Meine ersten Experimente mit der Cyanotypie

Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich in den vergangenen Monaten an dieser Stelle schon einmal erwähnt habe, dass ich nicht nur gerne mehr analog fotografieren, sondern auch noch ein bißchen mit alternativen fotografischen Prozessen experimentieren wollte. Da ich eine besondere Vorliebe für die Farbe Blau habe und es auch nicht allzu kompliziert machen wollte, stand die Cyanotypie, die auch als Blaudruck bezeichnet wird, bei mir ganz weit oben auf der Liste. Bereits vor ein paar Monaten habe ich in dem Online-Shop, wo ich auch schon andere Fotochemikalien und Ausrüstung zum Entwickeln von Filmen gekauft habe, ein Paket mit bereits beschichtetem Papier entdeckt, konnte mich aber lange nicht zu einem Kauf durchringen, weil es relativ teuer war und nicht so ganz meinen Vorstellungen entsprach. Also habe ich es immer weiter aufgeschoben, was keine wirklich gute Idee war wenn man bedenkt, dass man für dieses Verfahren möglichst viel Sonnenlicht benötigt und sich somit der Sommer zum Herstellen von Drucken am besten eignet. Da mir außerdem von Anfang an klar war, dass ich zunächst keine Negative verwenden, sondern ganz klassische Fotogramme mit Pflanzen und anderen natürlichen Materialien machen wollte, wäre es wirklich sehr viel einfacher gewesen, damit bereits im Frühjahr oder Sommer zu beginnen.

Aber es kommt manchmal eben nicht so, wie man es sich vorstellt und so habe ich es immer wieder aufgeschoben, bis ich Ende August plötzlich festgestellt habe, dass ich die für dieses Druckverfahren notwendigen Chemikalien – Ammoniumeisen(III)-citrat und Kaliumhexacyanoferrat (III) – auch ganz einfach für relativ wenig Geld bei Ebay kaufen kann. Danach mußte ich nur noch ein paar Flaschen, eine Bürste zum Beschichten sowie ordentliches Papier besorgen und natürlich auf schönes Herbstwetter warten. Letzteres hat ein bißchen auf sich warten lassen, also habe ich mir ein paar Blatt Papier vorgenommen, die Ränder mit Malerkrepp abgeklebt und das ganze dann mit Acrylfarbe in rot, gelb und grün gesprenkelt, weil ich neugierig war, wie das zusammen mit dem Berliner Blau aussieht, das beim späteren Belichten des Papiers entsteht. Als vor ein paar Tagen nun endlich mal wieder die Sonne zwischen den Wolken hervor kam, habe ich schnell ein paar Blatt Papier beschichtet, mit verschiedenen Materialien belegt und das ganze auf meinem Balkon belichtet. Die Ergebnisse war interessant, aber nicht ganz perfekt, da ich zu viel Lösung verwendet und das Papier nicht lange genug trocknen gelassen habe, so dass die Drucke nach dem Wässern an den Rändern noch etwas verlaufen sind. Also habe ich 2 Tage später im Garten meiner Eltern einen weiteren Versuch gestartet, bei dem die folgenden Bilder entstanden sind:

Cyanotype eines Blattes mit roter Farbsprenkeln Cyanotype von Federn mit roten Farbsprenkeln

Cyanotype von Sauerampfer mit grünen Farbsprenkeln Cyanotype eines Zweiges mit gelbenFarbsprenkeln

Mit diesen Ergebnissen bin ich schon sehr zufrieden und da der Wetterfrosch für dieses Wochenende sonniges Wetter vorhergesagt hat, habe ich gestern vorbereitend schon ein paar Blatt Papier beschichtet und werde mich vermutlich morgen gleich wieder an ein paar neuen Drucken versuchen. Dieses Mal jedoch zunächst ohne Farbspritzer und auf größerem Format (A4 statt A5). Ein bißchen Pflanzenmaterial habe ich schon vorbereitet und je nachdem, wie die Ergebnisse ausfallen, füge ich vielleicht im Nachhinein noch ein paar kleine Farbakzente hinzu, obwohl das Blau alleine eigentlich auch ganz schön ist. Der nächste Schritt wäre dann das Belichten mit Negativen, aber dafür muß ich erst noch entsprechende Folien besorgen und natürlich auch passende Bilder auswählen. Aber immer eins nach dem anderen.

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One Reply to “Meine ersten Experimente mit der Cyanotypie”

  1. […] etwas mehr als zwei Wochen fertig gescannt auf meiner Festplatte herumliegen. Im Gegensatz zu meinen ersten Experimenten mit der Cyanotypie, habe ich für diese Bilder nicht nur größeres Papier verwendet (A4 Format, 250g/m²), sondern […]

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