Whispering in the wind

Es ist schon spät, viel zu spät eigentlich, um jetzt noch mit Worten zu hantieren, aber in der Küche rumpelt noch immer die Waschmaschine vor sich hin und eröffnet mir so auf gewisse Weise ein kleines Zeitfenster. Obwohl sich die Welt dort draußen bereits in ihr nächtliches Gewand gehüllt hat, dringt die seit etwa 2 Tagen über der Stadt liegende Hitze noch immer durch die geöffneten Fenster, verlangsamt meine Gedanken und lässt mich dennoch nicht wirklich zur Ruhe kommen. Ich höre das Wirbeln der Wäschetrommel und hänge trotzdem irgendwie fest, ringe nach Worten, um etwas zu beschreiben, das in letzter Zeit wie ein kleines Gespenst immer wieder durch meinen Kopf huscht. Es ist keine neue Idee, sondern etwas, dass ich in den letzten Monaten und Jahren immer mal wieder ausgesprochen habe, manchmal aus Spass, manchmal aus Wut und ab und zu vielleicht auch aus Verzweiflung. Ich kann es eigentlich auch gar nicht so wirklich erklären, doch es scheint beinahe so, als würde sich diese kleine Idee, die im Grunde vermutlich eine Sammlung verschiedener Gedanken ist, plötzlich an jeden verfügbaren Strohhalm festklammern und so ganz langsam zu einem richtigen Ziel heranwachsen. Das fühlt sich irgendwie komisch an für jemanden, der schon seit einer gefühlten Ewigkeit kein konkretes Ziel vor Augen hatte, macht mich aber auch neugierig. Ich hoffe nur, sie flattert mir dieses Mal nicht wieder so schnell davon, sondern wird zu etwas wirklich Greifbaren.

Zarte weiße Feder an Halm vor grünem Hintergrund

Teile diesen Beitrag:

10 Replies to “Whispering in the wind”

  1. ich bin überzeugt davon, dass ziele guttun. dass sie manchmal aber zeit, viel zeit brauchen um zu reifen und in angriff genommen zu werden und sich beginnen, wirklich richtig anzufühlen.

    1. Ja, ganz bestimmt. Keine Ziele zu haben fühlt sich auf jeden Fall immer sehr komisch an.

      1. du sagst es – mir gehts da grade genauso.

  2. Auch ich meine die Erfahrng gemacht zu haben, dass man manche Ideen besser in Ruhe reifen lässt … und ganz entspannt.

    1. Ich neige leider dazu, Ideen wieder beiseite zu schieben, aber dieses Mal scheint es etwas Ernsteres zu sein und ich habe beschlossen, die aktuellen Gedanken in den nächsten 6 Monaten nicht aus den Augen zu lassen 🙂

  3. Interessant ist doch, dass manche Gedanken durch den Sinn huschen, wieder verschwinden, wieder auftauchen, wieder wegdriften, aber einen doch nicht verlassen und irgendwann wieder da sind und zu etwas Größerem werden, einem Ziel, einer Idee, vielleicht auch nur einer konkreteren Ahnung. Sie kommen immer wieder, bis man soweit ist, dass man sie greifen kann … dafür braucht es in der Tat manchmal (sehr viel) Zeit, das kenne ich auch so.

    1. Es ist schon verrückt manchmal, aber solche kleinen ‚Übeltäter‘ besuchen einen immer wieder. Ich bin mal gespannt, wie es in dne nächsten Monaten weitergeht und ob ich tatsächlich schaffe, dran zu bleiben und tatsächliche konkrete Taten folgen zu lassen.

Wenn Du auch etwas dazu sagen möchtest...