Missing the view

Vier Wochen sind nun schon vergangenen, seit meiner kleinen Auszeit direkt am Meer. Zum allerersten Mal ein Zimmer mit Seeblick, Gedanken die in die Ferne schweifen, Tage gefüllt mit Licht und Nächte so warm, dass man nachts bei weit offenem Fenster die von den einlaufenden Fähren erzeugten Wellen hören konnte. Es klingt gar nicht so lange her, wenn ich es in Worten denken, wächst aber schnell zu einer scheinbaren Ewigkeit heran, wenn ich die seitdem vergangenen Tage und Wochen mit Ereignissen und Erinnerungen fülle. Alles schien so vertraut in dieser Zeit, vielleicht weil ich schon so oft dort gewesen bin, und doch gab es gleichzeitig so viel Neues zu entdecken, weil ich noch nie so lange ohne Unterbrechung dort war und wohl auch noch nie so nah. Es war so unendlich leicht, einfach nur in den Tag hinein zu leben und sich von einem Augenblick zum nächsten treiben lassen. Ganz egal wie weit ich auch lief, durch den feuchten Sand der Brandung und das seichte kühle Nass, neben dem Horizont, war es doch auch so als würde ich mich niemals wirklich entfernen, von diesem Ort, den ich zuhause nenne. Es ist ein Ort, an dem man tagsüber in der Menge verschinden und einer von vielen sein kann, nur um ein paar Stunden später ganz alleine in der Stille der Dämmerung zu stehen. Auch wenn ich manchmal zu vergessen scheine, wie schön es dort wirklich ist. Doch wenn ich wieder einmal die Sonne über dem Meer untergehen sehe, zum wahrscheinlich hundertsten Mal, fällt es mir ganz schnell wieder ein und ich würde am liebsten für immer dort bleiben. Oder zumindest ganz schnell wieder dorthin zurück kehren, um noch mehr solcher wunderschönen Sommermomente zu erleben.

Missing the View
Lonely Sunset Sailor
Last gull standing
The whole crowd

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15 Replies to “Missing the view”

  1. Einfach wunderschön, Bilder und Worte!! Zwar habe ich nie am Meer gelebt, doch bleibt es stets ein Traum, der hoffentlich zu den Dingen im Leben gehört, die sich erfüllen werden.

    1. Vielen Dank Anette. Ich glaube, es ist ein Traum von vielen und auch ich träume ihn in den letzten Jahren immer häufiger. Vielleicht geht er tatsächlich für uns in Erfüllung, irgendwann einmal.

  2. Ich kann dich verstehen, da möchte ich mich auch hin träumen, so stimmungsvolle Aufnahmen, schön!! lg Marlies

    1. Freut mich, dass sie Dir genauso gefallen wir mir Marlies. Als ich den Artikel geschrieben habe, dachte ich noch darüber nach, über das lange Wochenende wieder ans Meer zu fahren. Letztendlich hat mich die Wettervorsage (Sturmböen, Regen und Kälte) aber doch davon abgehalten und das Meer muss wohl noch ein paar weitere Wochen warten. Liebe Grüße zurück, Viola

      1. Ja Viola, so ging es uns auch. mein Sohn wollte mit dem Hund zum Zelten nach Dänemark, nun ist er hier geblieben, das war auch besser so. Ich bin vorhin fast vom Fahrrad gepustet worden. Dann wollen wir es uns mal drinnen gemütlich machen. lg Marlies

  3. Seufz… was soll ich dazu sagen, meine Liebe?! <3
    Die Bilder sind Dir wieder sehr gelungen und das Fernweh ist geweckt… aber leider dieses Jahr nicht dorthin. Wir fahren ein paar Tage an die Nordsee 😉
    xox

    1. Ich weiß, Süße, ich weiß… Über eine Reise an die Nordsee habe ich die Tage auch nachgedacht, zumindest die in Holland ist für mich ja sehr viel näher dran als die Ostseestrände der Heimat. Falls ihr irgendwo hier in der Nähe an die Nordsee fahrt, meldet euch, dann kann ich ja vielleicht auf einen Kaffee ‚Hallo‘ sagen kommen 🙂

  4. The golden tones and elegiac feeling you’ve rendered demonstrate your longing for this place … or perhaps more importantly this ’space‘ … the endless feeling and comforting repetition while sensing each day the new … welll, it’s intoxicating really 🙂

    1. Thank you Geoff 🙂 When I was working on these pictures, trying to decide which ones to use, I was also thinking about going home over the long weekend. But yesterday, when it was time to leave, I couldn’t go as I know that it wouldn’t be the same, not now. I still remember these two evenings, these two sunsets, one in alls it’s beauty and the other one more humble, hidden behind a wall of clouds. Normally, I don’t get to see sunsets like this, certainly not here in the city and also seldom when I’m at home by the sea because we often leave earlier to be at home for dinner. I think I was never so close to the sea before, for such a long time.

  5. [the purpose of this comment is to subscribe to comments left on this post] 😉

    1. Haha, ok. I’m awake now and about to tackle the flood of comments, will start with Ze Germans above though 🙂

      1. Well, you know … they do speak the language 🙂

  6. was für eine traumhafte serie! ich bin ganz begeistert!

    1. Dankeschön 🙂 Ich wollte die Bilder erst ganz anders zeigen, in getrennten Beiträgen, aber dann habe ich es mir noch einmal überlegt. Ist manchmal echt schwer, eine Auswahl zu treffen, wenn die Erinnerungen noch so frisch sind.

      1. das stimmt. schon witzig, dass man je nach distanz alles oft ganz anders aufbereitet. ich finde sie so zusammen auf jeden fall ganz wunderbar!

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