Only the lonely

Den ganzen Nachmittag versuche ich nun schon, einen neuen Beitrag vorzubereiten und obwohl ich von einem Spaziergang gestern jede Menge neues Bildmaterial mitgebracht habe, komme ich nicht wirklich voran, weil ich mich einfach nicht zwischen 2 Versionen ein und desselben Motivs entscheiden kann. Immer wieder schaue ich mir die Bilder an, zoome hinein und hinaus, doch immer wenn ich glaube, jetzt endlich das richtige Bild gefunden zu haben, fange ich an zu zweifeln, ob das andere nicht vielleicht doch besser wäre. Gleichzeitig macht mich das  sonnige, warme Wetter schläfrig und auch wenn ich in etwa eine Idee davon habe, was ich zu diesem bestimmten Bild schreiben könnte, scheinen es doch einfach viel zu viele Worte zu sein, zumindest für heute. Währenddessen läuft die Zeit einfach weiter, Stunde um Stunde rennt mir ein weiterer Tag sprichwörtlich davon, unaufhaltsam, unwiederbringlich. Um nicht wieder mal so ganz ohne etwas Greifbares dazustehen, wählte ich schließlich einfach ein anderes Bild vom gestrigen Tag, das allererste Motiv, das sich mir gestern im wahrsten Sinne des Wortes vor die Füsse geworfen hat, mich auf meinem Weg innehalten und niederknien ließ. Eine verlorene Schönheit in rot.

Rote Blüte auf grauem Steinuntergrund

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18 Replies to “Only the lonely”

  1. Ganz tolles Foto !!!

    1. Vielen dank, Mathilda 🙂

  2. Sehr schön, plastisch, klar, und scharf.
    Zu deinem Auswahlproblem: Ich hätte wahrscheinlich eines gezeigt, die Situation geschildert und drauf gehofft, das ein interessierter Kommentarschreiber nach der anderen Variante fragt. Dann darf man die ja in die Kommentare „nachposten“.
    Jetzt interessieren mich natürlich deine ursprünglichen BEIDEN Bilder. Wie siehts aus?

    1. Freut mich, dass es Dir gefällt, Jörg. Mit dem kleinen Helios-Objektiv ist das Fokussieren auf so kurze Distanz echt knifflig, eigentlich wäre für so ein Motiv das Makro die bessere Wahl gewesen, aber ich wollte ja endlich mal wieder die alte Linse testen.

      Was das andere Auswahlproblem betrifft, geht es wirklich um Kleinigkeiten, sprich Millimeterunterschied im Fokusbereich, ich bin da halt einfach pingelig, muss aber im Grunde nur entscheiden, was mir persönlich in dem Bild wichtiger ist. Theoretisch könnte man auch mit Hilfe von Photoshop eine Komposition aus beiden Aufnahmen erstellen, aber das ist mir dann doch zu doof. Hab gerade noch mal kurz drauf geschaut und bin mir so gut wie sicher. Haha. Lustigerweise war mir gar nicht bewusst, dass man bei WordPress auch in Kommentare Bilder einfügen kann, bis ich es neulich mal bei Dir im Blog gesehen habe 🙂

  3. ich würde gern wissen, wovor du gesessen bist und was nicht perfekt genug war um online zu kommen. vielleicht erreicht es uns ja eines tages noch?
    das bild mag ich auch sehr. deine minimalistischen entdeckungen!

    1. Keine Sorge, das Bild zeige ich auf jeden Fall in den nächsten Tagen, muss mich nur noch entscheiden und ein bisschen zeit zum schreiben finden. Es geht da wirklich nur um Millimeter, du weisst ja, ich bin kleinlich. Vom Motiv her ist es nichts wirklich Neues, eine weitere federleichte Spielerei.

      1. das macht mich neugierig, ich freu mich schon! und ja, ich weiß. du hast recht hohe ansprüche an dich selbst, wie gut das für dich ist musst aber natürlich du entscheiden 🙂

  4. Sehr schön, und der Text schildert nur zu Bekanntes. Manchmal baue ich in der Situation beide Bilder in den Post ein – es lebe die Variation! …um mich dann vielleicht im letzten Moment doch noch gegen das eine der beiden zu entscheiden.

    Aber irgendwie hilft mir das, die Blockade zu überwinden.

    Andererseits: Warum, wenn dann doch so schöne Posts herauskommen?

    1. Ja genau, Tobias, so mache ich das normalerweise auch, beide Bilder rein und dann entscheiden. Dieses Mal habe ich sie aber nur auf dem Monitor nebeneinander gelegt und am ende kam eben auch noch erschwerend hinzu, dass ich die Gedanke, die das Bild begleiten sollten, gestern einfach nicht so richtig ordnen konnte. Ich probiere es in ein paar Tagen einfach noch einmal. Und glücklicherweise hatte ich ja noch anderes, leichter aufzubereitendes Material zur Hand 🙂

      1. Hast Du das Gefühl, dass immer ein Text dazugehört?

        1. Für mich schon. Ist die Macht der Gewohntheit. Ich habe angefangen zu bloggen, um Sachen aus meinem Kopf heraus zu schreiben. Die Fotografie kam irgendwann dazu, als zusätzliches Ausdrucksmittel. Ich mag die Kombination aus Wort und Bild, wenn alles irgendwie zusammenpasst. Das geht in einem Blog halt am besten und es mir persönlich am liebsten. Für’s Teilen von Bildern ohne viel Text nutze ich Flickr oder halt auch Facebook.

  5. Poesie in Bild statt in Worten…. Zauberhaft gut!

    1. Muss bzw. darf auch mal sein. Ich habe gerade ein wenig Wortfindungsschwierigkeiten, daher auch die größeren Abstände zwischen den Beiträgen. Und obwohl ich noch immer etwas zögerlich bin, Bilder ohne oder auch nur mit wenig Worten in den Ether zu schicken, ist es immer noch besser als nichts. Freut mich, dass es Dir gefällt, Markus!

  6. Ich kenne das nur zu gut! Paris treibt mich – in den Wahnsinn. So viele Bilder und Motive. Welches ist das Beste? Ich denke, man sollte einfach mehr auf seinen Instinkt hören. Dann trifft man auch die richtige Wahl – so wie du!
    LG Katja
    https://weltimsucher.wordpress.com/

    1. Oh ja, Paris, da gibt es in der Tat so vieles zu entdecken. Ich war seit ein paar Jahren nicht mehr dort und meine alten Bilder sind leider alle verloren gegangen, vermutlich wüsste ich heutzutage gar nicht so recht, womit ich anfangen sollte. Letztendlich ist – aber wie Du schon sagst, Katja – die Entscheidung aus dem Bauch heraus am besten, weil die Bilder zumindest für einen selbsts dann auch wirklich etwas bedeuten und besondere Momente festhalten.

      Ganz liebe Grüße zurück und noch viel Spass beim Bilderfinden,
      Viola

  7. Manche Bilder wollen Zeit… Und die sollte man ihnen geben….
    deine verlorene rote Schönheit ist dir aber auf jeden Fall gelungen…

    1. Vielen Dank, Jürgen 🙂 Ich hab’s noch ein bisschen ruhen lassen und dann einfach die Version auf die Welt losgelassen, die mir in diesem Augenblick am ehesten zusagte. Man muss sich ja nicht immer in Kleinigkeiten verlieren.

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