Die Fuji, der Apfel und ich

Den heutigen Beitrag schreibe ich mal ganz untypisch von hinten nach vorne, füge zuerst die Bilder ein, in umgekehrter chronologischer Reihenfolge, und stricke den Rest dann irgendwie drumherum. Wie ihr vermutlich unschwer erkennen könnt, habe ich mal wieder ein paar Selbstporträts gemacht, da mir noch immer ein aktuelles Bild von mir für meine Website fehlt. Ich schiebe das schon seit Monaten vor mir her und war schon oft drauf und dran, doch zum einem Fotografen zu gehen, wollte es aber eigentlich doch lieber selber machen, in meinem eigenen Stil, schließlich bin ich ja auch eine Fotografin. Ich wollte keine Studiobeleuchtung, keinen Blitz und keine Retusche, sondern möglichst natürliches Licht und warme Farben.

Nachdem ich vor ein paar Monaten feststellen mußte, dass der alte Fernauslöser, den ich früher für Selbstporträts verwendet habe, nicht mehr funktioniert und ich mit dem Timer Probleme habe, bei Nahaufnahmen richtig zu fokussieren, dachte ich mir, ich probiere es dieses Mal einfach mit der Fuji. Diese lässt sich nämlich dank der eingebauten WiFi-Funktion mit Hilfe einer App völlig kabellos über das iPhone steuern. Man sieht auf dem Handybildschirm in etwa das, was die Kamera sieht, kann die Einstellungen (Blende, Belichtungszeit, ISO, etc.) bei Bedarf korrigieren, setzt den Fokus dann einfach durch ein Tippen auf dem Bildschirm und drückt auf den Auslöseknopf. Letzteres ist allerdings leichter gesagt als getan, denn bei Selbstporträts muss man quasi nach dem Fokussieren daran denken, das Handy zu senken, nach vorne in die Kamera schauen und dann quasi blind den Auslöser zu drücken, der ja kein Knopf, sondern nur ein Symbol auf dem Bildschirm ist. Entschieden habe ich mich am Ende für eine Aufnahme, die ich im Vorgarten meiner Eltern gemacht habe, vor einer Wand unseres Hauses. Ein klitzekleines bißchen mehr Lächeln wäre zwar nicht schlecht gewesen, aber so ist es auch in Ordnung.

Selbstporträt vor alter Ziegelmauer

Ein paar Minuten zuvor entstand das nachfolgende Bild im mittleren Teil des Gartens, vor einem Stapel alter Dachziegel. Hier würden vermutlich die meisten meiner Freunde gleich wieder fragen, warum ich denn so böse gucke und als Profilbild ist es sicherlich nicht geeignet, aber ich mag das Bild aus verschiedenen Gründen trotzdem total gerne und diese Seite gehört eben auch zu mir. Ich weiß ja nicht, wie es euch so geht, aber wie oft lächelt ihr, wenn niemand zusieht? Ich bin ja die meiste Zeit über allein und habe mal darauf geachtet, es kommt nicht wirklich häufig vor. Und wenn ich so an all die gestellten und komplett durchgestylten Selfies denke, die tagtäglich auf Instagram und Facebook gepostet werden, ist es vielleicht ganz gut, auch mal etwas anderes zu zeigen.

Selbstporträt vor gestapelten Dachziegeln

Viel weniger ernst gucke ich, wenn ich noch in der Experimentierphase bin und mir noch nicht so viele Gedanken über das Endergebnis mache, sondern einfach nur ausprobiere, ob etwas auch funktioniert. So habe ich neulich die Kamera zunächst einfach auf die Konsole neben meinem Sofa gestellt, mich mit dem Handy in der Hand davor platziert und testweise auf’s Knöpfchen gedrückt. Ich habe dann noch einige Aufnahmen bei mir in der Wohnung gemacht, denn eigentlich wollte ich gerne einen weißen Hintergrund im Bild haben, aber so richtig wollte es nicht klappen, daher bin ich dann doch auf den Garten meiner Eltern ausgewichen.

Selbstporträt auf dem Sofa

Alles in allem muß ich sagen, dass ich die Kombination von Kamera und Handy als Fernbedienung eigentlich ganz cool finde, auch wenn sie noch etwas gewöhnungsbedürftig ist und so einiges an Geduld oder vielleicht auch nur Gelassenheit erfordert. Positiv überrascht hat mich, dass sich die Fuji trotz des relativ weitwinkligen Objektives eigentlich ganz gut für Porträtaufnahmen eignet. Vermutlich werde ich jetzt nicht wieder damit anfangen, ständig Bilder von mir zu machen, aber vielleicht kann ich ja ein paar Freunde überreden, sich als Fotomodell vor meine Linse zu stellen. Ich hätte da nämlich noch so eine Idee, aber davon erzähle ich erst, wenn ich weiß, ob und wie sie sich tatsächlich realisieren lässt.

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5 Replies to “Die Fuji, der Apfel und ich”

  1. ich mag das erste auch, aber das dritte ist einfach so süß.

    1. Dankeschön! Mich erinnert das dritte Bild ein bißchen an das erste Selbstporträt, das ich damals für das ‚Gesetz der Serie‘-Projekt gemacht habe. War zwar mit Spiegel und Kamera so halb vorm Gesicht, aber auch hingelümmelt und mit rot. Für Facebook und den Blog ist das Bild super, meine Mama mag’s auch, aber für die Website wollte ich dann doch ein klitzekleines bißchen professioneller ausschauen 🙂

      1. das kann ich verstehen 🙂

  2. Das dritte ist so lebendig und deine Augen strahlen so ….

    1. Vielen Dank für den lieben Kommentar, Patricia! Ich mag’s auch sehr gerne, ist ein seltener Glückstreffer, bevor der Kopf anfängt zu arbeiten 🙂

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