Analoge Experimente in dunklem Rot und Orange

Ich habe euch neulich ja schon erzählt, dass ich vor kurzem mal wieder mit meiner Nikon FM2N unterwegs war und ein paar neue Aufnahmen in Farbe rund um den Baggersee gemacht habe. Die Bilder habe ich auch schon vor einer Weile entwickelt und gescannt, fertig beschnitten und gesäubert habe ich sie aber noch nicht, weil ich auf den ersten Blick doch ein wenig enttäuscht von den Ergebnissen war. Wie es scheint, werde ich mit dem Kodak Gold 200 Film einfach nicht so richtig warm und bin nie wirklich zufrieden mit der Wiedergabe der Farben, ob der Film nun im Fotofachlabor, im Labor des Drogeriemarktes oder von mir selbst entwickelt wurde. Da ich vom Entwickeln noch leere Filmdosen da hatte, dachte ich mir, ich wage mal ein neues Experiment und bastle mir aus meinen Filmvorräten einfach mal ein paar Rollen Redscale-Film. Das ging viel leichter als gedacht, man braucht den gewünschten, unbelichteten Film einfach nur verkehrt herum an den Filmrest einer leeren Dose kleben im Dunkeln aufwickeln, und auf möglichst sonniges Wetter warten.

Am vergangenen langen Wochenende hatten wir zwar ein bißchen viel Wind hier oben im Norden, aber auch relativ viel Sonnenschein, so konnte am Sonntag ein paar Cyanotypien machen und Montag die erste Rolle des selbstgemachten Redscale-Films vollknipsen. Wie es bei meinen Tests häufig der Fall ist, mache ich dafür keine großen Ausflüge, sondern gehe erstmal in der näheren Umgebung auf Motivsuche. Dieses Mal war es wieder der Garten und die Nachbarschaft meiner Eltern, denn dort findet sich eigentlich immer irgendetwas Interessantes, auch wenn es nur ein paar Blumen, Bäume oder Haustiere sind, und ich bin ehrlich gesagt auch nicht allzu wählerisch, wenn ich den Film möglichst schnell voll kriegen will, damit ich ihn abends gleich noch entwickeln kann. Die Bilder dieser ersten Rolle Film werde ich vermutlich thematisch grob in zwei Serien bzw. Beiträge aufteilen und beginne heute einfach mal mit ein paar blühenden Obstbäumen und Sträuchern.










Zum Schluß noch kurz ein paar technische Details für die Interessierten: Die Aufnahmen wurden mit einer Nikon FM2N und dem Nikkor 50 mm f/1.8 Objektiv gemacht. Der verwendete Film war ursprünglich ein Kodak Gold 200, den ich umgedreht in eine leere Filmdose gewickelt und so in einen Redscale-Film umgewandelt habe. Da solche Filme in der Regel etwas mehr Licht benötigen, habe ich vorab ISO 100 statt 200 eingestellt und meistens auch noch etwas überbelichtet. Trotzdem sind die Aufnahmen ein bißchen dunkler geworden als erwartet, allerdings habe ich diese Motive zum größten Teil im Schatten bzw. erst am späten Nachmittag fotografiert. Entwickelt habe ich den Film später zuhause mit dem Tetenal C41 Negativ-Kit Rapid im Jobo-Tank bei ca. 38°C. Auch wenn die Farbwiedergabe ein wenig anders ist als bei den Mittelformatbildern, die ich in der Vergangenheit mit fertig gekauftem Redscale-Film gemacht habe, bin ich sehr begeistert von den ersten Ergebnissen und werde wohl auch die restlichen Rollen Kodak Gold, die ich noch vorrätig habe, umdrehen. Der nächste Sommer kommt ja bald und bietet hoffentlich viele Gelegenheiten, die Welt auch mal in rot zu sehen.

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4 Replies to “Analoge Experimente in dunklem Rot und Orange”

  1. Sind gut geworden deine Redscales! Ist ja wirklich immer schwer einzuschätzen mit der Farbintensität. Ich hab letzte Woche auch mal wieder geredscaled, mal schaun was dabei rauskommt. Muß aber dazu sagen das ich schon sehr extrem überbelichtet habe weil ich eher ein wenig retrotouch kreiren wollte als richtig rote Farbtöne… ob das auch geklappt hat.
    Alles Liebe Peter

    1. Dankeschön, Peter! Ich habe noch ein paar Bilder, die weniger rot sind, aber auch welche, die noch bizarrer aussehen und echt krasse Farben haben. Beim nächsten Film werde ich die ISO vermutlich auf 50 stellen oder noch mehr überbelichten. Redscale wird doch meistens eher zu dunkel als zu hell, muss man halt ausprobieren. Ich drück Dir die Daumen, dass es geklappt hat, und warte gespannt auf Deine Bilder 🙂

      Liebe Grüße,
      Viola

  2. Ein interessantes Experiment, sehr gut gegangen. Mir gefällt das erste Bild sehr gut.
    robert

    1. Vielen Dank, Robert! Das erste Bild gefällt mir auch am besten 🙂

      Liebe Grüße,
      Viola

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