Naturally pink

Normalerweise mach ich so etwas nicht, wenn ich analog unterwegs bin. Weil ich mir dafür etwas mehr Nähe wünschen würde und auch mehr Spielraum als ihn eine Filmrolle mit 36 Bildern bieten kann. Und doch kommt es gerade im Sommer immer wieder zu Begegnungen, in denen ich zögernd innehalte und ernsthaft darüber nachdenke, ob ich meine Vorsicht nicht vergessen, meine Zweifel nicht einfach über Bord werfen und es endlich mal wieder wagen sollte, auch analog Blümchen zu knipsen. Meine Nikon FM2N hat nämlich nur ein 50 mm Standardobjektiv und damit komme ich meistens einfach nicht so nah an die Objekte meiner Begierde, wie ich es gerne hätte. Ich probiere dann meistens eine Weile rum,  versuche eine schöne Perspektive zu finden und dann scharf zu stellen, was oftmals vergeblich ist und damit endet, dass ich schließlich weiterziehe ohne ein geblümtes Bild im Kasten zu haben. Doch neulich hatte ich wohl wirklich mal eine Glücksfilmrolle geladen und konnte tatsächlich ein paar blühende Stadtschönheiten in Bildern einfangen, die einen bei einem Spaziergang durch den Volksgarten, die anderen auf dem Heimweg am Straßenrand.

Pink crowd by the wall
Pink Puffs
Roadside attractions

Wie ich neulich schon geschrieben habe, bin ich wirklich sehr begeistert und auch überrascht von den Farben des Kodak Gold 200 Films, daher habe ich mir heute gleich wieder einen 3er Pack als Nachschub geholt. Normalerweise greife ich ja lieber zu Filmen mit ISO 100, weil ich kein so großer Fan von Körnung bin und es meist lieber glatt mag, aber in diesen Bildern gefällt mir die etwas gröbere Textur und Unschärfe irgendwie total gut. Es ist eben noch immer ein stetiges Probieren, ein Austesten von Grenzen und Möglichkeiten, es gibt noch so viel zu lernen und zu entdecken, das es einfach nie langweilig wird. Und in Anbetracht der aktuellen sonnigen Wetterlage wird es vielleicht mal wieder Zeit für einen Redscale oder Diafilm und mit dem Schwedenwürfel war ich hier in Düsseldorf ja auch noch nicht unterwegs.

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11 Kommentare

  1. Der Kodak Gold… Ist toll. Ich mag ihn, denn er gibt – so Bilde ich es mir auf jeden Fall ein – den Bildern einen Gold-Stich, ich meine damit, die Bilder werden wärmer. Wobei mein Liebling ja immer noch der Ektar ist…

    Das was du erlebst, kenn ich auch, ich komme mit meinen alten Damen leider auch oft nicht so nah, wie ich gerne möchte. Für diesen Fall habe ich mir übrigens eine Nahlinse (moderate Vergrößerung – bei mir ist es nur 1 x) angeschafft. Da ich eh‘ oft gaaanz offen (1.7 Blende) fotografiere, sind meine Bilder sowieso meist sehr cremig! Da macht mit dann die Nahlinse auch nichts mehr kaputt. Und damit komme ich echt um einiges näher. Ich mag übrigens dein Schwelgen in pinken Blümchen und wünsche Dir noch ein schönes Wochenende.

    Viele Grüße Jürgen

    1. Oh ja, den Ektar mag ich auch sehr gerne, obwohl ich bisher nur als Rollfilm ausprobiert habe, für die ersten Knipsversuche mit der Hasselblad. Die Farben sind etwas kühler, aber auch sehr schön. Ich habe mir vor ein paar Wochen ja ein paar Lightroom Presets von VSCO Film geholt, die verschiedene Filmemulsionen imitieren, und da habe ich mich sehr schnell in den Ektar 100 verliebt und dieses Preset auch schon oft für digitale Bilder benutzt.

      Eine weit offene Blende benutze ich zur Zeit fast immer, ich mag’s eben auch gerne etwas weicher bzw. cremig wie Du es nennst, gerade bei Detailaufnahmen. Ich habe für alle meine analogen Kameras nur Standardobjektive und bin noch etwas zögerlich mit dem Kauf von weiterem Zubehör, da ich ja kaum dazu komme, das vorhandene zu nutzen. Aber den Tipp mit der Nahlinse werde ich mir auf jeden Fall merken, ich glaube, das würde mir gefallen. Danke dafür und überhaupt.

      Liebe Grüße und eine schöne Woche,
      Viola

  2. Was für eine Überraschung. Im Digi – Zeitalter wird noch analog fotografiert. Finde ich klasse. Ich hab auch noch eine Minolte 5000 hier stehen. Allerdings irgendwie null Bock, mir mal wieder analoge Filme zu kaufen 😉

    1. Na, das freut mich aber sehr zu hören. Für mich ist die analoge Fotografie (wie eigentlich auch die digitale) noch relativ nur, ich wollte es einfach mal ausprobieren und beschäftige mich jetzt seit etwas 2 Jahren damit. Leider nicht nicht ganz so oft und intensiv, wie ich es manchmal gerne hätte. Das kaufen von Filmen ist dabei das kleinste Problem, 35mm kriegt man ja in jedem Drogeriemarkt, aber das knipsen an sich, die Entwicklung und das Scannen der Negative dauert halt immer ein Weilchen. Wenn ich da nur analog fotografieren würde, hätte ich viel seltener Material zum bloggen 🙂

      1. Scannen tue ich nicht bzw. habe ich nicht getan. Hab noch jede Menge alte Fotoalben 🙂

        1. Davon hat man auch viel mehr, weil man immer wieder schön darin herum stöbern kann. Ich hab fast alles nur digital, aber irgendwann hoffentlich auch in Buchform zum in-der-Hand-halten, geklebt oder gedruckt 🙂

      2. Das lässt sich ja heutzutage schnell realisieren mit diesen Fotobüchern… 🙂
        Ja, ab und an blättere ich mal in den Alben… immer wieder lustig.

    1. Thank you so much 🙂

  3. die farben sind wirklich wunderbar, so schön warm und analog! und oft passt ja körnung dann trotzdem gut zur stimmung, grade wenn man mit film unterwegs ist!

    1. Ja, das finde ich auch. Normalerweise schraube ich nach dem Scannen noch ein bißchen an Kontrast und eventuell auch Sättigung, um alles etwas kräftiger zu machen, aber das war dieses Mal garnicht nötig 🙂 Die Körnung mag ich hier vor allem im letzten Bild, weil es so schon fast wie gemalt aussieht und ganz gut passt. Es kann auch sein, dass sie etwas deutlicher zu sehen ist, weil ich jetzt mit höherer Auflösung scanne um die Bilder später auch in einem Fotobuch drucken zu können. Man lernt halt nie aus.

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