Eine Frühlingsnacht voller Kunst

Am letzten Freitag im Mai findet in der östlichen Altstadt von Rostock die Kunstnacht statt und das nun schon seit 17 Jahren. Einen ganzen Abend lang stellen verschiedene Künstler in den Ateliers, Läden, Büros, Wohnungen und Kirchen ihre Werke aus, es wird musiziert, rezitiert und auch getanzt. Für die Besucher ist das Ganze kostenlos und unkompliziert, sie können einer der überall ausliegenden Karten benutzen oder auch einfach nur nach den blauen Luftballons Ausschau halten, die jeden der teilnehmenden Kunstorte kennzeichen. Da ich mich ja erst seit etwa 6 Jahren mit der Fotografie beschäftige und davor eher wenig mit Kunst zu tun hatte, war ich im vergangenen Jahr jedoch das allererste Mal dort und war sehr angenehm überrascht, wie gut sich dieses Viertel entwickelt hat und wie nett es war, sich einfach mal treiben zu lassen und so viele interessante Dinge dicht beieinander zu entdecken. Damals nahm ich mir vor, es in diesem Jahr auch zu probieren und mir einen Ort zu suchen, an dem ich ein paar meiner Bilder zeigen kann. Es ist mir dann auch tatsächlich noch rechtzeitig wieder eingefallen, am Ende war es aber im Grunde doch eher eine große Portion Glück und die hilfreiche Vermittlung des Vereins zur Förderung der östlichen Altstadt, durch die meine Teilnahme überhaupt erst möglich wurde. Aber ich konnte nicht einfach nur bei der diesjährigen Kunstnacht am 26. Mai mitmachen, ich durfte meine Bilder auch noch an einem ganz besonderen, historischen Ort zeigen – dem Kuhtor. Das kleinste und zugleich auch älteste der noch bestehenden Rostocker Stadttore ist aktuell Sitz der Mediationsstelle Rostock und der Straube Managementberatung, die mir für diesen Abend die Wände zweier Räume als Ausstellungsfläche zur Verfügung gestellt haben. Damit ihr euch das ein bißchen vorstellen könnt, zeige ich euch mal ein paar Fotos des Kuhtors, die ich ein paar Wochen vor der Kunstnacht bei nicht ganz so schönem Wetter mal schnell mit dem Handy aufgenommen habe – einmal hinter der Mauer (links) und einmal davor (rechts).

Da ich dort viel mehr Platz zur Verfügung hatte als ursprünglich erhofft, habe ich mich dazu entschieden, zwei verschiedene Bereiche meiner künstlerischen Arbeit zu zeigen. Im unteren Raum, in dem an dem Abend der Musiker Christian Hänsel live Gitarre gespielt hat, habe ich die Wände mit Fotografien aus Malaysia und Singapur behängt, die ich extra für die Ausstellung drucken lassen habe. Obwohl ich meine Bilder zum Aufhängen normalerweise auf Kodak-Fotopapier ausbelichten lassen, habe ich mich dieses Mal für die etwas günstigere Variante des UV Posterdruckes entschieden, den das Labor meines Vertrauens – WhiteWall – als eine von vielen möglichen Optionen anbietet. Die Lieferung ging schon viel schneller als erwartet und ich die Bilder wurden bereits nach nicht einmal 2 Tagen zugestellt. Ich war schon ein wenig aufgeregt beim Öffnen des Kartons, aber das Ergebnis hat mich mehr als begeistert. Der von Whitewall verwendete 6-Farben-Druck schmeichelt den Bildern wirklich sehr und bringt die Farben regelrecht zum Leuchten. Für einen schönen Kontrast mit den alten Mauern des Kuhtors und auch, weil ich es persönlich so schöner finde, habe ich mich für Drucke mit einem 5 cm breiten, weißen Rand entschieden, die ich dann in ganz schlichten, ebenfalls weißen Holzrahmen aufgehängt habe. Am Veranstaltungsabend selbst hatte ich leider überhaupt keine Zeit zum fotografieren, aber ich habe nach dem Aufhängen bzw. vor dem Abhängen der Bilder schnell noch ein paar Fotos machen können, die ich heute mit euch teilen möchte. Falls einige von euch die ursprünglichen, vor etwa 2 Jahren veröffentlichten Bilder der Asienserie noch nicht gesehen haben: ihr findet sie alle in diesem Flickr-Album.







In einem zweiten Raum, der sich ganz oben unter dem Dach des viergeschossigen Kuhtors befindet, habe ich zusätzlich noch ein paar meiner Cyanotypien als Collagen auf selbst gebastelten Holztafeln ausgestellt. Da es dort etwas ruhiger war und man auch leichter nah an die Bilder heran gehen konnte, hat sich das einfach gut angeboten. Ich habe eigentlich den ganzen Abend dort oben verbracht, mich mit den Besuchern über meine Bilder unterhalten und auch schon mal die grundlegenden Arbeitsschritte dieses alternativen fotografischen Prozesses erklärt. Das Interesse war überraschend groß und die Reaktionen durchweg positiv, was mich nicht nur sehr gefreut, sondern auch ganz schön auf Trapp gehalten hat. Und ein paar kleinere Bilder im Format A6, die ich noch zusätzlich zum anschauen und mitnehmen dabei hatte, haben sogar noch am gleichen Abend ein neues Zuhause gefunden.



In der Ausstellung habe ich auch einige neue Cyanotypien aus diesem Frühjahr gezeigt, darunter 6 quadratische und 4 extragroße Bilder im Format A3, wie man in den letzten 2 Fotos schon erahnen kann. Auch wenn das Publikum ein ganz anderes war und von meinen Lesern vermutlich nur 2 Leute am Freitag live vor Ort waren, wollte ich die Arbeiten gerne zuerst dort zeigen, ihr bekommt sie aber in den nächsten Tagen oder Wochen garantiert auch noch hier zu sehen. Alle neuen Bilder werden außerdem demnächst auch in meinem Etsy-Shop erhältlich sein.

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