The silence of rain

Ein langes Wochenende, ein weiterer sonnigen Tag, an dem es alles und jeden nach draußen zu ziehen scheint. Raus aus der Stadt, irgendwo ins Grüne und mit etwas Glück vielleicht sogar ans Wasser, um zumindest für ein paar Augenblicke der über allem schwebenden Hitze zu entkommen. Es herrscht buntes Treiben in den kleinen, grünen Oasen der Großstadt, die Luft ist gefüllt mir Kinderlachen und dem Geruch der ersten Grillfeuer, im Schatten zwischen den Bäumen liegen Pärchen im Gras, eng umschlungen den Sommer genießend, während auf dem Bach nebenan die Graugänse schnatternd ihre Jungen voran treiben. Mit diesen Bildern vor Augen sitze ich zu Hause vor dem Bildschirm, lese von all den Dingen, die meine Freunde erleben, spüre wie die Hitze ganz langsam die hohen Räume meiner Altbauwohnung füllt und blicke immer wieder fragend hinauf in den strahlend blauen Himmel. Doch obwohl es einen Teil von mir nach draußen in die Welt zieht, vielleicht weil es das ist, was man an einem Tag wie diesem eben tut, lasse ich Stunde um Stunde verstreichen und komme nicht weiter als bis zu meinem Balkon, wo ich mich für einen Augenblick von der Sonne kitzeln und von den Geräuschen der pulsierenden Stadt einlullen lasse.

Ich denke daran, wie absurd es doch ist, dass ich an solch einem Tag zuhause sitze, aber an so manchen kalten, verregneten Tagen ohne zu zögern auf Entdeckungsreise gehe und sei es nur um ein paar Regentropfen einzufangen. Vielleicht ist es aber auch eine Art Pflichtgefühl, dass der Besuch fremder Orte mit sich bringt oder der Gedanke, dass ich doch zumindest ein bißchen etwas sehen muss, wenn ich schon extra dorthin gereist bin. Auch wenn es etwas ist, dass ich wohl genauso gut direkt vor meiner Haustür hätte finden können. Wenn es hier nur regnen würde. Es gibt eben einfach Tage, da ist die Stille des Regens so viel leichter zu ertragen als die sonnige Heiterkeit der anderen.

The silence of rain
Hiding in the hedge
The big drop

Teile diesen Beitrag:

18 Replies to “The silence of rain”

  1. 🌻mir geht’s grade genauso und hab mich gewundert … Mein Gedanke schließlich immer “ Hauptsach‘ nicht zu Hause „Ausgerechnet ich Sonnenanbeterin schaff es nicht bei der Hitze raus. …. 🌞
    Hat mich auch irritiert und fühlt sich dennoch richtig an …. Nicht in das hitzige Gewusel nach draußen . Bis ich die astrologische Konstellation von Markus Termin vomAstrologen grade gelesen hab …. Scheinbar ist sie auch nicht so heilsam wie gedacht …. 🌞 Also scheint es schon richtig seinem Gefühl zu vertrauen , statt daran zu verzweifeln das man das schöne Wetter nicht ausnutzt … 🐰 schöner Abend noch

    1. Danke Conny. Es ist schön zu hören, dass es nicht nur mir so geht. Manchmal muss man einfach auf den Bauch hören, auch wenn der Kopf vielleicht etwas anderes sagt. Ich bin vorhin doch noch kurz nach draußen, aber schon nach ein paar Minuten habe ich es wieder bereut, weil es einfach viel zu warm und stickig auf den Strassen war. So bin ich nach einer kleinen Runde ganz schnell wieder nach Hause. Bei 5 Grad weniger bin ich gerne wieder dabei 🙂 Ich wünsch Dir auch einen schönen Abend.

      1. Das ist echt der Hammer … Ich auch dauernd das Gefühl ich muss doch noch raus wenigstens noch jetzt abends . Fühl mich ständig hin und hergerissen und andererseits viel zu schlapp… Jetzt schreibst du das auch noch …. Wieder was gelernt …. Der Körper weiss es eben besser 😉

  2. Wie ein Diamant der Regentropfen, erweckt sehr viel Gefühl. komisch, mich zog es die letzten 2 Tage auch nicht so nach draußen, natürlich habe ich meine Pflicht draußen, und das ist auch kein Problem, aber dann habe ich mich in der Küche verzogen und wahre Kochorgien veranstaltet, mit Hilfe meines Sohns (25), der durch eine Erkältung wohl auch lieber im haus blieb. Und heute Abend, als er wieder weg fuhr, waren wir alle glücklich über das schöne Wochenende. Es ist wirklich gut, sich nicht von dem was man so tut, antreiben zu lassen, sondern mehr nach innen schaut, was will ich jetzt wirklich. Einen schönen Abend noch, wie auch immer! lg MArlies

    1. Ich mag sie auch sehr gerne, diese kleinen Diamanten aus Wasser. Nach einer ganz kurzen Runde um den Block bin ich letztendlich doch wieder daheim gelandet und lausche jetzt dem Grummeln des Donners, der ganz schnell zu einem heftigen Gewitter geworden ist. Ich denke, ein Teil meines Problems ist bedingt durch das Leben in der Stadt und der Tatsache, dass ich an solchen Tagen einfach nicht so recht weiß, wohin mit mir. Einfach nur in der Sonne liegen ist nicht so meins, mir fehlt dann auch ein bißchen das Meer.

      Wenn ich über Pfingsten zu meinen Eltern gefahren wäre, hätte ich das Wochenende wohl so ähnlich verbracht wie Du…ab und zu ein bißchen raus in den Garten, am Teich sitzen, Erdbeeren pflücken und mit dem Hund spielen. Wenn es dann zuviel wird mit der Hitze, kann man schnell wieder drinnen Zuflucht suchen, ein wenig kochen und backen, gemeinsam essen etc. Freut mich sehr, dass ihr so eine schöne Zeit zusammen hattet. Liebe Grüße, Viola

  3. Sometimes the cheerfulness of others can trigger a loneliness in my mind… that again there’s some social happening that I don’t understand… I do know that if I venture outside on such a day thongs will appear too bright (overexposed! ;-)) and loud. I will wish for some real rain for you…

    1. Yes, I think this is understandable, maybe it’s even stronger when you haven’t seen your kids for a while. A couple of days ago, I was wandering around on the streets and wondered if other can be that cheerful because it’s easier for them to ignore or feel the loneliness, or maybe just less obvious. On days like this, the world indeed is usually far too bright and busy, it’s difficult to find a place in it.

      Oh, and actually we got quiet a lot of rain before sunset when a very bad thunderstorm moved over the city and turned the day into night. I was safe inside and we were very lucky that our house wasn’t damaged but many streets are still blocked by uprooted trees and branches broken off. It will take days to get the damage fixed. I might show some photos later even though I normally don’t share this kind of stuff here.

      1. You could turn your hand to ‚weather documentary‘ 😉
        You’re onto something there … sometimes if I haven’t seen my children for a little while then I realise I’m looking for them in the faces and sounds of children I see around … I guess the same goes for lonely folks noticing everyone else in couples or friendly groups.

        1. It seems that I did a lot of ‚weather documentary‘ stuff lately and the next posts, for which I already uploaded the picture a couple of days ago, might fall into this category as well. There’s also another raindrop pictures lying in wait. It just happens sometimes 🙂
          And yes, it might be true that we sometimes only see what we’re missing in the world and forget what we might have instead. I guess we can’t help it.

          1. It’s a funny business this ‚longing for that which we don’t perceive we have at the moment even though it’s always been with us‘ kinda thing 🙂

  4. Ich kenne das auch. Sitze bei solchem Wetter auch gern drin. Oder gehe einfach in den Garten und such mir ein schattiges Plätzchen. Einerseits, weil die Hitze da besser auszuhalten ist, aber auch, weil ich da auch eher meine Ruhe finde. Das Treiben im Schwimmbad und anderen öffentlichen Freiluftarealen ist nicht immer was für mich. Ich habs auch gern mal ruhig.
    Raus bei Regen – ja, gerade bei solchem Wetter. Die Abkühlung tut gut. Und man kann so wunderbare Bilder machen, wie sie bei Sonnenschein nie gelingen würden.
    btw: schöne Bilder!

    1. Wenn man einen Garten hat, ist es natürlich der beste Zufluchtsort an solchen Tagen, man kann raus in die Natur und hat trotzdem genug Ruhe. Da hast Du es wirklich gut. In der Stadt sind die öffentlichen Flächen leider schnell überlaufen und viel zu turbulent, von Freibädern gar nicht erst zu reden. Da ich eben auch anders aufgewachsen bin, finde ich es zudem einfach seltsam, mich mit ner Decke in den Park zu legen und bleibe dann eben auch lieber zu hause auf dem Balkon, wo es schön ruhig und der Kühlschrank nicht weit ist.

      Inzwischen mag ich verregnete Tage sehr gerne, eben auch zum fotografieren. Früher habe ich noch geschmollt, wenn mal kein strahlend blauer Himmel war, heute bin ich manchmal echt froh darüber, weil das Licht dann einfach günstiger ist. freut mich, dass Dir die Bilder gefalllen.

      1. Wobei das mit dem Garten auch relativ ist. Unter der Woche lautet das Motto: „einer mäht immer“. Aber dann hock ich mich auf mein Rad – und ab in den Wald. Dann hörst Du wirklich nur noch die Bäume rauschen und die Vögel singen.

  5. wu-u-underschön. Ich liebe Tropfenmakros. Deine sind dir sehr schön gelungen und ich mag auch die Einfarbigkeit.

    1. Dankeschön, das freut mich sehr. Es sind im übrigen ein paar Hamburger Regentropfen, eingefangen im Alten Elbpark.

  6. sehr tolle worte zu den wieder einmal wunderschönen tropfen, die du gefunden hast. ich kann das gut nachfühlen und kenne es sehr gut – darum fühle ich mich in der leichten melancholie des herbstes auch immer geborgener als im strahlen des sommers.

    1. Ja, es ist schon schwierig, im Sommer melancholisch zu sein, wenn alle anderen so heiter und ausgelassen durchs Leben gehen. Sonniges Wetter am Meer ist toll, aber in der Stadt fühle ich mich dann immer so fehl am Platz und weiß nicht so recht, wohin mit mir. Da kommen mir Regentage zwischendurch doch sehr gelegen, nicht nur wegen der dann möglichen Tropfenjagd. Und der nächste Herbst ist ja auch nicht mehr weit.

      1. ich glaube, was das angeht, sind wir uns recht ähnlich 🙂

Wenn Du auch etwas dazu sagen möchtest...