Salt and the city

Seit ein paar Wochen bin ich nun stolze Besitzerin einer Fuji Instax Mini 90 Retro Classic und konnte endlich auch mal in die wunderbare Welt der Sofortbildfotografie hinein schnuppern. Das klingt vielleicht ein bißchen komisch, aber wir hatten früher keine Polaroidkamera und auch keine andere „ordentliche“ analoge Kamera, daher ist das Wiederaufleben oder auch die neue Interpretation dieser Techniken für mich schon sehr spannend und auch wenn ich nach wie vor meistens digital fotografiere, möchte ich das alles unbedingt auch noch ausprobieren. Die kleine Fuji hatte ich zum ersten Mal vor ziemlich genau 2 Jahren in der Hand und Facebook hat mich gerade daran erinnert, dass ich am 19. September, nach meinem Besuch auf der Photokina, am liebsten sofort ein Petzval-Objektiv, die Fuji Instax Mini 90 und die Fuji X100t kaufen wollte. Immerhin zwei von drei sind es tatsächlich geworden, anstelle des Petzval-Objektives habe ich allerdings inzwischen das Helios 44-2 und das Pentacon, die sind nicht nur sehr viel preiswerter, sondern auch kleiner und viel besser zu handhaben.

Aber zurück zum Thema Sofortbildfotografie, denn ich möchte euch ja heute endlich mal ein paar der ersten Bilder zeigen, die ich mit meiner neuesten Errungenschaft während meiner Bulgarienreise gemacht habe. Ich habe inzwischen alle Bilder gescannt und mich dazu entschieden mit einer kleineren Serie anzufangen, die ich quasi im Bikini zwischen Salzbad und Schlammpackung am Rande der Salzgewinnungsanlage im Atanasow-See gemacht habe. Wir waren an einem Nachmittag dort, um uns in den mit konzentrierter Salzlauge gefüllten Becken ein wenig treiben zu lassen und ich habe mich vor der Abreibung mit dem schwarzen Schlamm einfach mal kurz weggeschlichen, um einen Blick auf bzw. über den Salzsee zu werfen. Zum Glück hatte ich jemanden dabei, der zwischendurch die Kameratasche für mich gehalten hat, sonst wäre sie wohl daheim geblieben.

Salzberg und Skyline
Maschinen zur Salzgewinnung
Salzgewinnungsanlage
Spiegelung von Häusern und Wolken im Salzbecken
Alte Gleise am Seeufer und Skyline im Hintergrund

Die Burgas Solnitsite, die wohl auch als das Tote Meer Bulgariens bezeichnet wird, ist zwar mittlerweile nicht mehr ganz so geheim wie früher, aber immer noch kostenlos für jedermann zugänglich und in der Woche auch nicht überfüllt, so dass man es sich schön gemütlich machen kann. Es ist auch ein wirklich interessanter Anblick, wenn man in Badesachen vom Parkplatz zu den von Mikroorganismen rot gefärbten Wasserbecken läuft und einem lauter rabenschwarze Menschen entgegen kommen, die den Schlamm auf ihrer Haut trocknen lassen und anschließend im nahegelegenen Meer wieder abwaschen, bevor sie zurück ins Auto steigen. Der leicht schweflige Geruch des Schlamms hängt einem noch eine Weile nach, aber da das Bad im Schwarzen Meer ja auch relativ viel Salz auf Haut und Haaren zurück lässt, bleibt einem die Dusche danach ohnehin nicht erspart. Trotzdem war es ein interessantes Erlebnis, Wellness mal ganz anders, direkt in der Natur, vor der Toren der Stadt.

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8 Replies to “Salt and the city”

  1. Oh, das hört sich toll an! Während meiner Israelreise vor einigen Jahren sah ich auch so aus 😉 Schlammpackung im Toten Meer musste sein und es war fantastisch.
    Tolle Aufnahmen und wunderbare Farben! Ich hätte ja furchtbar gerne ein Bild von den ganzen in Schlamm gepackten Leuten gesehen 🙂
    Liebe Grüße, Anette

    1. Dankeschön Anette! Ich bin auch sehr begeistert von den Farben und man muss nix dran machen. So ein Salzbad ist schon ein Erlebnis. Ich hab natürlich gleich rumgeblödelt und ne ordentliche Ladung Salzwasser in die Nase gekriegt. Fotos von den Menschen dort wollte ich nicht machen, aber es gibt wohl welche im Internet zu sehen. Sah wirklich sehr lustig aus 🙂

  2. Ich mag den unscharfen, verblassten Look total gerne. Schöne Serie. Und: Die Fuji kommt auch auf meine Amazon-Wunschliste…!

    1. Freut mich, dass es Dir gefällt. Ich mag’s auch echt gern und nachdem, was ich gerade so auf der Photokin gesehen habe, ist die Fuji Instax Mini 90 meiner Meinung nach immernoch die beste Wahl, wenn man sich von dem kleinen Format nicht abschrecken lässt. Oder Du wartest noch ein bißchen, nächstes Jahr gibt’s was quadratisches 🙂

  3. Das scheint mir ein spannendes Ziel zu sein, das ich so dort nicht vermutet hätte. Eine Reise wert? Habe mal bei google maps geschaut, dort findet man die „roten Becken“ im Norden der Stadt, auch Bilder wie Leute in den braunen Pools baden. 🙂
    Die Bilder der Instax finde ich spannend, ob mich die Qualität aber überzeugen würde, weiß ich nicht genau. Vielleicht bin ich zu sehr Perfektionist in dieser Hinsicht. Ausprobieren würde ich es aber gerne mal.
    LG. Jörg
    PS: Nach deinem Tweet, bin ich per Twitter hier gelandet. 🙂

    1. Ich könnte mir schon vorstellen, dass es was für Dich wäre. Streetart gibt’s da vielleicht nicht soviel, dafür jede Menge Lost Places und unfertige Bauprojekte. Und natürlich viel Strand und das Meer.
      Prinzipiell bin ich ja auch ziemlich perfektionistisch, aber nur bei digitalen Bildern. Analoge Bilder könneb ruhig Macken haben, die haben halt ihren ganz eigenen Charme. Und solche Sachen wie die hier fotografiere ich digital schon garnicht mehr, weil’s mir zu langweilig ist. Insofern hat sich der Kauf schon gelohnt, weil ich einfach wieder andere Sachen knipse. Du kannst ja mal schauen, vielleicht gefällt Dir ja das quadratische Instax-Format, das nächste Jahr rauskommt.
      Und zum Disaster mit dem WordPress Reader sag ich garnix mehr. Hab echt keine Lust schon wieder den Support anzuschreiben :/
      Liebe Grüsse,
      Viola

  4. ich liebe ja instant fotografie, obwohl ich früher auch nie eine polaroid-kamera besessen hab. wir haben eine vom opa meines freundes geerbt und wären die filme nicht so wahnsinnig teuer würde ich viel mehr damit herumlaufen. die bilder haben einfach ein ganz besonderes flair und man weiß nie, was rauskommt, weil auch die äußeren umstände und alles davon abhängt.

    1. Ja, die Impossible Filme sind schon arg teuer, deswegen habe ich den Gedanken, eine alte Polaroidkamera zu kaufen, auch schon lange wieder verworfen. Zu einer geschenkten würde ich aber auch nicht nein sagen. Dann macht man halt nur ab und zu mal Bilder damit und sucht die Motive bewusster aus. Ich find’s halt auch schön, dass man auch mal schnell von Freunden bzw. deren Kids ein Foto machen und es ihnen gleich in die Hand drücken kann.

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