While we were waiting

Inzwischen ist mein Urlaub schon wieder vorbei und ich sitze wie gewohnt zu später Stunde am Schreibtisch daheim, weil ich doch unbedingt mal wieder etwas posten will. Gleichzeitig denke ich daran, dass ich doch eigentlich viel lieber schon im Bett liegen würde, da ich gestern Nacht mal wieder vor lauter Flausen im Kopf nicht schlafen konnte. Da ich für den heutigen Beitrag wieder einmal relativ viele Bilder heraus gesucht habe, wird es aber vermutlich durchaus ok sein, wenn ich nicht noch einen Roman dazu schreibe und letztendlich gibt es auch gar nicht so viel zu erzählen. Die Aufnahmen sind eigentlich nur aus Langeweile entstanden, während der Zugfahrt in die Heimat, denn etwa 100 km vor dem Ziel, ging es aufgrund eines Unfalls auf den Gleisen erstmal nicht weiter. Damit wir bei der sommerlichen Hitze nicht vor uns hin brutzeln, wich unser Zug in südöstliche Richtung aus und machte auf unbestimmte Zeit Halt am Bahnhof Ludwigslust, wo die Passagiere aussteigen und sich die Beine vertreten, ein Zigarettchen rauchen und etwas trinken konnten. Ich weiss gar nicht mehr genau, wie lange wir dort standen, aber nach einer Weile beschloss ich, die Wartezeit zu nutzen, um mit der Kamera im Zug und auf dem Bahnsteig ein wenig auf die Jagd zu gehen. Da ich in meiner Fototasche im Prinzip nur meine DSLR mit dem Macro zur Verfügung hatte, sind es halt wieder einmal Detailaufnahmen geworden, ein paar Urlaubserinnerungen der anderen Art.

Leere Coca-Cola-Flasche in Sitznetz
Illustration eines Paares auf Zeitschriftseite
Rote Strandtasche mit weißem Blumen auf blauen Sitzen
Blaues Schild auf Verbindungstür
Grasbüschel wächst zwischen Steinfugen
Grasbüschel wächst in Fuge zwischen verschiedenfarbigen Steinen
Zigarettenstummel auf Steinboden
Crown Cap on the ground
Kleine Sektflasche und Glas auf Bahnsteig

Das allerletzte Bild dieser kleinen, improvisierten Serie entstand, als die anderen Fahrgäste bereits wieder mehr oder weniger hastig in den wartenden Zug einstiegen und nur wenige Sekunden später wurde schließlich auch auf dem Bahnsteig durchgesagt, dass die Strecke nun wieder freigegeben wäre und  unsere Reise in Richtung Meer nun endlich weitergehen könne. Mit gut 3 Stunden Verspätung, nach etwas mehr als 9 Stunden Reisezeit, war ich dann endlich zu hause und mein Urlaub konnte beginnen. Die meiste Zeit über blieb mein mitgebrachtes Fotoequipment allerdings ungenutzt in der Ecke liegen und das, obwohl ich eigentlich so viel vorhatte, aber vielleicht finde ich in den nächsten Tagen ja unter den Schnappschüssen aus dem Garten meiner Eltern noch ein paar hübsche Bilder.

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20 Replies to “While we were waiting”

  1. Wenn der Fotograf gut fotografisch sehen kann gibt es immer etwas zu fotografieren. Gut gemacht.
    robert
    PS: Urlaub ist immer Urlaub 🙂

    1. Vielen Dank, Robert 🙂 Normalerweise ist Urlaub ja immer auch gleichbedeutend mit mehr Zeit zum Fotografieren, aber dieses Mal waren Freunde, Familie, Hund und Meer einfach wichtiger.

  2. Die rote Tasche vor blauem Hintergrund gefällt mir sehr gut!! Das finde ich aber nett von der bahn

    1. Na, das freut mich sehr zu hören. Ich mag ja rot und blau eh total, sowohl einzeln also auch zusammen. Außerdem habe ich einen Paero mit ähnlichem rot-weißen Muster, den hatte ich allerdings dieses Mal leider zuhause vergessen.

  3. Dass sie den zug nicht eonfach stehen lässt

    1. Ja, ich fand es auch klasse. Habe von einem Freund, der in einem anderen Zug zur gleichen Zeit auf gleicher Strecke liegenblieb, gehört, dass andere nicht so viel Glück hatten und im auf den Gleisen stehenden Zug warten mussten. Das ist nicht nur für die Raucher hart.

  4. D’aww … the drawing on the yellow page 🙂
    Sadly all these vacations come to an end … I guess they wouldn’t be vacations if they did not 🙂

    1. Hehe, the drawing made me smile too 🙂 At least I could take this 1 week of vacation at home this year. Last summer, I could only go for a long weekend and the year before, I had to work a couple of days in between. So, it really was a vacation this time, just family, friends and Felix, the dog.

      1. Ahhh … vacations are nice. Apart from this recent spontaneous trip to Japan (which was just mind-blowing really) all I seem to get are snatched weekends here and there…

  5. Sehr schöne Geschichte – in Bild und Text. Was hätte ich in den Bildern gesehen, hätte ich den Text nicht gelesen? Das nächste Mal werde ich es ausprobieren. (Versprochen.)

    1. Dankeschön, Tobias 🙂 Ehrlich gesagt freut es mich, dass Du nicht nur zum Bilder gucken vorbeikommst, sondern auch den Text dazu liest. Allerdings würdediese Serie wohl auch ohne Text eine kleine Geschichte erzählen, obwohl ich sie dafür vielleicht noch ein wenig anders sortieren würde. Und die 2 Grasbüschel hätte ich dann vermutlich auch separat gezeigt. Aber so ist’s auch gut und nur der einsame, rote Gummibär wurde auf einen späteren Auftritt vertröstet 🙂

  6. Wundervolle Bilder, genau mein Ding. Ich liebe diese Art der Fotografie. Und ich liebe Deine intensiven Farben 😉

    1. Das freut mich, Markus 🙂 Ich mag solche Details inzwischen einfach total gerne, zumal man sowas wirklich überall knipsen kann, und kräftige Farben liebe ich ja sowieso. Mich Überrascht ja manchmal schon, was mit den Analog-Presets (Kodak Ektar 100 in diesem Fall) immer für Ergebnisse rauskommen, denn wenn ich direkt auf Film fotografiere, werden die Farben eigentlich nie so intensiv.

  7. Sehr tolle Bilder!!! 😉 Ich liebe diese Reduziertheit und diese eingefangen scheinbaren Nebensächlichkeiten. Klasse gesehen!!

    1. Dankeschön! Freut mich, dass Dir der im und um den Zug eingesammelte Kleinkram auch so gut gefällt 🙂

  8. 9 stunden? wow. ich denke mir bei solchen inlandsreisen immer: wo hätte ich innerhalb dieser zeit überall hinkommen können! die serie finde ich wie immer bei dir wunderbar!

    1. Dankeschön 🙂 3 Stunden unfreiwillige Reiseverlängerung hatte ich auch schon lange nicht mehr und das dann auch noch so kurz vorm Ziel, da freut man sich, wenn man nicht noch irgendwo umsteiegen muss. Ich weiss noch, wie ich früher immer dachte ‚Ich will nicht nach Amerika, das ist mir viel zu weit.‘ Doch dann waren wir mal 13 Stunden mit dem Zug unterwegs zu einer Konferenz nach Bratislava. In der Zeit ist man schon fast zweimal in New York. Oh, und natürlich nich zu vergessen, die letzte Klassenfahrt 1996, dank Buspanne waren wir nach Spanien etwa 23 Stunden unterwegs und ich mit den Nerven völlig am Ende.

      1. O.o mir haben die regulären 18 Busstunden nach Cannes mit der Schule gereicht… Das sind ja Geschichten die du da erlebt hast. Wobei, das schlimmste waren die 12 Stunden Autofahrt Toskana – wien mit Unwetter und vielen unfallbedingten Staus…brr!

  9. So wurde die Wartezeit also gut genutzt.

    Schöne Bilderserie einer Wartezeit…
    Ich mag die Details sehr.

    1. Danke, Jügen! Das freut mich sehr, zu hören 🙂

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