Still life with quince

Es ist mal wieder soweit gekommen. Eigentlich kann ich es wirklich überhaupt nicht leiden und versuche mich möglichst darum zu drücken, doch ab und zu lässt es sich dann doch nicht komplett vermeiden: Mobiles bloggen auf dem iPad. Schon beim Gedanken daran verkrampft sich mein Zeigefinger und ich fange an abzuwägen, ob das mit der Schreiberei fürs Internet nicht vielleicht doch noch bis nach dem Urlaub warten kann. Dann könnte ich auch die Bilder noch ganz in Ruhe mit Lightroom zuhause am Mac bearbeiten, anstatt sie von einer App zur nächsten zu schicken, weil sich meine supermoderne Kamera schlichtweg weigert mit meinem Smartphone zu reden. Ja, es ist manchmal kompliziert, aber ich hatte dann doch irgendwie Lust, noch schnell ein paar ganz frische Bilder vom heutigen Tag zu zeigen.

Ich bin zur Zeit wieder mal in der Heimat unterwegs und habe mir für diesen Besuch vorgenommen, nun endlich mal ein paar Filme mit der Hasselblad voll zu knipsen, damit ich noch ein bisschen mehr Übung bekomme und meinen Farbentwickler rechtzeitig aufbrauchen kann. Da ich trotzdem nicht ganz ohne digitales Backup verreisen wollte, habe ich ausserdem noch die kleine Fuji X100t eingepackt, schliesslich wollte ich ihr ja auch noch eine weitere Chance geben und herausfinden, ob wir zwei doch noch miteinander klar kommen. Nachdem ich neulich mit ihr ein bisschen im Garten unterwegs war und wieder einmal festgestellt habe, dass meine üblichen Motive sich nicht so ganz zu meiner Zufriedenheit erfassen lassen, habe ich mich gefragt, ob ich stattdessen nicht einfach mal was ganz anderes mit ihr fotografieren könnte. Im Gegensatz zu meiner DSLR kann ich mit der Fuji kamerainterne digitale Doppelbelichtungen machen, da diese etwas anders funktionieren als mit einer analogen Kamera, muss ich schon ein bisschen mehr überlegen und Bilder bewusster komponieren. Bei meinen Eltern stehen mir ja immer recht viele verschiedene Materialien und Orte zur Verfügung, ausserdem ist gerade Erntezeit und die Nachbarn bringen jede Menge Obst vorbei, aus denen meine Mutter Säfte und Marmelade macht, also dachte ich mir, ich probiere es mal mit ein paar fruchtigen Stillleben. Mein erstes und bisher noch einziges Modell war ein Quitte, mit der ich zunächst einmal die monochrome Variante ausprobiert habe, weil das die Bearbeitung unterwegs ein bisschen einfacher macht. Für die Experimente in Farbe, die mir eigentlich auch ganz gut gefallen, nehme ich mir dann doch lieber etwas mehr Zeit, wenn ich wieder zuhause bin.

Doppelbelichtung einer Quitte
Doppelbelichtung einer Quitte

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8 Replies to “Still life with quince”

  1. Also, die Bilder gefallen mir schon mal sehr gut, die Ausarbeitung erinnert mich an irgendetwas, ich weiß aber nicht genau an was. Sehr ungewöhnlich. Ich könnte mir vorstellen noch ein drittes dazuzunehmen und es dann als kleine Reihe auszudrucken und an die Wand zu hängen. Vielleicht unterschiedlich (dezent) eingefärbt?
    Du wunderst dich das deine Hasselblad nicht mit dem Smartphone redet? Klebe doch das Phone hinten dran, dann wird es gehen und du bist wieder modern unterwegs. 😉
    Die X100T gefällt mir sehr gut, habe ich leider nicht. Hatte mal die X100, der Sensor wurde mir irgendwann zu klein da ich alles quadratisch mache. Die Mischung aus Retrokamera mit gutem 35mm finde ich aber optimal. Könnte mir vorstellen auch längere Reisen damit zu bestreiten. Makro ist natürlich schlecht, kann mir gut vorstellen das dir das fehlt.
    Liebe Grüße aus Hessen ans Meer. Schön das du dich überwunden hast.

    1. Freut mich, dass Dir die Bilder gefallen, Jörg. Ich bin echt zufrieden mit den Ergebnissen und denke, dass sich mit dem Ansatz wohl was machen lässt. Für mich sehen die Bilder eher aus wie Zeichnungen, das gefällt mir echt gut, weil es eher wie malen mit der Kamera ist. Ich hätte sogar noch ein drittes Bild dazu, sie verschieden einzufärben ist allerdings nicht so mein Stil. Eigentlich wollte ich farblich auch ganichts verändert und hab extra gleich in shcwarz/ weiss fotografiert, aber beim rumspielen in VSCOcam fand ich die cremefarbige Variante dann doch ganz nett.
      Die Hasselblad und das iPhone haben letztes Jahr schon mal als Team zusammengearbeitet, da ich damals noch keinen Belichtungsmesser hatte, jetzt gucken sich die zwei aber nicht mehr an 😉 Dafür kann das iPhone mit dem passenden Anhang zur Not auch als Makroersatz einspringen. Die Fuji hat zwar auch einen Makromodus, aber auch der hat eine Grenze. Die eierlegende Wollmilchsau gibt es eben nicht, jede Kamera hat halt ihre Grenzen und auch ihre Möglichkeiten, das ist ja eigentlich auch ganz spannend 🙂
      Ganz liebe Grüsse zurück,
      Viola

  2. sehr spannend und definitiv sehr künstlerisch geworden, deine frucht-experimente. schön, dass du nicht gewartet hast mit dem posten und sie dann vielleicht doch noch ein weilchen auf der festplatte schlummern würden 😉

    1. Dankeschön 🙂 Bin auch ganz zufrieden mit den ersten Testaufnahmen und freu mich ehrlich gesagt auch immer ein bisschen, wenn ein Foto nicht so ganz wie ein Foto aussieht ohne dass man in Photoshop nachhelfen muss. Bin mal gespannt, was Du bzw. ihr zu den später kommenden Farbaufnahmen sagt und vielleicht probiere ich die Tage auch noch ein bisschen rum 🙂

      1. ohhh du machst mich sehr neugierig 🙂

  3. Oh, are you and your Fuji having relationship issues? 😉

    1. Yes, indeed. It’s not easy. All of my friends are telling me to give her another chance but I’m not sure if we really have a future together. Especially as I’m still going out with others all the time. It’s not fair to her, I know.

      1. But then there are those times when you’re out together and she’s so altogether stylish and doing the things that only she can do and you find yourself reassessing the relationship 🙂

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