Redscale in der Südstadt

Heute war ein Tag, an dem ich eigentlich so viel vor hatte, dass ich am liebsten gleich alles wieder liegen gelassen und gar nichts gemacht hätte. Als ich morgens meine erste Tasse Kaffee schlürfte und überlegte, was ich wohl als erstes mache, kam mir in den Sinn, dass ich doch zum Aufwärmen und Wachwerden einfach schnell noch einen Beitrag für den Blog schreiben könnte. Ich meldete mich bei WordPress an, begann die ersten Bilder zu exportieren und wurde von all den anderen Dingen abgelenkt. Viele Stunden später sitze ich leicht schläfrig am Rechner und denke daran, dass ich früher ja auch immer ganz spät gebloggt habe. Warum also nicht auch heute? Man muß ja nicht jedes Mal einen Roman schreiben, schon gar nicht, wenn man eigentlich nur ein paar Bilder zeigen will.

Ich habe da nämlich noch eine kleine Serie vom letzten Redscale-Experiment, die eigentlich auch zeitlich früher entstanden sind. Ich war Mitte Mai nach langer Zeit mal wieder beim GDCh-Kolloquium am Institut für Chemie auf dem Südstadt-Campus und habe mir einen von Prof. Dr. Christian Mayer gehaltenen Fach-Vortrag über die molekulare Entwicklung von Vesikelmembranen angehört. Ich glaube, es war das erste Mal seit mehr 10 Jahren, dass ich dort mal wieder in einem Hörsaal gesessen habe und zwar in genau dem gleichen Hörsaal, in dem ich 2006 meine Doktorarbeit verteidigt habe. Irgendwie kommt es mir gar nicht so lange vor, trotzdem habe ich mich auf dem Hinweg glatt ein bißchen verlaufen. Bevor es los ging hatte ich mir vorsorglich schon meine mit einem frischen Redscale-Film bestückte Nikon eingesteckt, so konnte ich auf dem Rückweg von der Uni zur Straßenbahn noch ein paar Bilder machen. Die erste Serie von Bildern entstand auf dem Südring, kurz hinter der Kreuzung zur Erich-Schlesinger-Straße und nicht weit entfernt vom Hauptbahnhof.




Bevor ich an meiner Haltestelle auf dem Südring angekommen bin, habe ich mich unterwegs in der Joachim-Jungius-Straße schon mal ein bißchen warm geknipst und ein paar Bilder von blühenden Kastanienbäumen und Sträuchern gemacht, die ich hier gerne noch hinten an stellen möchte.





Zum Schluß noch kurz ein paar technische Details: Die Aufnahmen wurden mit einer Nikon FM2N und dem Nikkor 50 mm f/1.8 Objektiv gemacht. Der verwendete Film war ursprünglich ein letztes Jahr in Bulgarien gekaufter Kodak Colour 200, den ich umgedreht in eine leere Filmdose gewickelt und so in einen Redscale-Film umgewandelt habe. Dieses Mal bin ich noch etwas extremer vorgegangen und habe gleich mit ISO 25 Einstellung fotografiert, trotzdem habe ich zusätzlich noch leicht überbelichtet.  Die Entwicklung erfolgte wie gewohnt mit dem Tetenal C41 Negativ-Kit Rapid im Jobo-Tank bei ca. 38°C. Wie schon in der ersten Bilderserie von dieser Rolle zu sehen war, sind die Farbtöne durch die Überbelichtung sehr stark in Richtung grün-gelb verschoben, was meiner Meinung nach sehr gut zu den alten Plattenbauten der Südstadt passt. Es erinnert mich auch daran, dass ich noch immer viel zu wenig in Rostock fotografiert habe und mir möglichst bald neuen Redscale-Film basteln muss.

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