Hochkantiges Zwischenspiel

Heute unterbreche ich mal kurz die Urlaubsbilderparade, um mich ausnahmsweise und auch ganz inoffiziell an Paleica’s aktuellem Blog-Projekt Magic Letters zu beteiligen.  Wie ihr vielleicht wisst, habe ich schon im letzten Jahr beschlossen, mich nicht mehr an den Fotoprojekten anderer zu beteiligen und mir auch selbst erstmal keine eigenen aufzuerlegen, sondern einfach sowohl die Motive als auch ihre Themen auf mich zukommen zu lassen und sie zu dem Zeitpunkt zu veröffentlichen, der mir persönlich am besten passt. Bei Magic Letters geht es im Grunde darum, das Alphabet einmal von vorne bis hinter durchzuknipsen, dafür gibt es alle 2 Wochen von Paleica ein neues Wort, das mit jeweils dem nächsten Buchstaben beginnt. Inzwischen ist es beim Buchstaben H angekommen, das entsprechende Wort/Thema lautet ‚hochkant‚ und ist im fotografischen Sinne gemeint, es geht also um Bilder im Hochformat. Beim Lesen der Kommentare zum Startbeitrag wurde ziemlich deutlich, dass die meisten wohl vorwiegend m Querformat fotografieren und mir selbst geht es da nicht viel anders. Ich habe mit Sicherheit deutlich mehr querformatige als hochformatige Bilder in meinem Archiv, was sich vermutlich mit meiner bevorzugten Art von Motiven erklären lässt. Ich fotografiere ja so gut wie nie Menschen und habe ursprünglich ja mit Landschaftsaufnahmen (auf Reisen) angefangen, daher ist meine natürliche Präferenz einfach nach wie vor her ‚Landscape‘ als ‚Portrait‘.

Mit der Zeit habe ich jedoch angefangen, auch andere Dinge zu fotografieren und viel öfter mit der Kamera auf Entdeckungsreise zu gehen, nicht nur unterwegs, sondern auch direkt vor der Haustür. Im Hochformat fotografiere ich dabei am häufigsten, wenn es um die Dokumentation von Streetart geht, denn viele Motive bieten sich einfach dafür an, da denkt man eigentlich gar nicht groß nach. Und so habe ich heute eine kleine Auswahl, zum größten Teil noch unveröffentlichter Aufnahmen für euch, die im Laufe der letzten 3 Jahre in Düsseldorf, Köln und Berlin entstanden sind.

Decycle - Down to business L.E.T. (new edit & crop)
BTOY Kurznachzehn
MaJo Brothers MOH ONE
L.E.T. The rebel yells
The lady in the backyard Ratty reflection
Cherry red bomb Red splash

Die ersten 5 Bilder waren übrigens im März als Teil einer Gruppenausstellung in der Sold Out Gallery in Bochum zu sehen. Ich muss zugeben, dass ich wirklich noch nie daran gedacht habe, ausgerechnet Fotos von Streetart auszustellen, es hat sich zufällig und recht kurzfristig so ergeben. In der Ausstellung wurden Arbeiten von 8 Fotografen gezeigt, 16 Bilder im Querformat und 16 Bilder im Hochformat, da war es wirklich gut, dass ich in diesem Bereich relativ flexibel bin. Wobei ich sagen muss, dass ich es trotz der kurzen Vorbereitungszeit von ein paar Tagen geschafft habe, noch schnell ein paar neue, frischere Aufnahmen zu machen, die Motive 3-6 befinden sich ja alle nur wenige Minuten von meiner Wohnung entfernt, und auch den alten Aufnahmen habe ich ein etwas farbenfroheres Aussehen verpasst. Aufgrund meines Urlaubs konnte ich allerdings nicht zur Vernissage gehen und habe die gedruckten Bilder erst beim Abholen gesehen, aber es war trotzdem irgendwie cool, dass jetzt zum ersten Mal ein paar Bilder von mir irgendwo in der Öffentlichkeit herum gehangen haben. Vielleicht klappt’s ja irgendwann mit einer ‚richtigen‘ Fotoausstellung.

PS: Mein ganz persönliches Alphabet habe ich übrigens bereits im Oktober 2013 im Rahmen eines Daily Projects auf Google+ fotografiert. Falls euch interessiert, welche Begriffe ich für die einzelnen Buchstaben gewählt habe, schaut doch einfach kurz in die alten Beiträge rein: A-I, J-R, S-Z.

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21 Replies to “Hochkantiges Zwischenspiel”

  1. Ja, ja , bei mir sind aus keinem Fotoprojekt an dem ich teilnehmen wollte inzwischen auch 5 geworden, nein 6 und ein eigenes. Der blanke Wahnsinn eigentlich.

    1. Ach herrje, das klingt wirklich nach viel Arbeit. Ich hab 2012, zwei eigene 52-Wochenprojekte und dann noch ein monatliches Projekt (Paleica’s Rundherum) mitgemacht, das war das höchste der Gefühle. 2013 war’s schon weniger, nur ein eigenes 52 Wochenprojekt, aber das war manchmal schon schwer zu schaffen. Mir fehlt dafür inzwischen wohl einfach die Zeit, ich habe ja nie Archivbilder für Projekte verwendet, und so schau ich halt nur noch zu, was andere so treiben. Ich wünsch Dir viel Erfolg und vor allem auch Spass bei Deinen aktuellen Projekten 🙂

  2. These are superb and show what a host of talent there is out there. I think art in this form really is a powerful medium superb.

    1. Yes, I totally agree. The first two pictures are the oldest, I took them in 2012. They are from two local artists and really made me aware of how much great art is out there on the streets nowadays. It’s always great to discover new talents but I also like to find and recognize new works of known artists when I’m walking the streets.

  3. Das sind sehr schöne Streetart Motive, sie gefallen mir sehr gut und sind auch bestens in einer Ausstellung aufgehoben. Klasse.
    In den Osterferien wollte ich eigentlich ein paar Tage in deine Ecke fahren, ich hatte mir schon ein Hotel in Köln rausgesucht um dort (Ehrenfeld) und in Düsseldorf (Bilk) Streetart zu fotografieren, hat leider nicht geklappt, hole ich aber nach. Hochkant fotografiere ich eigentlich nie, habe zwar einiges im Archiv, ist aber alles älter. Ich fotografiere immer Portrait, wahrscheinlich auch deswegen weil ich Quadrat liebe, quadrat fotografiere, später entsprechend freistelle und sehr sehr oft im Blog und immer in Fotobüchern verwende. Grüße.

    1. Dankeschön, Jörg. Ich hab mir auch echt Mühe gegeben mit der Auswahl und vermutlich zeige ich demnächst noch ein paar alte, unveröffentlichte Bilder im Querformat, hab im Archiv noch ein paar gefunden. Köln Ehrenfeld ist auf jeden Fall eine gute Idee, da gibt es so viele gute Bilder ganz nah beieinander. Düsseldorf Bilk alleine ist vielleicht nicht ganz so ergiebig, da solltest Du vielleicht noch Oberbilk mit reinnehmen und natürlich auch auf der Kiefernstraße (Flingern Süd, an der Grenze zu Oberbilk) vorbei schauen. Du kannst mir ja kurz Bescheid sagen, dann mach ich Dir ggf. ne kleine Karte fertig. Lohnen würde sich ein Besuch Ende August/ Anfang September, da sind zu den verschiedenen Festivals sicher ein paar Künstler in der Stadt, denen Du beim Malen zuschauen kannst. Das 40° Urban Art Festival Düsseldorf findet vom 21.-30. August statt, City Leaks in Köln in den ersten 3 Wochen des Septembers. Ebenfalls im September soll dieses Jahr in Bochum ebenfalls ein Streetartfestival stattfinden, der Name ist mir aber gerade entfallen und so viele Info’s gibt es wohl auch noch nicht. Aber natürlich lohnt sich ein Besuch hier immer 🙂

      Mit dem quadratischen Format ist es bei mir etwas schwierig, weil ich meine Bilder eigentlich nicht so dolle beschneiden mag. Ich kann bei meiner DSLR zwar auch das Verhältnis 1:1 einstellen, aber man sieht dann auf der Anzeige halt nur einen quadratischen Rahmen, das finde ich irgendwie irritierend. Also wird’s bei mir meist nur quadratisch, wenn ich analog (Mittelformat) oder mit dem Handy fotografiere. Es würde im Blog und auch bei Fotobüchern allerdings vieles einfacher machen, letztere sind nämlich nicht besonders freundlich zu 3:2 Formaten.

      1. Vielen Dank für deine ausführliche Antwort. Deine Infos sind sehr interessant für mich, vorallem was Bilk und Oberbilk betrifft. Auch die Verbindung mit den Festivals legt einen Besuch im Herbst nahe.
        Deine Streetart Pasteups sehen super aus, kenne ich so vor allem aus Berlin. Hier bei uns gibt es das nicht, schade. Ups, da fällt mir ein, auch bei uns war schon El Bocho mit seiner Lucy zu Besuch.

        1. Paste-ups haben mich ja damals quasi abgefixt, dadurch habe ich Streetart eigentlich erst als neue Kubstform wahrgenommen. Und Stencil liebe ich ja sowieso. Hier in Düsseldorf gibt es ein paar Künstler, die mit Paste-ups arbeiten, da kann ich Dir auch noch ein paar Tipps geben, wo man die üblicherwise findet. Von El Bocho sollte hier eigentlich auch noch ein Bild rein, hatte aber kein passendes Partnerbikd mehr zur Hand 🙂

      2. Hallo Viola, am nächsten Wochenende bin ich in Düsseldorf und möchte dort fotografieren. Eine Mail an dich ist auf dem Weg. Vielleicht klappt das mit der Karte ja????? Liebe Grüße. Jörg

        1. Gut, dass Du mir rechtzeitig Bescheid sagst (Die Email ist auch angekommen): Letztes Wochenende wurde hier gerade noch von 12 Künstlern eine neue, große Wand gemalt. Hab’s leider verschlafen und noch gar nicht anguckt, ist aber auch hier in Oberbilk. Ich mach Dir morgen ne Liste bzw. Karte fertig. Bis dann, Viola

          1. Vielen Dank, da freue ich mich drauf. Grüße, Jörg.

  4. Oh my. These artworks are fantastic your images of them make me want to experience the originals which I consider the goal of the art documentary photgrapher. Nice work 🙂

    1. Thank you, Geoff 🙂 That’s certainly one of the goals. It’s also about preserving the art as is often only temporary and some of the pictures, the first two for example, cannot be seen on the streets anymore as they are long gone. But thanks to photography, social network and other online platforms, these pieces of art can travel around the world and be seen by many which really is a great thing. I have also had the chance to meet many of the artists myself and talk to them about art which was/is an interesting experience for sure. We’ll have another Streetart festival in Düsseldorf later in summer and I’m already looking forward to it.

  5. schön, dass du dieses mal „außer konkurrenz“ mitgemacht hast, die serie ist dir in der zusammenstellung wieder einmal toll gelungen. bei dir wirkt die abfolge der bilder immer so logisch.

    an dein abc-projekt erinnere ich mich dunkel, aber ich schau nochmal rein 🙂

    1. Hat halt gerade gut gepasst, weil ich die Bilder von der Ausstellung eh noch zeigen wollte. Die mussten natürlich vorne stehen, der restliche Reihenfolge hat sich dann halt so ergeben. Ich guck meist nur so nach Farben und ggf. auch verbindenden Strukturen/Elementen, ist ein bisschen wie puzzlen 🙂

      1. Das ist wohl deine naturwissenschaftliche Ader (die mir gänzlich fehlt)

  6. Sehr schöne Zusammenstellung und Ansammlung feiner Kunstwerke… Gut das Du Dich entschieden hast die Bilder zu zeigen… Wirkt tatsächlich so als wären das alles Aufnahmen die an einem Tag und demselben Ort entstanden sind 😉

    1. Freut mich, dass sie Dir gefallen, Markus. Das wirkt vielleicht so, weil ich sie zeitnah (in den letzten 6 Wochen) bearbeitet habe und es innerhalb eines Beitrags ja auch harmonisch zugehen soll 🙂

      Sie sind ja noch nicht mal alle mit der gleichen Kamera geknipst und die ältesten Bilder (1 & 2) noch jpeg statt raw. Bild Nr. 2 habe ich in anderer Bearbeitung sogar schon einmal hier im Blog veröffentlicht, als ich den Künstler (L. E. T.) zum ersten Mal vorgestellt habe. Ach ja, wie die Zeit vergeht.

  7. You have captured some delightful artwork. As a collage of images they become alive and tell a story of urban life. Very nice.

    1. Thank you, Otto. One thing that I like most about blogging is that allows me to present pictures in series and also in a kind of collage format so that they can ‚interact‘ with each other. Sometimes it takes time to get there, other times it’s really easy. This is a very special series for me because 5 of the paintings can be found very close to where I live and also because the second pictures, showing the little boy with the hood, was actually one of the first pieces of streetart I photographed. In a way, it started it all and let me into a new world 🙂

      1. That is the beauty of photography and creating photo essay – and not the least photographing your own environment. Again, the collage really works well as a whole.

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