Blau, blau, blau sind alle meine Bilder

Ich habe es in den vergangenen Tagen endlich mal geschafft, meine Cyanotypien in Lightroom zu importieren und bei der Gelegenheit auch gleich noch etwas zu sortieren. Mittlerweile haben sich da wirklich so einige Bilder angesammelt und dennoch ist mir eben erst beim Schreiben aufgefallen, dass ich hier schon seit mehr als 2 Monaten keine blauen Bilder mehr gezeigt habe, dabei habe ich in den letzten Wochen trotz des eher bescheidenen Wetters noch ein wenig herum experimentiert. Während die Bilder in den bisherigen Beiträgen alle so ganz ohne Kamera durch das direkte Platzieren von Blumen, Blättern oder auch Federn auf dem beschichteten Papier entstanden sind, wollte ich ja auch noch das Drucken unter Verwendung von Negativen testen. Dafür hatte ich mir schon vor einer Weile eine Packung Overheadfolien bestellt und dann erstmal wieder im Schrank vergessen. Irgendwann sind sie mir aber dann doch wieder eingefallen und so habe ich ein paar Bilder rausgesucht, mit Hilfe von Photoshop invertiert, auf die Folien gedruckt und dann zusammen mit dem beschichteten Papier nach draußen gestellt. Wenn ich mich recht erinnere, entstand das allererste Testbild bei grauem Himmel und brauchte daher etwa 3 Stunden, aber man muß ja  zum Glück nicht die ganze Zeit dabei stehen.


 

Auch wenn man den ersten Testbildern ansieht, dass mein Drucker schon etwas knapp an Tinte war und der Druck daher ein wenig streifig ausgefallen ist, bin ich zufrieden und finde ich die Ergebnisse durchaus gelungen. Als Vorlage für alle oben eingefügten Bilder dienten alte und neue analoge Aufnahmen von mir, vielleicht erkennen sie einige von euch sogar wieder. Ich habe bisher nur eine Folie mit einem invertierten digitalen Bild getestet und da hat der Druck auch beim wiederholten Mal nicht geklappt, weil etwas der Kontrast zu gering oder die Belichtungszeit nicht ganz korrekt war. Aber ich habe ja zum Glück noch jede Menge Folien übrig und auch schon neuen Druckerpatronen gekauft. Ich werde mal in meinem Archiv nach passenden Motiven suchen und könnte mir auch gut vorstellen, auf diese Weise ein paar alten Familienfotos neues Leben einzuhauchen.

Nachdem das mit den bedruckten Folien ja einigermaßen funktioniert hat und ich ohnehin noch ein paar fertig beschichtete Karteikarten da hatte, dachte ich mir, ich probiere es einfach noch mit ein paar alten Negativen im Mittelformat. Da ich bisher beim Fotografieren mit diesem Format jedoch meistens Farbfilme verwendet habe, was ich in diesem Jahr auch jeden Fall noch ändern will, war die Auswahl an Motiven für dieses Experiment sehr eingeschränkt, aber an den zwei unten eingefügten Beispielen kann man trotzdem ganz gut erkennen, dass darin durchaus Potenzial steckt.

 

Die resultierenden Drucke sind mit ca. 5.5×5.5 cm zwar nicht besonders groß, aber ich habe schon eine Idee, was man mit ihnen eventuell machen könnte, aber dafür könnte es draußen meinetwegen zuerst noch ein klein wenig wärmer werden. Und auch wenn ich in schwarz/weiß fotografieren werde, würde ein bißchen neues Grün vermutlich auch nicht schaden, damit es auf den Bildern aus der Natur nicht ganz so karg aussieht. Nun ja, wenigstens ist für die nächsten Tage wieder sonniges Wetter angesagt und obwohl der Tag heute zunächst grau bekommen hat, kam am Nachmittag doch noch die Sonne raus und ich konnte schnell ein paar Drucke für ein mögliches Kalenderprojekt machen. Außerdem habe ich endlich auch eine Lösung für meine ewig aufgeschobenen Fotobuchprojekte gefunden und mir einfach ein paar schöne Fotoalben mit verschiedenfarbigen Buchleinenumschlägen gekauft. So kann ich aus meinen Bildern endlich mal etwas machen, das man auch in der Hand halten und für später aufheben kann. Ob das tatsächlich auch so aussieht und funktioniert, wie ich es mir vorstelle, erzähle ich euch dann ein anderes Mal.

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