Zwischen Baumkronen und Wattewolken

Eigentlich wollte ich diesen Beitrag heute früh noch schnell fertig machen, aber ich hab’s dann doch nicht mehr rechtzeitig vor meinem Arzttermin geschafft. Anschließend habe ich mich spontan bei meinen Eltern zum Mittag eingeladen, ein wenig Zeit mit dem Hund verbracht und mit meiner Nikon eine weitere Erkundungstour auf den Sumpfwiesen rund um den Baggersee gemacht. Ich hatte mich ja schon lange gefragt, ob man eigentlich mittlerweile komplett um den See herum laufen kann oder es doch noch einen Wasserzulauf gibt, an den ich mich mehr oder weniger vage erinnerte. Es war zwar schön sonnig, aber doch recht kalt und ziemlich windig, aber ich hatte vorausschauend eine Mütze mitgebracht und konnte so zumindest verhindern, dass meine Haare ständig vor die Linse fliegen. Am Seeufer angekommen, wurde ich erstmal von zwei kleinen Hunden begrüsst, aber die waren mit ihrem Frauchen schnell wieder verschwunden und ich hatte den See und die Wiesen für mich ganz allein. Wie sich herausstellte, waren meine Erinnerungen richtig und die geplante Seeumrundung scheiterte an einem gut gefüllten, mehrere Meter breiten Wasserzulauf, so dass ich den ganzen Weg wieder zurück laufen musste und mich dabei mehr als einmal fragte, ob die Spuren auf dem feuchten Boden wohl von Rehen oder Wildschweinen stammten. Gesehen habe ich dieses Mal aber nur ein paar Enten, ein Blesshuhn und noch diverses anderes Federvieh. Eine ganze Rolle Film habe ich bei der Gelegenheit auch voll gekriegt, auf die Bilder werdet ihr jedoch noch etwas warten müssen, da ich sie selbst entwickeln möchte und keine C41 Fotochemie mehr da habe.

Stattdessen habe ich für den heutigen Beitrag ein paar unveröffentlichte Mittelformatbilder aus dem Archiv heraus gesucht. Sie sind allesamt in Düsseldorf aufgenommen und entstanden bei einem kleinen Experiment mit meiner mittlerweile verkauften DianaF+. Diese Kamera kommt mit verschiedenen Rahmen, die es einem u.a. ermöglichen, eine Rolle 120 Film entweder für 12 große oder aber für 16 kleine Bilder. Man kann den kleineren Rahmen aber auch komplett weglassen und trotzdem den Zähler für 16 Aufnahmen verwenden, dadurch entstehen Bilder, die sich überlappen. Das klang für mich zumindest interessant genug, um es mit drei Filmen zu testen, wirklich spannend fand ich die im späten Herbst bzw. Winter entstanden Aufnahmen damals jedoch nicht, daher blieben sie auf der Festplatte liegen. Neulich beim Aufräumen konnten dann doch ein paar von ihnen mein Interesse wecken und ich habe eine kleine Serie aus ihnen gebastelt.


 

Normalerweise sind natürlich alle Aufnahmen quadratisch, das erste Bild war jedoch eine Art Randstück und teilweise inhaltslos, also habe ich mich dazu entschlossen, konsequent jeweils eine Hälfte der Bildpaare etwas zu beschneiden. Da die Aufnahmen mittlerweile schon etwas mehr als 4 Jahre alt sind, weiß ich nicht mehr so genau, welche Filme ich damals verwendet habe und mag jetzt auch gerade nicht nach den Negativen suchen. Wie man jedoch unschwer erkennen kann, wurden die ersten zwei Aufnahmen mit einem abgelaufenen Film gemacht, wodurch diese tollen rötlichen Verfärbungen an den Rändern entstehen. Bei den anderen vier Bildern kann man an einigen Stellen erkennen, wie die Markierungen des Filmträgers Spuren auf dem Negativ hinterlassen haben, daher war es mit ziemlicher Sicherheit wohl ein Farbfilm von Lomography. Ein paar Rollen von denen habe ich hier noch rumliegen, vielleicht schaffe ich es ja irgendwann noch, auch sie endlich mal voll zu knipsen.

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4 Kommentare

  1. ich hatte ja auch mal überlegt, so eine lomo cam zu kaufen, hab mich dann aber nach einigem hin und her doch dagegen entschieden. ich mag den look hier aber gern, vor allem mit den light leaks. mein weit abgeschlagener favorit: das zweite bild!

    1. Ich hatte mir die DianaF+ damals ja gekauft, weil ich unbedingt mal das Mittelformat testen wollte. Light Leaks sind schon sehr cool, tauchten aber komischerweise meistens nur auf, wenn ich abgelaufenen Film verwendet habe. Dabei sind schon ein paar schöne Bilder entstanden. Nach ner Weile fand ich aber die Schwierigkeiten bei der Bildkomposition durch den versetzten Suche etwas blöd und hab mir daher doch ne Hasselblad geleistet. Die DianaF+ habe ich vor ein paar Monaten verkauft. Die Holga behalte ich noch, weil sie inzwischen nicht mehr hergestellt wird und vielleicht irgendwann mal etwas mehr Geld wert sein wird.

      Das zweite Bild ist auch mein Liebling, die anderen sind quasi nur schmückendes Beiwerk 😉

  2. Experimenting is always interesting, and sometimes you get good results, like in these photos. The combination of colours, light and some blurred area gives an impressionistic look, much more alive then many perfect digital images we see today. Long time I do not use my Holga, now I’m more using the old Rolleiflex which was my father’s Rollei when I was a child!
    robert
    PS: I also like the combination of square and rectangular photos…well done!

    1. Thanks so much for your kind words, Robert! I still like to experiment – sometimes you fail but sometimes you get really lucky. When I shoot digital, I’m often very perfectionistic and can get distracted by small details. But when I shoot film, I just don’t worry that much and have learned to embrace and treasure the different look you get. Sometimes, the less perfect can be the more interesting and I’m still getting excited about this kind of pictures 🙂
      I never really got warm with my Holga and only shot 2-3 rolls of film with it. The Rolleiflex, despite its much higher weight, is a much better companion than the Holga and the fact that you father has seen the world through it before makes it even more special. Originally, I also wanted to buy a Rolleiflex but then stumbled over a cheap Hasselblad on Ebay so got that instead. Haven’t used it for a while so guess it’s about time to shoot some medium format film again.

      Kind regards,
      Viola

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