Close to you

Ich glaube, ich kann mich gar nicht mehr daran erinnern, wann ich mich zum letzten Mal spät abends noch mit relativ viel Elan an den Computer gesetzt habe, weil ich plötzlich irgendwie total große Lust dazu hatte, noch schnell ein paar ganz frische Bilder zu bearbeiten und auch gleich noch zu teilen. Vermutlich ist es wirklich schon sehr lange her, zumal ich in den vergangenen Wochen oder sogar Monaten ohnehin sehr wenig fotografiert habe, und eigentlich überrascht es mich gerade selbst ein wenig, denn ich war  heute Nachmittag schon so müde, dass ich mich am liebsten noch viel früher als sonst wieder ins Bett verkrümeln wollte. Aber man kann so ein komplett neues Leben ja nicht gleich mit alten Gewohnheiten anfangen und auch wenn nicht gleich alles sofort erledigt werden muss, sollte es zumindest in kleinen Schritten in die richtige Richtung gehen. Nachdem ich den Großteil des Tages heute an Telefon und Computer verbracht habe und irgendwie doch nicht wirklich alles so klappen wollte, wie ich es gerne gehabt hätte, schaute ich irgendwann am Bildschirm vorbei aus dem Fenster und entdeckte, dass zwischen den grauen Regenwolken plötzlich ein paar Stücke blauer Himmel hervor schauten. Da es noch immer recht hell draußen war, beschloss ich, mir die Kamera zu schnappen und eine Runde durchs Viertel zu laufen, um ein paar neue Bilder zu machen. Die Straßen waren erstaunlich leer und überraschend ruhig, da habe ich mich gleich viel weniger beobachtet gefühlt, als ich wieder irgendwelche Kleinigkeiten auf dem Boden fotografiert habe. Die meisten Bilder von heute sind zwar für meine Kronkorkensammlung auf Tumblr gedacht, aber so ein paar kleine Extras am Wegesrand habe ich nebenbei trotzdem noch entdeckt. Als ich dann schon fast wieder zuhause war, fiel mir auf, dass so eine Fototour am Nachmittag, mitten in der Woche, jetzt wohl keine Seltenheit mehr sein wird, sondern fester Bestandteil meiner Arbeit. Das war schon ein ziemlich tolles Gefühl.

Kleine Gruppe brauner Pilze auf Rindenmulch

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4 Replies to “Close to you”

  1. Kann ich gut nachvollziehen. Ich habe vor einigen Jahren meine Arbeitszeit auf eine jetzt 4 Tage-Woche reduziert und genieße die zusätzlichen Möglichkeiten ungemein. Man muß nur aufpassen, das man sich nicht in einen Trott hineinziehen läßt, der irgendwann ungesund wird und dann nichts mehr mit den zusätzlichen Freiheiten zu tun hat.
    Liebe Grüße.

    1. Eine 4-Tage-Woche ist natürlich auch nicht schlecht. Ich denke mal, es wird vermutlich noch ne Weile dauern, bis sich hier ein halbwegs normaler Arbeitsalltag einstellt und wer weiß, wie der dann aussehen wird. Aktuell mache ich mich gerade wegen ein paar Kleinigkeiten verrückt, aber das wird schon.
      Liebe Grüße zurück,
      Viola

  2. das verstehe ich. und um diese möglichkeit beneide ich dich sehr. was natürlich unsinn ist, denn immerhin hat ja jeder von uns die möglichkeit, diesen schritt auch zu machen. aber du weißt schon was ich meine. jedenfalls ein schönes foto und schön zu sehen, dass die energie bei dir zurückzukehren scheint!

    1. Ja, ich weiß, was Du meinst. Theoretisch hat jeder die Möglichkeit, aber oft sind die Umstände dann doch so, dass es eben nicht ganz so einfach zu machen ist. Ich war gestern eigentlich total müde, aber abends noch unterwegs und auf dem Heimweg habe ich eine Nachricht gelesen, über die ich total grinsen musste, das hat wahrscheinlich den Energieschub ausgelöst. Dafür konnte ich später nicht schlafen, weil ich mir noch um ein bisschen Papierkram Sorgen mache. Werde wohl gleich noch zum Finanzamt rüberlaufen, ist hier gleich um die Ecke, und mich schlau machen. Sicher ist sicher.

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