Das Flussufer in nostalgischen Rottönen

Während der Süden Deutschlands und viele andere Teile Europas noch immer unter einer Hitzewelle leiden und mehr oder weniger vor sich hin schwitzen, ist es hier bei uns im Norden, an der Ostseeküste, schon seit ein paar Tagen wieder kühler, wolkiger, windiger als es uns lieb ist. Für das bevorstehende Wochenende ist auch wieder Regen angesagt und beim Blick aus dem Fenster, der dicke graue Wolken am Himmel und die Tropfen des letzten Regenschauers offenbart, fällt es wahrlich nicht schwer, das auch zu glauben. Am vergangenen Wochenende und auch zu Beginn der Woche sah es aber auch hier noch ganz anders aus und wir bekamen bereits einen kleinen Vorgeschmack auf den Sommer. Vor lauter Übermut haben wir beschlossen, dass wir nun endlich mal etwas in Angriff nehmen wollen, das uns schon seit einigen Jahren nicht aus dem Kopf geht und sich in einer Stadt wie Rostock, wo es so viel Wasser gibt, eigentlich auch ziemlich nahe liegt: Stand Up Paddling. Die dafür benötigten Boards kann man hier mittlerweile sowohl an der Warnow als auch an der Ostsee stundenweise ausleihen, aber wenn es zufällig gerade günstige Angebote im Baumarkt bzw. Discounter gibt, fällt es schwer zu widerstehen.

Am Montag Nachmittag sind wir schließlich bei wirklich tollen Sommerwetter mit einem Board runter ans Flussufer gefahren, um mal zu schauen, ob das mit dem Paddeln im Stehen überhaupt funktioniert und etwas für uns ist. Während mein Freund damit beschäftigt war, das Board zusammen zu bauen und aufzupumpen, habe ich mir meine Kamera geschnappt und in der Nähe ein paar Fotos von dösenden Enten, herumtreibenden Schwänen, schaukelnden Booten und glitzerndem Wasser zu machen. Da es an diesem Tag sehr sonnig war, habe ich mir für den Einsatz vorher noch schnell einen frischen Redscale-Film gebastelt, so wirken die Bilder gleich ein wenig nostalgischer, obwohl sie eigentlich ganz aktuell sind. Aber es gibt hier eben auch viele Orte, an denen die Zeit fast still zu stehen scheint, das Gehlsdorfer Flussufer ist für mich definitiv einer davon.









Wie immer noch schnell ein paar technische Details für die Interessierten unter euch: Die Aufnahmen wurden mit einer Nikon FM2N und dem Nikkor 50 mm f/1.8 Objektiv gemacht. Der verwendete Film war ursprünglich ein letztes Jahr in Bulgarien gekaufter Kodak Colour 200, den ich umgedreht in eine leere Filmdose gewickelt und so in einen Redscale-Film umgewandelt habe. Ich habe auch dieses Mal wieder mit ISO 25 Einstellung fotografiert, dafür aber meistens nicht noch zusätzlich überbelichtet. Die Entwicklung erfolgte wie gewohnt mit dem Tetenal C41 Negativ-Kit Rapid im Jobo-Tank bei ca. 38°C. Nach unserem Ausflug zum Flussufer sind wir mit dem Board weiter gezogen zum etwas ruhigeren Wasser des Baggersees und auch davor habe ich unterwegs schon ein paar Aufnahmen in einem kleinen Park gemacht, die ich euch später noch in 2 weiteren Serien zeigen werde.

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2 Replies to “Das Flussufer in nostalgischen Rottönen”

  1. der redscale film ist mir in dem fall fast schon ein klein wenig zu rot, aber es hat auf jeden fall etwas von erinnerung an den sommer… stand up paddling will ich ja auch schon ewig ausprobieren.

    1. Ist halt alles eine Frage der Belichtung und schon eine etwas knifflige Angelegenheit. Ich persönlich mags lieber etwas mehr rot als grün und hätte theoretisch in Lightroom noch ein bißchen korrigieren können. Ein bißchen liegt es aber wohl auch am verwendeten, selbst gemachten Film und eventuell auch am Entwickler, da kriegt man halt andere Ergebnisse.

      Ich hatte mich schon vor Jahren auf der Bootsmesse in so ein Board verliebt, aber in Düsseldorf hätte es mir wenig genützt und letzten Jahr hab ich es irgendwie verschwitzt, aber diesen Sommer wird gepaddelt! Ich wollte mir eigentlich noch ne günstige Action-Cam dafür kaufen, hab jetzt aber einfach ne ordentliche wasserdichte Hülle für mein iPhone bestellt. So kann ich auf dem Wasser auch ein paar Bilder und Videos machen 🙂

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