mittelformat verliebt und will das gerne noch so richtig ausprobieren, auch wenn es mir manchmal schwer fällt, die nötige Geduld und Aufmerksamkeit aufzubringen. Aber ich bleibe dran und hoffe, dass es mit der Hassi und mir in Zukunft etwas besser funktioniert. Spass macht es auf jeden Fall mit ihr. Liebe Grüsse, Viola

Wenn Du auch etwas dazu sagen möchtest...