Streetart Singapore: Ernest Zacharevic

Da ich das lange Osterwochenende bei meinen Eltern an der Ostsee verbringe, habe ich mir vor meiner Abreise noch schnell ein paar Fotos aus dem Urlaub hoch geladen, damit ich von unterwegs noch mindestens einen weiteren Post schreiben kann. Aus ein paar Bildern wurden am Mittwoch Abend allerdings schnell so etwa 60 Aufnahmen, die meisten davon stammen vom vorletzten, fotografisch noch einmal so richtig spannenden Reisetag und so hatte bzw. habe ich in den nächsten 2-3 Wochen wohl die Qual der Wahl. Die Tatsache, das ich hier meistens doch nicht wirklich in Ruhe zum Bilder auswählen und schreiben komme, weil ich ja schließlich auch ein bisschen Zeit mit Familie und Freunden verbringen möchte, hat mir die Entscheidung, womit es als nächstes weitergehen soll dann aber ziemlich leicht gemacht und so gibt es heute für euch ein wenig Kunst von der Strasse.

Vor meiner Abreise habe ich versucht, mich ein wenig zu orientieren und mir ein paar Dinge heraus zu suchen, die ich mir in Singapur unbedingt ansehen möchte und obwohl die Liste eigentlich schon lang genug war, dachte ich mir eines Tages so, dass ich doch auch mal recherchieren könnte, wie es denn eigentlich so in Sachen Streetart vor Ort aussieht. Singapur ist ja einer der saubersten Städte der Welt, es gibt dort ziemlich strenge bzw. hohe Strafen für Spucken, das Wegwerfen von Zigarettenkippen, Kaugummis und Müll, Urinieren in der Öffentlichkeit etc. und gerade erst vor ein paar Monaten wurden 2 deutsche Sprayer zu 9 Monaten Haft und Stockhieben verurteilt, weil sie in einem U-Bahn-Depot einen Wagon mit Graffiti besprüht haben. Kurz gesagt, man erwartet in Singapur nicht, dass man einfach beim Schlendern durch die Stadt auf Streetart und Graffiti stolpert und so waren die Hinweise, die ich vorher im Internet gefunden habe, wirklich sehr hilfreich und führten mich auf direktem Weg nach Kampong Glam, ein Viertel, das während der Kolonialisierung den arabischen Händlern zugewiesen wurde und später auch muslimische Gläubige anderer Nationalitäten angezogen hat. Es gab dort unheimlich viel zu entdecken, nicht nur in Sachen Streetart, doch ich fange einfach mal ganz von vorne an, mit den Bildern und Installationen des aus Litauen stammenden Künstlers Ernest Zacharevic auf der Victoria Street, denn die haben mich ja überhaupt erst in diese Ecke der Stadt geführt.

In the basket
Bottom up Head down
Sneak a peek

Das letzte Bild war eigentlich das erste, das wir dort auf der Victoria Street entdeckt haben, da wir ja über die Arab Street aus Little India gekommen sind. Es ist das größte seiner Motive in dieser Gegend Sinagpur’s (zu einem weiteren, großen Mural am anderen Ende der stadt habe ich es leider nicht mehr geschafft) und da ich ja nur das Standardobjektiv dabei hatte, war es ein wenig schwierig, das Mädchen mit dem Löwenjungen komplett auf ein einziges Foto zu bekommen, ohne mitten auf der Fahrbahn zu stehen. Zuerst habe ich es schräg von links und rechts probiert, dann habe ich mein iPhone rausgeholt, mich direkt vor die Wand zwischen die 2 Bäume gestellt und einfach ein Panorama von ihr gemacht. Man muss sich halt nur zu helfen wissen. Weil ich mich dann doch nicht nur für einziges Bild entscheiden konnte, zeige ich euch hier einfach alle 3 Varianten.

The girl with the lion cub
The girl with the lion cub
The girl with the lion cub

Weitere Informationen und ganz viel Bildmaterial von Ernest’s anderen Arbeiten findet ihr auf seinen Profilen bei Facebook und Instagram. Ich meine, das ich neulich auch mal auf seiner bei Facebook gelisteten Website war, heute scheint sie aber nicht zu funktionieren, zumindest nicht für mich. Vielleicht habt ihr später ja mehr Glück. Jetzt soll es aber genug sein für heute, weitere Bilder aus Kampong Glam gibt es in ein paar Tagen, wenn ich wieder zurück in Düsseldorf bin. Ich wünsche euch allen frohe Ostern und eine tolle Zeit mit Familie und Freunden.

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17 Replies to “Streetart Singapore: Ernest Zacharevic”

  1. Was für außergewöhnliche Kunstwerke! Zum niederknien… WOW!

    1. Das mit dem zweigeteilten Einkaufskorb fand ich ganz besonders toll, weil ich sowas vorher noch gar nicht gesehen habe. Freut mich, dass sie Dir auch so gut gefallen 🙂

  2. Ich liebe Streetart. Danke für die Bilder!

    1. Ich auch und daher hat es mich echt gefreut, dass ich in Singapur noch zum Bildersuchen gekommen bin 🙂 Als ich über Ostern in meiner Heimatstadt Rostock war, habe ich mal wieder festgestellt, dass ich dort unbedingt auch mal auf Streetartentdeckungstour gehen muss. Es gibt immer so viel zu entdecken auf den strassen und Wänden der Städte.

  3. Ich hätte gar nicht mit Streetart in Singapor gerechnet. Die Motive, die du zeigst, sind sehr schön. Ich mag so was ja. Auch wenn es Auftragsarbeiten bzw. legale Sachen sind. Gibt es denn auch illegales im Stadtbild? Und wie hast du im Vorfeld recherchiert? Bin im Sommer in Peking und habe dort übers Netz über Orte für Graffiti noch nichts gefunden.

    1. Ja, ich war mir auch nicht sicher, wie es in Singapur um Streetart bestellt ist, obwohl ich das eine Bild von Ernest Zacharevic, zu dem ich nicht mehr gefahren bin, sogar kannte. Es zeigt zwei Jungs, die so lange Farbrollen halten und auf gemalten Tieren reiten. Ich habe einfach kurz gegooglet nach ’streetart in singapore‘ und zwei recht umfangreiche Blogposts gefunden, in denen viele Infos waren, wo man was findet. Es gibt dort wohl einige Orte, wo man grössere Auftragsarbwiten findet und auch leagel, zum Sprayen freigegebene Wände an Skateparks. An so einem war ich auch noch kurz, allerdings etwas verpeilt, habe nämlich nicht gesehen, dass dort um dir Ecke gerade live gesprüht wurde. In Kampong Glam gibt es auch illegales, aber das sind eigentlich nurnkleine Tags und Sticker, ich zeig davon noch Bilder im nächsten Beitrag.
      Ob bzw. wo es in Peking/Beijing Streetart gibt, weiss ich nicht, da musst Du xvermutlich ziemlich in den Googlesuchergebnissen wühlen, vielleicht findet man auch was auf Flickr oder halt auf Facebook. So auf die Schnelle habe ich zumindest en paar Namen lokaler Künstler gefunden – Qi Xinghua (aka Michael QI), ROBBBB, Daleast, Stephane Ecke, Nato und Kenotang von der Crew Kwanyin Clan, AndC – ist ja vielleicht ein Anfang.

      1. Ich danke dir für die Infos. Googlen mach ich natürlich selbst, bin jetzt schon gespannt. Hatte vermutet, das du vielleicht durch deine Reise und Kontakte andere Suchmöglichkeiten hattest, aber Singapur ist ja ein ganz anderes Land und hat mit China nix zu tun. Trotzdem vielen Dank für die Mühe.

  4. wow! Klasse! Danke, dass Du sie mit uns teilst 🙂 LG Annette

    1. Sehr gern geschehen, Annette! Freut mich, dass sie Dir gefallen 🙂
      Liebe Grüsse, Viola

  5. wow, die sind richtig, richtig toll!!

    1. Ja, ein wirklich schöner Fund. Ich fand es auch sehr witzig, dass die quasi alle nebeneinander in einer Strasse zu finden sind, war aus den Infos auf FB nämlich nicht so ersichtlich. Und das eins der Motive aus 2 Teilen besteht (siehe Hochformate), hätte ich ohne meine Begleitung wohl gar nicht gesehen 🙂

      1. das ist tatsächlich lustig. hat vermutlich auch irgendeinen hintergrund, aber so leicht wird es wohl nicht rauszufinden sein?

        1. Ach, eigentlich kam es wohl nur daher, dass verschiedene Leute die Fotos der einzelnen Bilder kommentiert und dabei meistens eher die Seiten- als die Hauptstraße angegeben haben. Wenn man alle Bilder zusammen nimmt, kann man halt recht einfach sagen auf der Straße, von da bis da. Ist halt nur eine Frage der Perspektive 🙂

  6. Does this mean that the street art present in the city if the clean and government sanctioned variety?

    1. Oh no, I don’t think that’s the case, you just don’t see that much illegally placed graffiti around. There are a couple of areas where you can find larger murals for which you would also need a permission elsewhere because they take time to paint but I don’t think there are restrictions on what can be painted. Also, there are a few free walls, at Somerset Skatepark for example, where anybody can legally paint whater they want. That’s something we don’t even have here in Düsseldorf (yet) so they just paint everywhere 🙂

  7. Ooops … typing and pressing of ’submit‘ buttons too speedy today…
    Kindly replace ‚if the‘ in the comment above with ‚is of the‘ … 😉

    1. Alrighty, not a problem at all 🙂

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