Summer blues

In der vergangenen Woche hat sich der Sommer eine ganz kleine Auszeit genommen und uns hier an der Küste nicht nur ein paar graue Wolken, sondern auch den einen oder anderen Regenschauer beschert. Ich muß zugeben, dass ich mich durchaus auf ein paar ungemütliche, wechselhafte Tage gefreut habe, da sie es mir doch viel leichter machen sollten, mich einfach mal für eine Weile im Büro zu verkriechen und ein bißchen Arbeit zu erledigen, die ich schon viel zu lange vor mir her schiebe. Alternativ lassen sich solche Tage aber auch ganz gut dafür verwenden, sich ruhigen Gewissens ein paar Stunden auf dem Sofa einzukuscheln und ein paar neue Serien zu schauen. Momentan bin ich ein wenig hin und her gerissen zwischen dem Gedanken, etwas mehr dafür tun zu müssen, damit ich langsam mal ein bißchen Geld verdiene und dem Wunsch, mich wieder mehr mit der Kunst zu beschäftigen und verschiedene Dinge, die mir im Kopf herumgeistern, endlich mal in Angriff zu nehmen, ohne mir Sorgen über einen möglichen kommerziellen Erfolg oder Nutzen zu machen.

Im Prinzip könnte es ganz einfach sein, ich könnte dieses Experiment für gescheitert erklären und anfangen, mich schon jetzt wieder nach einem Job in meinem gelernten Beruf umsehen. Doch eigentlich möchte ich es das nicht, zumindest noch nicht jetzt, also wäre es vielleicht leichter jeglichen Gedanken an das Geld verdienen vorerst beiseite zu schieben und mich stattdessen in den nächsten Monaten einfach ganz auf die Kunst zu konzentrieren; zu schreiben, zu fotografieren und vielleicht endlich auch zu malen. Theoretisch gäbe es auch noch eine dritte Möglichkeit: Ich könnte einfach ein paar Reisen planen und die Auszeit nutzen, um ein paar Freunde in der Ferne zu besuchen und Orte zu sehen, an denen ich noch nicht war. Doch alleine um die Welt zu reisen, ist vermutlich nicht so spannend wie es klingt, zumal ich niemand bin, der unterwegs einfach mal so Bekanntschaft mit Fremden macht, und wenn ich daran denke, wie viel Geld mich diese Reisen kosten würden, verwende ich das Geld doch lieber dafür, um noch ein kleines bißchen länger so zu leben, wie ich es gerade tue und dort zu bleiben, wo ich gerade bin. Alles andere lasse ich einfach weiterhin auf mich zukommen.

Zwei große Wolken und blauer Himmel
Steinskulptur und blauer Himmel
Einzelne vor blauem Himmel und Wolken

Alle drei Bilder wurden in Rostock Warnemünde aufgenommen, beim zweiten Testlauf der Praktica MTL 50 mit Pentacon 50 mm f1.8 auf abgelaufenem Kodak Gold 200 Film.

Teile diesen Beitrag:

5 Replies to “Summer blues”

  1. superschön <3 ich mag die farben und die körnung. und ich kann dich verstehen – alleine reisen wäre glaube ich für mich auch nicht so der hit.

    1. Dankeschön 🙂 Hatte dieses Mal echt große Probleme beim Scannen der Negative und musste letztendlich die Abzüge nehmen, damit die Farben schön werden bzw. bleiben. Was das Reisen angeht, werde ich demnächst nach wirklich sehr, sehr langer Zeit mal wieder mit meinen Eltern wegfliegen, in die Heimat meiner Mutter. Ein bißchen back to the roots. Und weil wir dort bei Freunden wohnen können, ist es auch nicht so teuer 🙂

      1. das hört sich toll an. ich hoffe, du bringst uns bilder mit 🙂

        1. Ja, natürlich. Die Reise ist ja quasi auch eine Art Fotoprojekt. Ich habe so ein paar Ideen bzw. Pläne und hoffe, meine Eltern lenken mich nicht zu sehr ab.

          1. na das hört sich ja spannend an. ich freu mich schon auf die ergebnisse 🙂

Wenn Du auch etwas dazu sagen möchtest...