Awakening

Seit 2 Tagen bin ich nun wieder zurück in Düsseldorf und irgendwie fühlt es sich an, als wäre ich ewig weg gewesen. Dabei waren es nicht einmal 2 Wochen und es hat sich in meiner Abwesenheit auch kaum etwas verändert, von der Großbaustelle in der Nachbarschaft mal abgesehen. Ich könnte momentan den ganzen Tag schlafen und muß mir wirklich einen ordentlichen Schubs geben, um mich tagsüber etwas länger an den Computer zu setzen oder zumindest kurz mal nach draußen zu gehen. Heute Nachmittag habe ich mich dann dazu durchgerungen, mal in die naheliegende Zentralbibliothek zu gehen und mich ein bißchen dort umzuschauen, weil ich dachte, dass ich mich vielleicht austricksen und dort gelegentlich zum ganz altmodischen recherchieren ohne Computer hingehen könnte. Leider habe ich sehr schnell gemerkt, dass das wohl nicht funktionieren wird, weil ich doch lieber ganz in Ruhe und vor allem alleine arbeite. Mal davon abgesehen habe ich schon seit vielen, vielen Jahren keine Bücher mehr ausgeliehen, weil ich sie einfach nicht wieder hergeben mag und viel lieber in meinem eigenen Schrank zuhause stehen habe, damit ich jederzeit wieder in ihnen lesen kann. Da ich nach dieser recht kurzen Exkursion nicht gleich wieder nach hause gehen wollte und vorsorglich die Kamera eingepackt hatte, bin ich noch ein bißchen um die Häuser gezogen, um ein paar Motive zu suchen und war dann doch ein wenig überrascht, dass sich an so vielen Stellen schon der Frühling zeigte. Die meisten der blumigen Modelle konnte ich jedoch nicht so freistellen, wie ich es gerne mag, daher hat an ihrer Stelle heute hier der zartgrüne Spross eines Ahornbaumes seinen großen Auftritt.

Ahornspross wächst zwischen Rindenmulch

Außerdem wollte ich die Zeit des Umherlaufens auch dafür nutzen, um ein bißchen nachzudenken. Wie einige von euch vielleicht wissen, war einer der Gründe für meinen Entschluss, mir eine kreative Auszeit zu nehmen und beruflich jetzt erstmal etwas ganz anderes zu machen, dass ich gerne irgendwann wieder zurück in meine Heimat gehen würde, um in der Nähe meiner Familie und Freunde zu sein. In den vergangenen Monaten ging es immer so ein bißchen hin und her, mal wollte ich unbedingt so schnell wie möglich umziehen, ein anderes Mal hatte ich so meine Zweifel und fragte mich, ob es nicht doch besser wäre, vorerst hier in Düsseldorf zu bleiben und einfach öfter mal an die Ostsee zu fahren. Für jeden Ort gibt es einige Dinge, die dafür und auch einige, die dagegen sprechen, letztendlich geht es einfach nur darum, endlich eine Entscheidung zu treffen, anstatt sie immer wieder aufzuschieben und abzuwarten. Was das ganze so schwierig macht, ist eigentlich nur, dass ich ja nicht zwangsläufig etwas verändern muß, alles könnte genauso bleiben wie es ist, auch wenn ich dafür ein paar kleine Kompromisse machen müßte. Weil ich es nun doch langsam ein wenig leid bin, habe ich jetzt beschlossen, bis Ende nächster Woche eine Entscheidung zu treffen. Vielleicht habe ich sie auch schon getroffen und weiß es nur noch nicht oder will es nicht wahrhaben, auch das kommt schon mal vor. Ich halte euch natürlich auf dem Laufenden.

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9 Replies to “Awakening”

  1. Ich glaube es auch, die Antwort steckt in dir drin und will raus. Vielleicht liegt an der Stelle aber auch gerade Schnee, dickes Laub aus den Vorjahren, zugeschüttet mit Sand zum spielen? Mit der Schaufel muss man dann vorsichtig sein, sonst nimmt das Pflänzchen Schaden. Dein Bild passt gut. Ich wünsche dir viele klare Gedanken.

    1. Dankeschön 🙂 Ein sehr schöner Vergleich, Jörg! Ich habe auch gerade so ein bißchen das Gefühl, zu viel unnötiges Zeug angehäuft und mich erwaS vollgemöhlt zu haben. Und so ein Umzug ist inmer gut, um wieder ein bißchen Ordnung ins Leben zu bringen 🙂

  2. Das Bild ist großartig. Unglaublich großartig.

  3. Tolles Foto! Bin gespannt wie bei dir weitergeht.
    Alles Liebe aus Wien

    1. Danke Peter! Ich bin auch gespannt 🙂 Ganz liebe Grüße zurück, Viola

  4. ja das mit den entscheidungen kenne ich gut. ich drücke dir die daumen, dass du sie bald und guten gewissens treffen kannst. es ist immer besser, wenn man wieder weiß, wo die reise hingeht.

    1. Dieses ganze Hin und Her nervt halt auch irgendwann. Klar habe ich keinen Druck, etwas zu verändern und könnte auch noch warten, eventuell weiter nach Wohnungen suchen, aber irgendwie bin ich es leid. Und denke halt auch, wenn es vielleicht nur für eine begrenzte Zeit von 1-2 Jahren ist und ich vielleicht doch wieder woanders hin muß, wozu soll ich es dann noch länger hinauszögern? Ein paar Tage (und Nächte) Zeit nehme ich mir noch, habe eine Wohnung bis Ende der Woche reserviert, aber es sieht wohl doch so aus, als ginge es bald zurück in die Heimat 🙂

      1. es ist für menschen wie uns immer schwierig, veränderungen herbeizuführen, die nicht notwendig sind (wenn ich das jetzt mal so pauschalisieren darf), aber oft genug sagt einem die innere stimme ja ohnehin das richtige, man muss sich bloß noch den letzten schubs geben.
        du wirst die zeit bestimmt genießen!

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