Jungle in the city

Ich habe gestern ziemlich lange überlegt, mit welchen Bilder meiner Reise ich nach dem bunten Treiben Malaysia’s wohl weitermachen möchte und konnte mich ziemlich lange nicht entscheiden. Da ich am Freitag Abend jedoch noch eine Rolle fertig entwickelten Film abholen konnte, habe ich mir gedacht, ich mache erstmal umgekehrt chronologisch mit ein paar analogen Aufnahmen weiter. Entstanden sind diese etwa 2 Tage nach meiner Ankunft im MacRitchie Reservoir Park, wo sich um einen großen Stausee herum noch ein Stückchen echter Urwald befindet. Das man sich dort eigentlich noch mitten in der Stadt befindet, vergisst man erstaunlich schnell, denn schon nach wenigen hundert Metern verstummen die Geräusche der Autos und auch der Baustellenlärm. Es ist tatsächlich so still dort im schatten der hohen Bäume, dass ich mich mehr als einmal wundere, ob es dort gar keine Vögel gibt. Aber es ist auch Wochenende, was bedeutet, dass wir dort auf dem mit recht groben Gestein befestigten Weg nicht lange alleine sind, immer wieder überholen uns Jogger und auch ein paar Wanderer, die einfach etwas schneller als wir sind. Wenn man mit der Kamera unterwegs ist, dauert es halt immer etwas länger und die Hitze macht es für Besucher von auswärts auch nicht unbedingt erträglicher. Wie man bei den Temperaturen Sport treiben kann, ist mir ehrlich gesagt ein Rätsel, liegt vielleicht aber auch daran, dass ich selbst ein ziemlicher Sportmuffel bin und mich ohne meinen Personal Trainer derzeit wohl zu keiner sportlichen Betätigung aufraffen könnte. Wobei, regelmäßige Fototouren sind doch auch Sport, oder?

Way to go
Always keep left
Jogger in the jungle
A dog not allowed
Utility lines
Fenced

Da ich ursprünglich damit gerechnet oder zumindest darauf gehofft hatte, bei unserem kleinen Ausflug in den Dschungel auch ein paar wilder Tiere vor die Linse zu bekommen, hatte ich natürlich auch meine DSLR plus Teleobjektiv mit dabei. Leider haben sich die Erwartungen so ganz und gar nicht erfüllt, denn wir haben eigentlich so gut wie keine Tiere dort gesehen, mal abgesehen von ein paar Schmetterlingen und zum Schluss noch ein paar Tauben und Eichhörnchen irgendwo hoch oben in den Bäumen. Ja, und dann waren da noch die Affen, genauer gesagt die Makaken, die uns im wahrsten Sinne des Wortes ein paar Mal über den Weg gelaufen sind. Spät am Nachmittag, als wir schon beinahe wieder in der Zivilisation angekommen waren, entdeckte ich eine kleine Gruppe, die ganz in der Nähe des Wanderweges in den Bäumen spielte und schlich mich ganz vorsichtig etwas dichter an sie heran. Es sind zwar nicht unbedingt die besten Bilder dabei heraus gekommen und für meinen Geschmack waren sie auch viel zu verrauscht, aber diese zwei Aufnahmen mag ich trotzdem ganz gerne und möchte sie euch daher nicht vorenthalten.

Lonely Monkey
Me and my monkey

Das eigentliche Ziel dieses Ausfluges war übrigens der sogenannte Tree Top Walk, eine Art Hängebrücke in etwa 25 m Höhe, von der man angeblich nicht nur einen guten Blick über das umliegende Waldgebiet haben soll und sehr gut die heimische Tierwelt beobachten kann. Leider hatten wir uns vorher nicht schlau gemacht, wie lange der Zugang zur Brücke geöffnet ist, bis zum Sonnenuntergang gegen 19 Uhr gilt leider nur in den wenigsten Fällen, und kamen letztendlich zu spät dort an.  Und für einen Besuch des nahe liegenden Bukit Brown Cemetery, den wir uns im Anschluss eventuell noch ansehen wollten, fehlte uns nach dem langen Spaziergang nicht nur die Energie, sondern auch genug verbleibendes Tageslicht. Nun ja, man kann halt nicht immer alles sehen und vielleicht klappt’s ja beim nächsten Mal.

Teile diesen Beitrag:

12 Kommentare

  1. The jungles of Malaysia are quite special, aren’t they! Whether in the city or way out there. 🙂

    1. Yes, I guess so, Otto. I can only judge based on what little I’ve seen in Singapore which was very different from a German forrest, that’s for sure. During my next visit, to this part of the world should there be one, I certainly plan more time for adventures in the jungle. It was also interesting to see a lot of plants that can be found in many in appartments here are growing wild there, often in much larger size 🙂

  2. Fotografierst du auf Film aus Überzeugung? Oder was macht es für einen Sinn, eine Analog- und eine Digitalkamera rum zu tragen?

    1. Ich würde sagen, ich fotografiere aus Neugier auf Film, weil es mir Spass macht, ich den analogen Look sehr gerne mag und Doopelbelichtungen liebe. Da ich ja noch nicht so lange fotografiere, knappe 4 Jahre digital und vielleicht 2,5 auch analog, ist vieles noch neu für mich und ich experimentiere gerne damit herum. Leider fehlt mir meistens die Zeit für ausgiebige analoge Spielereien und ich hab inzwischen wohl auch zuviel Auswahl an Ausrüstung. Erfahrungsgemäss macht es übrigens nicht wirklich viel Sinn, sowohl eine analoge als auch eine digitale Kamera mitzunehmen, msn kommt einfach nicht dazu, beide gut zu nutzen. Ich greif dann meist doch zu meiner DSLR, weil ich durch das schwenkbare Display einfach mehr Möglichkeiten und auch Kontrolle habe.

      1. Hast du auch versucht, die digital geschossenen Bilder mit „analogen“ Filtern in Lightroom o.Ä. zu bearbeiten? Man sagt, und ein paar Beispiele habe ich gesehen, das Ergebnis kann man schwer vom Film unterscheiden.

        1. Ja, ich benutze schon seit ein paar Monaten die Presets von VSCO Film, die imitieren verschiedene Filmemulsionen. Für Buntes fange ich greife ich meist zuerst nach Kodak Ektar 100 oder Kodak Gold 100, für die Malakkabilder habe ich aber, glaube ich, Fuji Velvia 100 als Startpunkt benutzt. Ich versuch aber auch nicht krampfhaft, die digitalen Bilder auf analog zu trimmen, trotzdem finde ich die Presets genial. Für Handybilder benutze ich ebenfalls die Filter von VSCO, auch wenn die etwas anders sind z.B. instant, vibrant, portrait… Gibt schon ziemlich viele Möglichkeiten heutzutage, meine neue digitale Kamera kann sogar interne Doppelbelichtungen, aber ab und zu ne Rolle Film zu knipsen ist trotzdem schön 🙂

          1. Danke für die ausführliche Antwort!

  3. ich mag den analogen charme und die beiden affenbilder sind wirklich sehr gelungen!
    schade, dass es mit dem tree top ding nicht geklappt hat!

    1. Das freut mich sehr zu hören. Ich selbst bin ja etwas pingelig und hab mich echt ein bisschen geärgert, als ich die Originalaffenbilder zuerst auf dem iPad gesehen habe. Fast alle unscharf und die späten noch so verrauscht, da musste ich in Lightroom ordentlich korrigieren. Interessanterweise stört mich Unschärfe und ggf. auch Körnung in analogen Bilder eigentlich garnicht. Stelle ich immer wieder verwundert fest 🙂

      1. das liegt glaub ich daran, dass man ja deswegen analog fotografiert, weil man halt diesen charme des unperfekten in manchen stimmungen gern hat. aber digital ist das was anderes, da soll das so nicht sein. mir gehts genauso. die verwaschenen kanten der alten analogen stören mich gar nicht, bei der nikon machen sie mich wahnsinnig 😉

  4. Schöne Aufnahmen, ganz anders als die farbenfrohen. Aber auf ne andere Art und Weise trotzdem ansprechend 😉

    1. Ja, die sind ganz anders, aber es soll ja auch ein bisschen abwechslungsreich bleiben. Freut mich, dass Du den Bildern trotzdem etwas abgewinnen kannst 🙂

Wenn Du auch etwas dazu sagen möchtest...