Ein Rundgang durch die Kunstakademie

Heute gibt es zur Abwechslung und nach langer Zeit mal wieder etwas eher dokumentarisches aus der lokalen Kunstszene, denn ich habe mich am Wochenende doch kurz raus getraut und war gestern Nachmittag beim diesjährigen Rundgang in der Düsseldorfer Kunstakademie. Die Veranstaltung, bei der die Studenten der verschiedenen Klassen ihre Arbeiten der Öffentlichkeit präsentieren, findet offenbar jedes Jahr zum Ende des Wintersemesters statt, ist in den letzten Jahren aber komplett an mir vorbei gegangen und wenn mir Facebook neuerdings nicht ständig anzeigen würde, an welchen Veranstaltungen meine Freunde und Bekannten teilnehmen bzw. interessiert sind, hätte ich es wohl auch in diesem Jahr wieder verpaßt. Eigentlich war ich mir auch nicht sicher, ob ich es mir wirklich anschauen wollte, denn ich habe ein etwas zwiespältiges Verhältnis zu moderner Kunst und vermutlich auch nur eingeschränktes Interesse, aber ein bißchen neugierig war ich dann schon, nicht nur auf die ausgestellten Arbeiten, sondern auch das Gebäude an sich, die Stimmung und das Publikum. Außerdem hatte ich mich in den letzten Tagen viel zu oft zuhause eingeigelt und so habe ich mich trotz des Regenwetters gegen Mittag auf den Weg in die Stadt gemacht, erstmal gemütlich bei MoschMosch zu Mittag gegessen und mich dann brav in die Schlange vor der Kunstakademie eingereiht. Es war der letzte Tag des Rundgangs und somit entsprechend voll, das Publikum bunt gemischt und offenbar sehr interessiert, lange draußen warten mußte ich trotzdem nicht, denn es herrschte ein emsiges Kommen und Gehen. Manche ließen sich Zeit, verbrachten womöglich den ganzen Nachmittag dort, andere liefen wie ich auch eher zügig durch das Gebäude, ohne lange zu verweilen, trotzdem brauchte man einige Zeit, um die unzähligen Räume auf mehreren Etagen zu erkunden.

Insgesamt war es schon in etwa so, wie ich erwartet hatte. Es gab sehr viele Werke, mit denen ich nichts anfangen konnte oder die mir schlichtweg nicht gefallen haben, weil ich eine andere Ästhetik habe und etwas für mich in erster Linie schön sein muß, auch wenn sich diese Schönheit durchaus in verschiedener Form zeigen kann. Es gab einige Arbeiten, die unheimlich aufwendig gewesen sein müssen, aber auch andere, die eher so aussahen, als hätte jemand einfach nur mal schnell einen Baucontainer geplündert. Kunst ist eben manchmal etwas merkwürdig und nicht jedes Kunstwerk muss von jedem Menschen gemocht oder verstanden werden. Es gab natürlich auch einige Arbeiten, die mir ganz gut gefallen haben und ein paar davon habe ich versucht, in Bildern festzuhalten. Am meisten beeindruckt bzw. fasziniert hat mich die Skulptur „Paar“ von Joscha Bender, deswegen gibt es davon ausnahmsweise zwei Bilder, am Anfang und am Ende. Eine wirklich ganz tolle Arbeit.

Steinskulptur von Joscha Bender
Installation aus Holz
Roter Monolith aus Stoff
Weißes strukturiertes Bild an der Wand
Brauner Lederkoffer an weißer Wand
Dornenzweig auf dem Fensterbrett
Verwelkte Rose in Flasche auf dem Fensterbrett
Zeichnung auf Papier an der Wand
Installation von Mingu Kim
Zwei Gemälde von Rhea Standke
Taubenskulptur und Zimmerpflanze auf Fensterbrett
Steinskulptur von Joscha Bender

Leider habe ich mir nicht zu allen Werken die dazugehörigen Künstler notiert, dafür war ich einfach zu müde und das Gebäude zu voll, außerdem zeigen einige Bilder keine ausgestellten Arbeiten, sondern kleine Details am Rande, aber die sind im Grunde auch Kunst, wenn man sie nur richtig betrachtet. Im Nachhinein habe ich auch ein bißchen bereut, dass ich das Makroobjektiv nicht eingesteckt habe, denn aus Detailaufnahmen des Fussbodens in einigen Ateliers hätte man vermutlich ganz wunderbar eine ganze Serie abstrakter Bilder erschaffen können. Und die hohen Räume mit den großen Fenstern und weiß getünchten Wänden haben mich daran erinnert, wie unheimlich gerne ich doch ein eigenes Studio oder zumindest ein freies, drittes Zimmer in meiner Wohnung haben würde. Vielleicht sollte ich doch nach Rostock umziehen oder mich zumindest mal schlau machen, ob es nicht doch irgendeine günstige Möglichkeit hier in der Stadt gibt.

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5 Replies to “Ein Rundgang durch die Kunstakademie”

  1. Ungewohnt solch eine Serie von dir zu sehen, die Bilder sind aber schön. Oft ist ja die Architektur, die Umgebung in der die Exponate gezeigt werden viel spannender als die „Kunst“ selbst. Und… wenn der Künstler den Kaktus für die Ausstellung aufgezogen hat, war das eine sehr aufwändige Kunstaktion 🙂
    Ich Grüße dich … und bedanke mich für deine Worte.

    1. Naja, früher habe ich oft Bilder von Ausstellungen (und Kochevents und Messen) gezeigt, aber in den letzten 2 Jahren war ich ja kaum unterwegs und ehrlich gesagt finde ich es auch ein bißchen langweilig, solche Sachen abzufotografieren, aber ausnahmsweise kann man sowas ja mal machen und ich bin wenigstens aus der Bude rausgekommen. Die Räume waren toll, da war ich schon ein wenig neidisch und wäre in den einen oder anderen gerne eingezogen. Ich glaube nicht, dass der Künstler den Kaktus selbst aufgezogen hat, da standen noch ein paar andere Pflanzen rum, u.a. Orchideen. Auf den Sockeln war immer so eine kleine Skizze aufgeklebt, die etwas anders aussah als die Pflanzen selbst, das war vermutlich das künstlerische daran. Aber vielleicht irre ich mich auch. Ich fand ihn halt hübsch und viel weiß drumrum mag ich gerne 🙂

  2. also die skulptur die du zeigst gefällt mir auch. und deine inszenierung der kleinen kunstwerke in serie finde ich unglaublich gut gelungen. die kunstwerke einfach nur so wären wohl nicht so ganz mein ding. aber ich kann wenig anfangen mit solchen sachen muss ich gestehen.

    1. Dankeschön! Ich hab wie gesagt auch so meine Probleme mit der modernen Kunst und frag mich oft, was zum Henker sich derjenige bloß dabei gedacht hat. Wobei, manchmal hat man sogar eine Ahnung, was der Gedanke dabei war, trotzdem ist es hässlich. Da haben wir es mit der Fotografie schon ein wenig leichter, auch wenn manche Leute auch dort noch versuchen, irgendwelche merkwürdigen Dinge hineinzuinterpretieren. Kann man natürlich machen, muss aber auch nicht sein.

      1. 🙂 seh ich genauso wie du!

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