Together apart

Eigentlich sollte ich langsam ins Bett gehen und mich nicht um diese Zeit noch an den Computer setzen, aber in den letzten Tagen hat das auch nicht besonders viel genützt und ich lag noch stundenlang wach im Dunkeln, also kann ich das genauso gut auch noch eine kleine Weile hinauszögern. Ich habe inzwischen außerdem einen leisen Verdacht, warum ich in den letzten Wochen so viele Schwierigkeiten damit habe, genug Worte und Geschichten für den Blog und meine Webseite zu finden: ich bewege mich einfach zu wenig. Früher sind mir viele Ideen meistens dann gekommen, wenn ich unterwegs war und sie nicht aufschreiben konnte, beim sinnlosen Laufen durch die Stadt, am Endes des Tages auf dem Weg vom Büro nach hause. Dann habe ich in der Regel etwas schnell etwas gegessen und mich an den Computer gesetzt, um all die flüchtigen Gedanken aufzuschreiben. Das alles hat sich in den letzten Wochen geändert, da ich ja meistens zuhause bin und zur Zeit so gut wie gar nicht nach draußen gehe, es sei denn, ich brauche etwas zu essen oder habe einen wirklich guten Tag. Wenn ich nachts wach liege, fallen mir plötzlich lauter Dinge ein, die ich machen wollte, sollte oder könnte, es ist gerade wieder so viel los hier in der Stadt, und jedes Mal nehme ich mir vor, es am nächsten Tag zu machen. Am Morgen bin ich aufgrund der unruhigen Nacht jedoch viel zu müde, komme kaum aus dem Bett, bleibe lieber zuhause und verschiebe alles auf den nächsten Tag, das nächste Wochenende oder die nächste Woche. Vielleicht schaffe ich es ja morgen schon, alles wieder ein bißchen anders zu machen. Und bis zum nächsten Besuch bei meiner Familie, meinen Freunden und dem Meer ist es auch gar nicht mehr so lange hin.

Kleiner grüner Zweig auf der Straße

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13 Replies to “Together apart”

  1. minimalistisch und fokussiert, gefällt mir.

    1. Das freut mich, Jörg. Ich mag sowas auch sehr gerne 🙂

  2. Hallo Viola,
    ich kann mir gut vorstellen, das die Inspiration flöten geht, wenn man nur noch in seinem kleinen Sumpf sitzt, der auch noch alle möglichen Notwendigkeiten von einem abfordert. Geht mir so. Zwar Ablenkungen bietet, diese aber immer gleich aussehen. In der Zeit als ich Diplom geschrieben habe, mußte ich immer raus aus dem Zimmer, in irgendeine Bibliothek, frei werden im Geiste. Auch als Künstler kann ich mir vorstellen, das dies Sinn machen kann. Vor einiger Zeit habe ich das Atelier Frankfurt besucht, ein großes Gebäude, in dem Künstler aller Art ein Atelier mieten können. Andere Leute treffen, raus kommen, arbeiten, am Abend wieder zuhause sein. Wenn ich irgendwann einmal als Fotograf arbeiten möchte, wäre dies mein Ziel.
    Ich wünsche dir ganz viel Inspiration.
    Jörg

    1. Hallo Jörg,
      Ich sitze heute doch wieder zuhause, aber es schüttet hier gerade wie aus Eimern, da bleibe ich wirklich viel lieber auf dem Sofa, Vorsätze hin oder her. Zu Studienzeiten bin ich auch oft abends noch raus, einfach ein bißchen rumlaufen und da ich ja im Grunde auch nur draußen auf der Straße fotografiere, sollte ich das auch öfter tun, wo ich doch jetzt die Zeit dafür habe. Aber manchmal ist es halt etwas schwierig, solche Phasen gibt es halt und die gehen auch wieder vorbei. Ich habe in letzter Zeit auch schon darüber nachgedacht, in die nahe gelegene Bibliothek zu gehen, man muß ja auch nicht immer nur im Internet recherchieren. Ich kenne hier in Düsseldorf auch ein paar Ateliergemeinschaften und es gibt auch zwei Coworking Spaces in meiner Nähe, aber so recht weiß ich nicht, was ich da soll, mal abgesehen davon, andere Leute zu treffen. Zum arbeiten am Computer brauche ich Ruhe und den Mac kann ich ohnehin schlecht irgendwo hinschleppen. Und solange ich noch keine Einnahmen habe, möchte ich eigentlich nicht noch Geld für einen Arbeitsplatz ausgeben, auch wenn ein eigenes Studio mit Dunkelkammer schon was tolles wäre. In dem Haus, in dem ich wohne, ist sogar eine Halle frei geworden, in der meine eine Art Studio bzw. Ateliergemeinschaft einrichten könnte, theoretisch ist vieles möglich. Ich bin ja auch noch ganz am Anfang, gönne mir erstmal die Ruhe und lasse einfach alles weitere auf mich zukommen. Und vielleicht gehe ich ja doch zurück nach Rostock, das ist noch nicht entschieden.

      Liebe Grüße,
      Viola

      1. Hallo Viola, ich habe dir eine Mail gechrieben, hoffe, das ist OK. Spannendes Thema.
        Jörg

        1. Klar ist das ok. Melde mich später per Email.

  3. ich kann mir gut vorstellen, dass man in disen trott fällt, besonders im jänner. warte mal ab, bis das wetter ein bisschen freundlicher wird. vielleicht brauchst du auch noch ein wenig zeit. bei mir kommt es dann meist von selbst, dass es mich irgendwann wieder nach draußen zieht.

    1. Eigentlich ist das mit dem schlechten Wetter halb so schlimm, da ich ja auch noch so viel am Computer zu habe, aber dieses ewige Grau ist wohl nicht so gut für die Stimmung. Ich bin auch immer so müde, dass ich zur Zeit einfach nicht aus dem Bett komme und ehrlich gesagt sehr froh, dass ich so nicht ins Büro muss. Ich nehm’s halt wie es ist und mach einen Schritt nach dem anderen. Gestern war ich noch draußen, in der Kunstakademie, vielleicht schaff ich den Post dazu heute noch 🙂

      1. hab es eh auf instagram verfolgt 🙂 na immerhin bist du ein bisschen vor die tür gekommen. ich merke auch, wie gut es tut, wenn die sonne mal durch die grauen wolken bricht.

        1. Auf Instagram wird es wahrscheinlich in den nächsten Tagen noch ein paar Bilder von gestern geben. Aus der Akademie und von dem Weg dorthin. Ich zeige ja nur 1 Bild am Tag und knipse immer auf Vorrat 🙂

          1. eine gute strategie 😉

  4. Solche Zeiten gehen auch wieder vorbei. Ich finde da hilft meistens nur geduldig mit sich selbst sein. Weshalb ich eigentlich hier schreiben wollte ist, weil ich dein Bild richtig toll finde. Was hast du für ein Objektiv dafür benutz?
    Liebe Grüße
    Macky

    1. Vielen Dank, Macky! Damit hast Du ganz sicher recht, ich warte einfach ab, dann erledigt sich das von alleine 🙂
      Ich benutze für meine Makroaufnahmen in der Regel ein Canon EFS 60 mm 1:2.8 USM Objektiv. Damit ist auch dieses Bild entstanden, bei weit offener Blende. Freut mich, dass es Dir gefällt.
      Liebe Grüße,
      Viola

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