Embracing the unexpected

So, nun ist er also gekommen, der Tag der großen Enthüllungen und auch wenn ich schon eine zeit lang wusste, dass es irgendwann soweit sein wird und ich diesen Beitrag auf jeden Fall schreiben wollte, habe ich trotzdem keine Ahnung, wie ich nun anfangen soll. Falle ich gleich mit der Tür ins Haus und schreie die Neuigkeiten laut heraus oder pirsche ich mich langsam an die ganze Sache heran, lasse die Spannung noch ein klein wenig steigen, um dann den roten Vorhang einfach ganz schnell weg zu reißen? Vielleicht wird es am Ende ein bißchen was von beidem. Ach, ich fange einfach mal an.

Wie ihr vermutlich mitbekommen habt, ging es dieses Jahr in meinem Kopf und auch ein bisschen in meinem Leben oft drunter und drüber. Darüber konnte ich nicht wirklich immer schreiben, weil bestimmte Themen hier einfach Tabu sind und ich auch nicht so gerne über Dinge rede, wenn ich noch nicht weiß, ob sie tatsächlich ernst zu nehmen sind und Bestand haben werden. Ich habe ganz sicher ein paar Mal von lauter Ideen erzählt, die in meinem Kopf ständig hin und her purzeln, ohne jemals wirklich Gestalt anzunehmen, weil ich irgendwie doch nie bereit dazu war, ihnen ausreichend Zeit und Raum zu geben. Ursprünglich ging es mir dabei eigentlich nur darum, endlich mal eine neue Website zu basteln, die eine etwas geordnetere Struktur hat als dieser Blog hier, ohne die Einschränkungen im Layout, die ich mir im Laufe der Jahre selbst auferlegt habe. Und natürlich wollte ich auch endlich mal wenigstens eins meiner vielen Fotobuchprojekte in Angriff nehmen, um zumindest einem Teil meiner Bilder eine physische Gestalt geben und sie in meinen Händen halten zu können. Doch trotz all dieser Ideen hatte ich im Laufe des letzten Jahres immer öfter Schwierigkeiten, Abends nach der Arbeit noch genügend Worte für den Blog zu finden, manchmal wollten sich die Gedanken auch einfach nicht mehr ordnen lassen, ich verfiel nach und nach wieder in ein paar alte Gewohnheiten und blieb öfter zuhause anstatt mit der Kamera die Welt zu entdecken. Natürlich könnte ich das alles jetzt auf die Arbeit schieben, auf die neue Stelle, auf die ich vor etwas mehr als einem Jahr versetzt wurde, aber das wäre vermutlich nicht ganz richtig und nur ein Teil im gesamten Puzzle. Im Grunde weiß ich auch gar nicht mehr so genau, warum letztendlich alles so gekommen ist, doch irgendwann in diesem Sommer hat auf einmal etwas ‚Klick‘ in mir gemacht und zum allerersten Mal in meinem Leben hatte ich das Gefühl, endlich zu wissen, was ich wirklich machen will. Nicht, was ich machen kann, aufgrund meiner Ausbildung, Fähigkeiten und Erfahrungen, und auch nicht, was ich vielleicht machen sollte, weil es andere von mir erwarten und man es eben so macht, sondern einfach nur das, was mir Freude bereitet, mich immer wieder aufs neue überrascht und mir seit ein paar Jahren dabei hilft, Schritt für Schritt vorwärts zu gehen und nicht zurück.

An Kaimauer wachsender kleiner Baum mit gelben Blättern

Ganz konkret bedeutet das: ich habe den Job, den ich nun fast 9 Jahre lang gemacht habe, gekündigt, um mir so etwas wie eine kreative Auszeit zu nehmen und mich in den nächsten 1-2 Jahren mit der Fotografie und dem Schreiben zu beschäftigen, ein bisschen zu reisen und mich beruflich wieder neu zu orientieren. Es gibt einfach so viele Dinge, die ich unheimlich gerne ganz in Ruhe mal ausprobieren möchte, so viele Ideen, die sich schon viel zu lange verstecken mussten und nun endlich einmal herausgelassen werden wollen. Natürlich klingt das im ersten Moment etwas komisch, aus vielerlei Gründen, aber ich habe einige Monate sehr genau darüber nachgedacht, Information gesammelt, alles mehrfach durchgerechnet und dann doch recht schnell gemerkt, dass es mir überhaupt keine Angst macht und ich diesen Weg tatsächlich gehen will. Vielleicht nicht für immer, aber zumindest für eine Weile. Es ist schon fast ein wenig verrückt, weil ich bis vor kurzem nicht einmal in Erwägung gezogen habe, jemals nur für mich selbst zu arbeiten und es jetzt eigentlich kaum erwarten kann, endlich los zu legen. Bei der Gelegenheit möchte ich mich gerne noch bei all denjenigen von euch bedanken, für die diese Ankündigung keine Überraschung mehr ist, weil sie sich in den vergangenen Monaten all meine diversen Ideen, Pläne und auch Nörgeleien anhören mussten. Eure Geduld und Unterstützung bedeuten mir wirklich sehr viel, ich danke euch dafür von ganzem Herzen.

Was all diese Veränderungen für den Fortbestand von Ola’s Welt bedeuten, weiß ich eigentlich noch gar nicht so genau. Ursprünglich hatte ich ja in Betracht gezogen, eventuell zeitgleich mit dem 5. Jahrestag im Januar 2016 und/oder mit dem 600. Beitrag einfach Schluss zu machen und woanders noch einmal neu anzufangen. Inzwischen habe ich meine Meinung aber wieder geändert und beschlossen, hier auf jeden Fall noch eine Weile weiter zu schreiben, immerhin gibt es ja gerade in den nächsten Wochen ganz bestimmt noch ein paar interessante Dinge zu berichten, von meinen ersten Schritten in ein großes, neues Abenteuer. Mal davon abgesehen, muss die neue Website ohnehin auch erst noch fertig gebastelt werden, bis zum Jahresende sieht man dort nämlich vorerst nur der Wartungsbildschirm. Ich muss offiziell noch bis Ende November arbeiten, war an den vergangenen Wochenenden aber nicht ganz untätig und habe für mein altbewährtes Pseudonym daviocious, das gleichzeitig auch der Name des neuen Portfolios und Blogs sein wird, schon mal ein paar nigelnagelneue Social Media Kanäle angelegt, die ich auch jetzt schon versuche ein bisschen mit Leben zu füllen und zwar so, dass nicht überall einfach nur der gleiche Inhalt zu sehen sein wird. Auf Instagram findet ihr Detailaufnahmen, die ich im Alltag mit meinem iPhone einsammle, konsequent im quadratischen Format und idealerweise nicht mehr als ein Bild pro Tag. Auf Twitter teile ich aktuell ein paar wilde Gedanken und Dinge, die ich interessant, schön oder auch einfach nur witzig finde. Auf Tumblr habe ich meine Idee, die Kronkorken der Stadt in Bildern zu sammeln, nun tatsächlich umgesetzt. Natürlich gibt es auch entsprechende Seiten auf Facebook und Google+, dort werden sich vermutlich durchaus mal Inhalte wiederholen und sie werden vielleicht nicht ganz so oft gefüttert wie die anderen, aber schauen wir einfach mal. Aktuell denke ich, dort werden neben den Links zu zukünftigen Blogbeiträgen und Neuigkeiten vermutlich doch auch ein paar Fotos zu sehen sein, sowohl alte als auch neue. Außerdem teile ich wie gehabt die meisten meiner Fotos auf Flickr. Oh ja, bevor ihr euch wundert: die neuen Seiten und Profile betreibe ich konsequent auf Englisch, das musste dieses Mal einfach sein. Wenn alles so klappt, wie ich es mir vorstelle, wird die neue Website und der dort lebende Blog jedoch sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch verfügbar sein. Wir werden sehen, was daraus wird.

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10 Replies to “Embracing the unexpected”

  1. ich finde es so toll und ich bin super gespannt und drücke dir alle daumen. toll, dass du den schritt wagst, es wird bestimmt eine unglaublich aufregende Zeit!

    1. Vielen Dank 🙂 Ich bin auch total gespannt und freue mich sehr darauf. Muss zwar noch schauen, wieviel Reisebudget ich mir gönne, aber ein paar Tage Wien im nächsten Jahr sind ganz bestimmt drin.

      1. Das gefällt mir ganz besonders <3

  2. Hallo Viola,
    ein sehr spannender Schritt in eine spannende Zukunft. Ich kann dich gut verstehen und wünsche dir dafür alles was du dir davon erhoffst. Manchmal muss man einfach Risiken eingehen, und wenn man etwas näher darüber nachdenkt, kann man ja auch gar nicht so tief fallen. Die Möglichkeiten der eigenen Entwicklung machen es aber in jedem Falle rentabel. Futter für die Seele, nicht für die Bequemlichkeit. Ich selbst denke schon länger darüber nach mal ein halbes Jahr oder Jahr Pause zu machen vom Job, um Zeit zu haben anderes zu probieren. Aber… weiß da noch nicht so genau was es denn sein soll und fürchte in diesem bequemen Alltäglichkeiten zu versumpfen. Mir fehlt der Klick. Ich freue mich für dich, das du ihn gehört und gepürt hast. 🙂 🙂 🙂
    Schön wäre es mehr von dir in den nächsten Monaten zu hören, vielleicht kannst du mir ja Motivation sein.

    Vielleicht noch zur Info: Auf diesen Post habe ich natürlich nach den vagen Infos im letzten lange gewartet, er hat mich nicht erreicht. Erst nach dem Hinwei im aktuellen Post habe ich mir nochmal deine Webseite angeschaut. Da ist mit der Veröffentlichung vielleicht irgendetwas schief gelaufen? Vielleicht deswegen die wenigen Likes und Kommentare?
    Mir ist das auch schonmal passiert, ich wollte posten, habe es dann aufgeschoben und letztendlich ist der Beitrag mit einem falschen Datum in der Vergangenheit rausgegangen…..

    1. Ja, es gab tatsächlich ein paar technische Probleme beim Posten. Ich habe bereits am Montag den größten Teil des Textes geschrieben und beim Veröffentlichen nicht gemerkt, dass WordPress nicht das Datum von Mittwoch, sondern das von Montag verwendet hat. Da ich mir zu Konrtollzwecken selber folge, ist es mir überhaupt erst aufgefallen, da der Beitrag nicht im Reader zu sehen war. Ich habe das Datum dann korrigiert und den Beitrag aktualisiert, dann sah es im Reader gut aus und per Email ist es auch rausgegangen, hat mir zumindest ein Freund am nächsten Tag bestätigt. Ist halt schon etwas ärgerlich, aber man kann es halt nicht ändern und wenn man Sachen über’s Internet teilt, weiss man ohnehin nie, wer es nun gesehen hat und wer nicht. Letztendlich ist aber alles da und wenn jemand neugierig bzw. interessiert ist, lässt es sich auch leicht nachschauen. Die anderen merken es schon noch früh genug 🙂 Wobei ich auch glaube, dass viele eh nur Bilder gucken und die Texte vermutlich garnicht lesen, aber auch das lässt sich schlecht prüfen.

      Ich bin auf jeden Fall schon sehr gespannt auf dieses neue Abenteuer und wenn ich Dich ein bisschen motivieren kann, freu ich mich natürlich. Vielleicht macht es dann auch irgendwann bei Dir laut genug *klick*. Ich muss jetzt noch knapp 2 Wochen arbeiten, dann geht es so richtig los. So kurz vor Weihnachten wird das schon ne Herausforderung, aber es macht mir ja auch Spass, sonst hätte ich den Schritt wohl nicht gewagt 🙂

      Liebe Grüße,
      Viola

      1. Noch eine Woche.
        Mich würde ja schon interessieren, was du jetzt machen willst, vielleicht auch was du gerade eben noch eine Woche machst. Vielleicht ist das auch zu privat, sonst hättest du es mitgeteilt? Per Mail?

        1. Nö, wirklich privat ist das alles nicht. Was ich während meiner Auszeit so machen will, habe ich ja prinzipiell im Text geschrieben. Ganz konkret geht es im Dezember erstmal los mit ein paar bürokratischen Sachen (Finanzamt, Gewerbeamt, etc.), die meiste Zeit werde ich aber wohl an der neuen Website basteln, damit diese wie geplant am 1. Januar freigeschaltet werden kann. Das ist erstmal das Wichtigste, mit den weiteren Schritten beschäftige ich mich dann im neuen Jahr. Die letzten Tage in meinem aktuellen Job verbringe ich eigentlich genau wie vorher am PC im Büro und schreibe meinen letzten Bericht zu Ende. Es geht um Gummi, genauer gesagt eine bestimmte Sorte von Gummi. Produktion, Verbrauch, Handel, weltweit. Ich bin ja promovierte Chemikerin und habe die letzten 9 Jahre Unternehmensberatung im Bereich der Erdölchemische Industrie gemacht, um es mal ganz vereinfacht zu sagen. Davor halt Forschung an der Uni und demnächst eben mal was ganz anderes 🙂

  3. […] in meinem Leben geben wird: Blättere doch einfach mal etwa eine Woche zurück, der Beitrag Embracing the Unexpected sollte die Antwort liefern. Natürlich könnt ihr auch einfach noch ein bisschen länger warten, […]

  4. Das finde ich großartig! Was für ein Abenteuer! Es ist das Schönste, wenn man sich wirklich dem widmen kann, was einen glücklich macht und erfüllt. Ein Luxus, der für jeden greifbar sein sollte. Ich wünsche dir alles, alles Gute und bin mir sicher, dass du alles ganz toll meistern wirst! Wer weiß, was sich für neue Wege auftun werden? Es ist alles möglich. Ich hab schon überall bei dir gestöbert und kann nur sagen: Toll!! Ich bin sehr gespannt, wie es weiter gehen wird 😀

    1. Vielen Dank, Anette! Das bedeutet mir wirklich sehr viel 🙂 Manchmal kann ich es noch garnicht so richtig glauben, dass ich diesen Schritt jetzt tatsächlich gemacht habe, aber ich freue mich unheimlich auf das, was die nächsten Monate so bringen werden. Und bin manchmal echt ein bisschen überwältigt davon, wie sehr mich so viele Menschen, die ich kenne, in meiner Entscheidung bestärken und unterstützen. Danke auch für’s vorbeischauen auf meinen anderen Seiten, die sich nun so langsam mit Leben füllen 🙂
      Ganz liebe Grüße,
      Viola

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