Under the Dome

Nach ein paar kleinen Einblicken in den Dschungel mitten in der Stadt geht es heute erstmal etwas ruhig und kultivierter zu, im wahrsten Sinne des Wortes. Ich hatte in den letzten Tagen nicht so wirklich viel Zeit bzw. Muße, um mich um die Bildbearbeitung zu kümmern, hatte aber neulich schon schnell ein paar Blümchenbilder vom Ende meiner Reise vorbereitet, weil es sich ganz gut angeboten hat und auch ziemlich schnell ging. Da ich in der ersten Urlaubshälfte alles noch ganz langsam und entspannt angehen lassen habe, stand ich in den letzten Tagen mit einer noch recht langen Liste unerledigter Dinge und ungesehener Orte da, das sollte sich aber möglichst noch ändern. So machte ich mich am Sonntag Nachmittag mit dem Bus auf in Richtung Marina, um mir die Gardens by the Bay anzuschauen. Die Bushaltestelle befindet sich genau vorm Marina Bay Sands Hotel und die Gärten bekanntermaßen dahinter, verlaufen habe ich mich dann trotzdem erstmal ein bisschen, lief zuerst halb um das Hotel herum und dann noch mal zur Hälfte mitten durch, den Zugang zur Brücke in die Gärten konnte ich trotzdem nicht finden. Also habe mich quasi unterirdisch an sie heran gepirscht: vom Hotel runter in den Durchgang zu nebenan liegenden Mall The Shoppes, kleiner Schwenker nach links in Richtung MRT (die städtische U_Bahn) und dann einfach immer den Schilder nach. Angekommen bin ich so etwa gegen 14 Uhr und völlig überraschend brach dann plötzlich die während meines Besuches fast dauerhaft über der Stadt hängende Wolkendecke auf. Bei Temperaturen von etwa 34°C, natürlich gepaart mit extrem hoher Luftfeuchtigkeit, ist der Aufenthalt im Freien auf Dauer nicht wirklich angenehm, wenn die Mittagssonne dann auch noch von oben knallt, will man sich eigentlich nur schnell wieder nach drinnen verdrücken, in die Nähe einer Klimaanlage. Mein Aufenthalt in den Gärten selbst war somit eher kurzer Natur, aber ich hatte ohnehin ein ganz anderes Ziel.

In den Gardens by the Bay, am Ufer der Marina Bay, befinden sich nämlich zwei gigantische Gewächshäuser in denen ich mich an diesem Nachmittag in aller Ruhe ein wenig umgesehen habe und das bei wirklich sehr angenehmen Temperaturen, nicht so warm wie draußen und vor allem auch nicht so kalt wie in den Einkaufszentren. Die meisten Bilder der nachfolgenden Serie stammen aus dem Flower Dome, in dem sich, wie der Name schon andeutet, eine große Sammlung der verschiedensten Blumen und Pflanzen befindet. Dort konnte ich in aller Ruhe mal wieder so richtig ausgiebig Blümchen knipsen und musste am Ende etwas schmunzeln, denn in der zu dieser Zeit vermutlich buntesten Ecke unter der Kuppel begrüßten mich viele Bekannte aus der Heimat: Margeriten, Chrysanthemen, Fuchsien, Rosen, Dahlien und auch die ersten Tulpen. Die anderen, zum größten Teil asiatischen Besucher waren ganz aus dem Häuschen.

Tentacled yellow
Yellow brush
Seductive pink
Spiked
Yellow star
Little sunshine
Dear dahlia
Paradise bird
Orange puff
Big bell

Nebenan im Cloud Forrest ging es da schon deutlich exotischer zu und ich wurde auch gleich erstmal etwas nass, denn gleich am Eingang befindet sich ein Wasserfall, der an den Wänden des quasi mehrere Stockwerke in die Höhe wachsenden Waldes herunter fiel. Mit dem Fahrstuhl fährt man zunächst ganz nach oben, Nebelwälder befinden sich nämlich meistens an Berghängen, und läuft dann quasi Etage für Etage über kreisförmige Brücken am ‚Waldrand‘ entlang. Die Bezeichnung Wolken- bzw. Nebelwald kommt ja nun auch nicht von irgendwo her, sondern begründet sich dabei, dass diese bestimmte Art von Wäldern bei feuchter Witterung (also schon eher häufig) in Wolken oder Nebelschwaden gehüllt sind. Damit sich der Besucher das auch wirklich vorstellen kann, wird zu bestimmten Zeit entsprechend benebelt, was schon ganz nett aussieht, auch wenn’s für meinen Geschmack nicht unbedingt noch feuchter hätte sein müssen. Alles in allem war es ein toller Ausflug, der mir viel Spass gemacht hat. Und den Weg zurück zum Bus und nach Hause habe ich dann auch ganz ohne Probleme gefunden.

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9 Replies to “Under the Dome”

  1. oh wie schön! die bilderstrecke ist wieder mal ganz wunderbar! und besonders das gewächshaus mit dem nebelwald hört sich total spannend an!!

    1. Dankeschön, ich mag sie auch ganz gerne und so ein bisschen Blümchen knipsen im Winter ist auch mal ganz nett 🙂 Der Nebelwald war schon ganz interessant, aber schwierig in Fotos zu packen, zumindest für mich. Aber ich sag ja immer ‚Man muss halt auch nicht alles knipsen‘.

      1. das stimmt. manche dinge „sieht“ man einfach nicht. fotografisch meine ich. so gehts mir mit städtearchitektur. drum hab ich weder aus san francisco noch aus prag vom letzten wochenende sonderlich viele fotos mitgebracht.

  2. Ohhh wow! Bild 3 ist extrem faszinierend!! Ganz tolle bilderstrecke. Könnt ich mir wunderbar im Zuge einer kleinen Ausstellung vorstellen…

    1. Vielen Dank, Markus. Diese Art von Blümchenbildern gab’s bei mir früher schon ab und an zu sehen, ich nenne sie gerne mal Blumenporträts. Ich hab Ende letzten Jahres sogar welche zu einem Kalender verarbeitet, es würde theoretisch also auch für eine größere Ausstellung reichen 😉

  3. Gelb und grün. Wunderbar! Es ist immer eine grossartige Kombination, und wenn es ist um Blumen konnte es nicht besser sein! Selbstverständig es gibt viele anderen Kombinationen die gut sind, aber gelb/grün gefällt mir am besten!
    robert

    1. Ja, gelb/grün ist immer ein wirklich toller Kontrast. Je kärftiger das gelb, desto besser. Freut mich sehr, dass es Dir so gut gefällt, Robert 🙂

  4. Hier gibt es viel Schönes zu sehen, aber die Pflanzenfotos stechen (für mich) heraus. Exquisit.

    1. Na, das freut mich natürlich sehr zu hören, vielen Dank. Ich mach ja gerne mal solche Pflanzenporträts, wie ich sie nenne, und so ein riesiges Gewächshaus bietet da natürlich ganz besonders viele Möglichkeiten.

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