Druckexperimente mit gesammelten Überresten

Ich bin noch gar nicht so richtig wach, habe keinen Kaffee mehr im Haus und wollte eigentlich erst in ein paar Tagen wieder einen neuen Beitrag basteln, aber ich habe gerade zwei noch recht neue Cyanotypie-Drucke zwischen den Büchern gefunden und mir gedacht, dass es wohl an der Zeit, sie euch mal zu zeigen. Sie sind Teil eines kleinen Experiments, dass ich in den vergangenen Wochen mit ein paar gesammelten Blattskeletten durchgeführt habe. Solche Fundstücke kann man natürlich auch direkt für die Cyanotypie verwenden, indem man sie einfach auf das beschichtete Papier legt und in der Sonne belichtet. Man erhält dann wie gewohnt einen weißen Abdruck des Objektes auf dunkelblauem Untergrund.

Ich wollte aber gerne mal etwas anderes ausprobieren und die zarten Strukturen dieser Gebilde etwas besser deutlich machen. Also habe ich die Blätter gescannt, sie in Photoshop ein klein wenig nachbearbeitet und paarweise auf ein paar Overheadfolien gedruckt, die mir später als Negative (oder in diesem Fall wohl eher Positive) für den Druck dienten. In der Theorie ist es etwas einfacher als in der Praxis, denn zum einen fabriziert mein Drucker leider immer noch Streifen auf den Folien und zum anderen lässt auch eine schwarzbedruckte Folie viel schneller Licht durch, als man denkt. So habe ich eine Weile und einige Fehlversuche gebraucht, bis ich von den 6 gesammelten Exemplaren Drucke hatte, bei den die Struktur einigermaßen scharf und der Hintergrund trotzdem noch nahezu weiß war. Ganz perfekt sind sie zwar noch immer nicht und werde weiter versuchen, den Look noch etwas sauberer hinzubekommen, aber ich bin trotzdem sehr zufrieden mit den Ergebnissen, die halt mal etwas anders sind als die Cyanotypien, die man normalerweise so sieht.



Auch heute zum Schluß noch mal der dezente Hinweis auf meinen Etsy-Shop, in dem man einen Teil meiner Original-Cyanotypien käuflich erwerben kann. Mit dem Coupon-Code OLASWELT417 bekommt ihr bis zum 14. Mai 2017 einen Rabatt von 10% auf alle Drucke und Postkartensets. Vielleicht braucht ja noch jemand von euch ein kleines, ungewöhnliches Geschenk zum Muttertag oder auch einfach nur etwas Schönes für die eigenen 4 Wände. Ich werde wohl das sonnige Wetter heute nutzen, um im Garten ein paar frische Pflanzenproben zu sammeln und mit dem bereits beschichteten Papier, dass ich noch da habe, ein paar Minidrucke im A6-Format zu machen.

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4 Kommentare

  1. das set ist superschön geworden und die technik hört sich ganz schön kompliziert an 🙂 das 5. bild finde ich besonders schön. die streifen auf dem papier sind tatsächlich ein bisschen schade, weil sie etwas ablenken, aber wenn die technik mätzchen macht, kann man nicht soviel machen.

    1. So kompliziert ist es eigentlich gar nicht, aber der Teufel liegt halt im Detail. Mein Drucker malt Streifen wo keine sind und ich weiß noch nicht, ob er einfach die Folien nicht mag oder ob ich zu lange mit dem letzten Patronenwechsel gewartet habe. Ich hab noch ca. 30 Folien da und werde wohl noch mal neue drucken. Das zweite Problem ist die Sonne. Normalerweise gilt je mehr, desto besser, aber für Drucke mit Folien ist bewölkter Himmel offenbar günstiger. So habe ich etwas zu tun für Sonnen-und Regentage 🙂

  2. Sehr gelungen, Viola.
    Ich finde die Einfachkeit, Geradlinigkeit und Filigranität einfach schön.
    Was mir zu den Streifen einfällt, ich würde das ganze proffessionell Printen lassen im Fachlabor dann mußt du dich auch nicht über Streifen ärgern, hätte außerdem den Vorteil das du auch größere Formate machen kannst. Also wenn ich mir deine Blattmotive in A3 oder noch besser in A2 vorstelle… das wären sicher mega eyecatcher.
    Das mit der Lichtdurchlässigkeit ließe sich vielleicht mit, zweimal printen und genau übereinander legen (am rand eine Print marke oder so setzen) verbessern.
    So da ich hoffe du bist mir nicht böse das ich jetzt doch so viel Senf dazu gegebn hab…
    Liebe Grüße aus Wien
    Peter

    1. Vielen Dank, Peter! Ich bin natürlich nicht böse über die Anmerkungen 🙂 Hatte selbst überlegt, statt Folien vielleicht Schablonen drucken zu lassen. Man kann ja auch Folien für in Streetart verwendete Stencils mit Laser drucken bzw. brennen lassen. Ich hab das vor ein paar Jahren mal irgendwo gesehen, finde nur die Seite nicht mehr. Eine andere Überlegung ist, einen zweiten Druck auf Papier zu machen, die Blattform auszuschneiden und den Rest einfach als Maske auf die Folie zu legen, um den Hintergrund vor Licht zu schützen. Ich werde damit in den nächsten Wochen und Monaten sicher noch ein bißchen experimentieren 🙂

      Liebe Grüsse von der Ostsee,
      Viola

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