Trying to draw the line

Heute in aller Frühe, ich war noch nicht einmal richtig wach, wurde mir eine Beschwerde zugetragen, weil ich ja schon wieder ein paar Tage nichts gepostet hätte. Und es auch gestern gar nichts Neues zu lesen gab. Ja, antwortete ich, das stimmt. Ich hatte es ja vor, doch dann wurde es spät und ich konnte mich nicht mehr entscheiden, worüber ich schreiben wollte und so habe ich es dann einfach gelassen. Heute war eigentlich noch viel weniger Zeit und viel zu viel los, um sich in etwas Neues zu stürzen und doch gingen mir auf dem Heimweg ein paar Gedanken durch, denen ich hier zumindest ein kleines, wenn auch eher symbolisches Zeichen setzen wollte. Und das zumindest ansatzweise mit einem weiteren Bild aus dem Archiv, das so eine Art fotografische Skizze für eine Idee darstellt, die mir schon eine ganze Weile im Kopf herum spukt und eigentlich als Teil meines diesjährigen 4some14-Projektes weiterverfolgt werden sollte.

Trying to draw the line

Es geht dabei um sehr minimalistische Bildkonzepte, gerade Linien und das Erzeugung von Kontrasten mit Hilfe von Farben und Formen. Angestossen wurde das Ganze wohl nach meinem Besuch einer Ausstellung mit Bildern des Düsseldorfer Künstlers Andreas Gursky, dessen Werk Rhein II vor etwa 3 Jahren für mehr als 3 Millionen versteigert wurde und damit vermutlich noch heute das teuerste Foto der Welt ist. Einerseits fand ich es damals ganz schön verrückt, andererseits gefielen mir jedoch die Reduzierung auf wenige Elemente und das Spiel mit geraden Linien. Meine ersten Versuche in diese Richtung zeigten jedoch, dass es gar nicht so leicht ist, so etwas wirklich umzusetzen und so gibt es in den wirklich eher skizzenhaften Bilder, die ich in den letzten Monaten ab und zu mal zu diesem Thema gemacht habe, meistens noch einen kleinen Blickfang, weil es mir ansonsten irgendwie zu langweilig war. Unabhängig davon, in Anlehnung an den Titel, heißt es in Zukunft wohl auch darum ein paar Schlussstriche ziehen, Grenzen zu setzen und Dinge auf noch ungeschriebenen Listen durchzustreichen. Mal sehen, was daraus wird.

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6 Replies to “Trying to draw the line”

  1. minimalistisches kann manchmal wirklich sehr interessant sein – vor allem etwas, das man irgendwie immer wieder anschaut, manchmal fehlt einem auch der zugang dazu. wovon das beim einzelnen bild abhängt ist oft irgendwie schwer zu definieren. dieses hat auf jeden fall ähnlichkeiten mit dem künstler, den du hier verlinkt hast. aber das teuerste foto? auch interessant.

    1. Ja, das stimmt, es ist manchmal schwierig. Dieses Bild hatte ich ja nun auch schon ewig rumliegen und obwohl ich es eigentlich mochte, ist es in dieser Bearbeitung noch recht neu und ich habe gestern, ganz im Stile von Andreas Gursky, auch noch ein bißchen retouchiert 🙂 Ist schon echt verrückt, was so alles in der Kunstwelt passiert, da wundern man sich in Ausstellungen manchmal schon sehr, aber das gehört wohl dazu. Wie sagt man da so schön: Sachen gibt’s, die gibt’s gar nicht 🙂

      1. da hast du wohl recht. und kunst ist ja nur ein begriff, der der künstler seinem werk gibt – der aber noch kein werturteil miteinschließt 🙂

  2. Dieses Bild vom Rhein hat soooo viel Moos gebracht? – Ich fass es nicht. Wer kauft denn sowas???
    Dein Bild dagegen hat wenigstens Charakter, einen Sichtpunkt, den man bewußt anschaut.
    Ich finde es fast ein wenig witzig.

    1. Ja, hat es tatsächlich, ich habe damals auch nicht schlecht geguckt. Seine anderen Bilder erzielen ja auch recht stattliche Preise und wenn man dann im Museum davor steht, wundert man sich schon ein bißchen. Oder auch sehr. Wie in der Mode, zahlt man halt auch in der Kunst für den Namen extra und wenn jemand etwas macht, das sonst keiner macht, ist es immer viel wert, egal wie banal oder absurd es auch sein mag. Er hat zum Beispiel 2011 eine Reihe von Bildern gemacht, die zeigen einfach nur die Wasseroberfläche des Chao Phraya Flusses in Bangkok, also alles fast schwarz mit ein ein Lichtreflexionen, kleinen Wellen und herum schwimmenden Unrat. Und alles natürlich wieder riesig groß aufgezogen, 2 x 3 m oder so was in der Art, weil Andreas Gursky ja immer alles ganz groß macht. Da denkt man sich dann so: Also das könnte ich auch in hübsch 🙂

    2. PS: Freut mich übrigens sehr zu hören, dass Dir mein humorvoller Touch aufgefallen ist. Das Bild ist auf einem Spielplatz entstanden und obwohl ich damals noch an das Rheinbild dachte, fand ich es ganz witzig, bewusst ein wenig von dieser Sterilität abzuweichen 🙂

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