Disposable days

Vor ein paar Tagen, pünktlich zum Beginn der neuen Arbeitswoche, hat sich die erste Erkältung dieses Herbstes bei mir angemeldet und mich wie immer ziemlich in Beschlag genommen. Bevor ich mich gleich früh ins Bett verkrümele, wollte ich nur mal eben schnell die Gelegenheit nutzen, um euch ein weiteres meiner Langzeit- bzw. Immer-mal-wieder-Projekte vorzustellen: das Fotografieren mit Einwegkameras. Angefangen hat das alles so vor etwa 2 Jahren, als ich am 4 Elemente-Projekt teilgenommen habe und mir dabei die Idee kam, mein liebstes Element, das Wasser, mit einer Aufnahme unter der Oberfläche zu symbolisieren. Dafür habe ich mir einfach für ein paar Euro eine Unterwassereinwegkamera im Drogeriemarkt gekauft und weil mir am Ende die Zeit davon lief, musste zunächst der Rhein anstelle der Ostsee als Motivvorlage herhalten. Es war damals noch viel zu kalt, um selbst unterzutauchen und so habe ich die Kamera einfach hier und da unter Wasser gehalten und im Grunde blind drauflos geknipst. Natürlich entsprach keins der Bilder auch nur annähernd meinen Vorstellungen und so blieben sie erstmal liegen.

Ein paar Monate später wurde ich dann durch Phil Kneen, es ist für mich seit langen eine große Inspiration in Sachen analoger Fotografie, auf das Disposable Magazine aufmerksam. Die Idee dahinter ist in einem globalen Kollektiv von Künstlern neue Inspiration zu finden und unbekanntes Terrain zu ergründen. Dafür werden Einwegkameras an ausgewählte Künstler und Kreative verschickt, damit diese dann einen Tag in ihrem Leben dokumentieren können. Natürlich kann man das heutzutage auch mit dem Handy machen, aber es ist eben nicht dasselbe, analog ist einfach anders, eine kleine Plastikkamera hat keinen Filter, alles ist authentischer, unverfälscht und eben auch mal fehlerhaft. Ich fand diesen Gedanken toll und wollte es auch mal ausprobieren, daher habe ich mir ein paar Einwegkameras von Kodak gekauft und eine davon mitgenommen, als ich letztes Jahr anlässlich des  BossHosskonzertes für ein verlängertes Wochenende in Berlin war. Und so habe ich versucht, einen Tag in Berlin mit Hilfe dieser kleinen Kamera zu dokumentieren, was allerdings nicht unbedingt leicht war, da ich gleichzeitig auch noch meine Canon DSLR und meine Nikon SLR mit dabei hatte. Danach testete ich noch einmal eine Unterwasserkamera in Ostsee und Gartenteich, ein weiteres Ganztagesexperiment habe ich seitdem aber noch nicht wieder gestartet.

Heavy lifting Along the wall
Faces behind the fence Looking down
Last shot on the roll Pink pond beauties
River stones Crowded underwater
Container ships Summer bliss

Als ich neulich völlig kameralos in Lübeck unterwegs war, lächelte mich im Drogeriemarkt plötzlich eine Kodak FunSaver aus dem Regal an, 27+12 Bilder für knapp 6 Euro, wie konnte ich da Nein sagen? Ich bin also wild entschlossen, noch einen weiteren Versuch zu wagen und dieses Mal möglichst viel aus diesem kleinen Spielzeug herauszuholen, ohne Ablenkung durch eine weitere Kamera in der Tasche. Vielleicht hat jemand von euch ja Lust, sich dem anzuschließen, einfach nur zum Spass. Ich würde mich freuen, was von euch zu sehen.

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11 Replies to “Disposable days”

  1. Hallihallo 🙂
    Eine wirklich sehr coole Idee!! werde nach einer günstigen Einwegcam Ausschau halten und wenn ich eine finde bin ich dabei. Sollte nicht zu schwierig sein 😉
    Hast du die Bilder nur eingescannt oder anschließend auch bearbeitet? Das Bild mit den Fischen gefällt mir am besten 🙂
    Viele liebe Grüße,
    Eleni

    1. Hallo Eleni,
      das freut mich sehr zu hören. Guck einfach mal bei DM, da gibt es welche für so knappe 4 Euro, wenn ich mich recht erinnere. Die Kodak neulich habe ich bei Rossman gekauft, vielleicht gibt es das bei euch ja auch. Bin gespannt, was dabei heruaskommt.

      Die Bilder habe ich eingescannt und das ausnahmsweise mal direkt von den Abzügen und nicht von den Negativen, weil’s einfach schneller ging, waren ja nur ein paar Bilder aus insgesamt 4 Kameras. Ich mache die Nachbearbeitung nicht mit der Scansoftware, sondern mit Photoshop Elements. Da habe ich alle Bilder auf 10:15 Format beschnitten sowie Staub und Fussel entfernt. Außerdem habe ich noch die Autokorrektur angewendet, dadurch wurden alle Bilder noch ein wenig heller und die Farben in einigen Aufnahmen etwas strahlender. Im letzten Bild (meine Beine im Meer) habe ich den Horizont noch etwas gerade gerückt, konnte ich mir nicht verkneifen. Das war’s dann aber auch schon. Ich versuche eigentlich immer, so wenig wie möglich zu verändern, sonst macht die analoge Knipserei ja keinen Sinn 🙂

      Liebe Grüße zurück,
      Viola

  2. Spannende Bilder machst du sogar mit der kleinen, einfachen Kamera. Ich schick dir was von meiner IPad Ausbeute unterwegs mit Daniel in Singapur.. Gute Besserung und schönes Wochenende.

    LG M

    Von meinem iPad gesendet

    >

    1. Vielen Dank Marlies. Ich bin ja fast ein wenig versucht mit Dir zu schimpfen, dass Du mit dem iPad und nicht mit Deiner tollen Kamera fotografierst, aber im Grunde kommt es ja nicht auf das wrkzeug an, sondern auf dei Bilder. Schön euch zwei mal wieder zu sehen. Ich staune ja jedes Mal, wie groß der Daniel geworden ist 🙂 Du erinnerst mich auch daran, dass ich mich ja eigentlich dieses Jahr noch zu euch nach Singapur aufmachen wollte, allerdings geht mir langsam der Urlaub aus. Vielleicht können wir ja mal wieder chatten, über FB oder Skype.

      Liebe Grüße an alle,
      Viola

      1. Viola, ich habe dank Daniel dem Großen, nun den App-Zugang zu WordPress. Endlich habe ich deine ganze Nachricht hier gelesen. Ich nehme mir wieder neu vor zu posten hier.
        Vielleicht willst du ja mit dem Urlaub 2015 was bei uns anfangen.. Wenn du Sonntag Zeit zum Skypen hast: Liam wird 15..

        LG M

        1. Ah, das ist ja toll, ich benutze die App schon ganz lange, sowohl auf dem Handy als auch auf dem iPad. Posts schreibe ich aber meistens doch lieber auf dem Computer 🙂
          Ich hab gerade nicht im Kopf, wieviele Stunden Zeitunterschied wir haben, aber morgen (Sonntag) so gegen mittag (bei euch abend) würde gehen. Aber nur, wenn’s nicht beim feiern stört 🙂

  3. ich habe den eindruck, ich muss das auch GANZ DRINGEND mal ausprobieren. ich mag besonders den blick vom fenster nach unten auf die straße und dann die mit dem wasser! urschön, wie der echte wiener sagt 😀

    1. Haha, ich glaube auch, das muss man unbedingt ausprobieren, also immer schön ran an die kleinen Plasteknipsdinger. Ich pack mir die Kodak auch gleich in den Koffer, vielleicht krieg ich den Film übers lange Wochenende ja voll. Der Blick nach unten ist übrigens von unserem Bürobalkon aufgenommen, hab neulich gerade noch mal geschaut, an welcher Stelle ich das damals eigentlich gemacht habe. Und Wasser fetzt halt einfach immer 🙂

      1. na dann bin ich ja mal gespannt 🙂 ich hab es grade das erste mal geschafft, einen tropfen-ausflug zu machen <3

  4. It’s been ages since I had a go on a little disposable P&S. Come to think of it I don’t having seen one on sale anywhere for ages either … I do like these … the fish and the toes poking out of the water 🙂

    1. Yes, I was also surprised when I discovered them still being on sale for the first time, about 2 years ago. But believe it or not, Kodak also had at least three different models on display at their booth on this years Photokina, just saw this yesterday. Originally, I wanted to take one with me to the fair but as I brought my DSLR and was also taking snapshots with my iphone (for Facebook), it would just have been too much. Happy that you like these, the picture of the fish in my parents pond is also one of my favourites.

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