The First Adventure of Fuji Girl

Mehr als zwei Monate ist es nun schon her, seit ich mich doch recht unerwartet auf der Photokina in die Fujifilm X100T verguckt habe. Und obwohl unsere erste Begegnung nur von kurzer Dauer war, wie ein flüchtiger Flirt auf der Straße, und ich eigentlich auch gar nicht vorhatte, mir schon wieder eine neue Kamera zu kaufen, konnte ich sie einfach nicht vergessen. Wochenlang ging sie mir nicht aus dem Kopf und ich wartete ständig auf ein Zeichen aus der bunten Welt des Internets, das mir sagte, wann sie wohl endlich im Handel erhältlich sein wird. Vor ein paar Tagen, als ich schon beinahe nicht mehr daran gedacht habe, war es dann plötzlich soweit und ich muss sagen, ich hatte beinahe eine kleine Freudenträne im Auge, weil sie nun endlich mein sein konnte. Nach der ersten Euphorie habe ich noch versucht, meine Begeisterung etwas zu zügeln und mir einzureden, dass ich jetzt auch noch ein paar Tage oder sogar Wochen länger warten könnte, schließlich fehlt mir momentan ehrlich gesagt noch immer etwas die Zeit und Ruhe zum fotografieren, noch mehr Ausrüstung zu haben, macht das Ganze auch nicht wirklich leichter. Nun ja, was soll ich sagen, der Geist war willig, das Auge und die Fingerchen aber einfach viel zu schwach und so stand ich schon am nächsten Tag im Fotoladen, um mir mein ganz persönliches Weihnachtsgeschenk zu kaufen. Zum ersten Mal so richtig in freier Wildbahn testen konnte ich die Kleine am vergangenen Wochenende während eines Besuchs bei meinen Freunden in Darmstadt, genauer gesagt, beim für mich ersten Weihnachtsmarktbummel des Jahres.

 

Ich muss zugeben, auch wenn die Idee des Weihnachtsmarktes ja an und für sich eine schöne ist, schließlich trifft man sich dort mit Freunden während überall um einen herum helle Lichter leuchten und der Geruch der vielen Köstlichkeiten in der Luft liegt, habe ich mindestens schon mehr als einmal fotografisch vor diesem Ort kapituliert. Vielleicht, weil er sich im Dunkeln eben nicht einfach nur mal so nebenbei erfassen lässt und daher so gut wie alle meiner bisher dort gemachten Bilder noch immer irgendwo im Archiv versauern oder auch weil er mir bei Tageslicht oftmals viel zu unspektakulär, banal und kitschig erscheint, dass ich eigentlich gar keine Lust habe, die Kamera aus der Tasche zu holen oder auch überhaupt erst dorthin mitzunehmen.

Nun ja, was tut man nicht alles, wenn man eine neue Kamera hat, die ungeduldig auf ihren ersten Einsatz wartet. Eine spannende Erfahrung war es auf jeden Fall und ich muss sagen,  unser erstes Date ist gar nicht mal so schlecht gelaufen. Mal ganz davon abgesehen, dass die Fujifilm X100T in ihrem schwarz-silbernen Retrolook einfach wunderschön aussieht, ist sie auch noch wunderbar leicht zu bedienen. Wie oft bin ich am Menü meiner Lumix gescheitert, weil ich auf die Schnelle einfach nie die richtigen Einstellungen gefunden habe und irgendwie immer das Gefühl hatte, etwas zu vergessen oder zu übersehen. Jetzt ist auf einmal alles ganz einfach, es gibt ein Rädchen für Belichtungszeiten, die Blenden werden direkt am Objektiv eingestellt und über verschiedene Schnellwahltasten kann ich sehr bequem die wichtigsten Parameter ändern, alles mehr oder weniger intuitiv ohne langes Blättern in einer Gebrauchsanleitung. Interessanterweise habe ich bei den ersten Aufnahmen den optischen Sucher, der mir ja extrem wichtig war, so gut wie gar nicht benutzt und auch die Möglichkeit der kamerainternen Doppelbelichtungen, eine meiner liebsten Spielereien in der analogen Fotografie, wurde bisher nur mal ganz kurz getestet. Aber wir haben ja noch so viel Zeit.

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9 Replies to “The First Adventure of Fuji Girl”

  1. Ich kann dich gut verstehen. Hab mich vor einigen Jahren in die Vorgängerin X100 verrückt und mußte sie sofort haben, eine wunderschöne Kamera. Viel Freude mit der Dame.

    1. Danke 🙂 Ich habe ja auch schon etwa 1 Jahr mit der X100S geliebäugelt und auch nur Gutes von ihr gehört, war mir aber nicht sicher, ob sie wirklich zu mir passt, allein schon wegen der 22 mm Festbrennweite. Doch nachdem ich die ‚Neue‘ auf der Photokina auch mal in die Hand nehmen konnte, war eigentlich alles klar 🙂 Ich denke, das sind ganz prima Wegbegleiter für die alltäglichen Momente, denn so sehr ich meine DSLR auch liebe, manchmal ist sie mir einfach zu schwer.

  2. sorry, nicht „verrückt“, sondern verguckt…

    1. Haha, ist ja schon ein bißchen was von beidem, zuerst verguckt und dann verrückt nach ihr 😉

  3. die bilder machen definitiv lust auf mehr und sehen so aus, als hättest du da einen hübschen schatz ergattert! mir gehts da auf den christkindlmärkten irgendwie anders, der besuch in schönbrunn ist bei mir fixer bestandteil meines fotojahres und ich freu mich jedes mal drauf, den joghurtbecher so richtig mit all seinem bokeh ausreizen zu können 🙂
    aber lustig, dass der markt dein testgebiet war – war auch meiner mit dem pentacon und adapter 🙂

    1. Ja, ich weiss, Deine Bilder vom Christkindlamrkt sind ja auch immer sehr schön so mit bunten Kugeln und Lichtern, aber bei uns sehen die Märkte halt etwas anders aus. Da gibt es zwischen Glühweinständen und Bratwurstbuden meist nur Pudelmützen, Bratpfannen und Kochlöffel, alles nicht so wirklich interessant. Und selbst die bunt gefüllten, aufgereihten Bonbongläser verlieren durch die vielen gelben Schilder für mich einfach den Reiz, da mag ich keine Fotos machen. Jeder hat halt so seine Lieblingsmotive und -orte 🙂

      Ich bin ja mal gespannt auf die Bilder mit dem Pentacon, das Bokeh passt bestimmt ziemlich gut zum Weihnachtsmarkt. Ich war ehrlich gesagt sehr positiv überrascht vom Bokeh der Fuji, die immerhin eine maximale Blende von f/2.0 hat, das finde ich wirklich klasse. Ich habe die Bilder auch nur ganz wenig bearbeitet, es gibt ja kameraintern so ein paar analoge Filter, damit schaut’s gleich schon ganz nett aus. Und weniger Bildrauschen scheint es auch zu geben, aber vielleicht täusche ich mich da auch. Auf jeden Fall ist die Kamera wirklich um Welten besser als meine alte Lumix, da stört mich der fehlende Spiegel gleich deutlich weniger 🙂

      1. oooh na das ist dann natürlich was anderes. ich kenne ja nur unsere märkte. aber selbst hier ist es nicht so einfach, außer in schönbrunn sind sie auch nicht so fotogen, wie ich dieses wochenende wieder festgestellt hab.

        ja das bokeh ist schön, aber es ist nicht so einfach, ein bisschen swirley zusammenzubringen. dafür eignet sich der vordergrund-hintergrund-abstand bei den ständen wie ich festgestellt hab nicht so gut. also künftig werd ich es eher für swirley blümchen oder so einsetzen. zumal durch den adapte die sensorentfernung nicht ganz passen dürfte – auf unendlich fokussiert wird alles unscharf.

        getan hat sich am sektor der kompakten extrem viel. wenn ich mir anschaue, was zwischen 2007 (lumix) und 2013 (canon g15) – beide in der gleichen anschaffungspreisklasse – passiert ist, dann ist das wirklich enorm.

  4. Herzlichen Glückwunsch! Das ist sicher eine fantastische Kamera, mit der du noch sehr viel Freude haben wirst. 🙂 Ich kenne das zu gut, manches lässt einen einfach nicht mehr los und irgendwann ist es dann soweit und die neue Eroberung kann endlich ausprobiert werden. Dann ist das Glücksgefühl doppelt groß! 🙂

    1. Dankeschön 🙂 Eigentlich guck ich ja gar nicht nach den neuesten technischen Spielereien, aber dieses Mal hat’s mich dann doch gepackt. Und ganz egal, was man sich neu ins Haus holt, ob nun etwas Neues oder Altes, es ist jedes Mal unheimlich spannend. Jetzt muss ich nur noch die Zeit zum knipsen finden, aber spätestens über Weihnachten klappt’s bestimmt 🙂

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