InstantLove: In einem Wald vor unserer Tür

Ich habe diesen Beitrag bereits am vergangenen Freitag begonnen und dann tagelang nicht die Zeit gefunden, ihn zu beenden. Aber Montag scheint mittlerweile ein ganz passender Tag zum bloggen zu sein und es ist eigentlich auch eine gute Art, in eine neue Woche zu starten. Ein wenig schwer tue ich mich gerade trotzdem, denn obwohl ich heute morgen viel zu lange im Bett geblieben bin, kriege ich aufgrund einer sehr traumintensiven Nacht kaum die Augen auf und habe noch immer viel zu viele Bilder im Kopf, um mich an das zu erinnern, was ich ursprünglich schreiben wollte. Ich glaube, es ging dabei wohl darum, wie ich am Ende meiner fotografischen Entdeckungsreise rückwärts durch die Zeit trotz meiner Zweifel und den leider viel zu hohen Filmkosten doch noch bei der Polaroidfotografie gelandet bin und mich auch gleich ein wenig in den ganz besonderen Look der Bilder verliebt habe. Wobei ich dazu sagen muss, dass ich auch hier wieder sehr viel Glück gehabt und bereits bei meinen ersten Versuchen ein paar wirklich schöne Ergebnisse erhalten habe, die ich heute mit euch teilen möchte.

Entstanden sie diese etwas verträumten Naturaufnahmen vor etwa 3 Monaten in dem kleinen Wäldchen, das sich ganz in der Nähe meines Elternhauses befindet. Es ist einer dieser ganz besonderen Orte meiner Kindheit, an dem die Zeit nahezu still zu stehen scheint. Viel verändert hat sich dort nicht, auch wenn die Bäume und Sträucher natürlich immer weiter wachsen und einige Stellen heute auch nicht mehr so leicht zugänglich sind wie damals. Leider wird das Dickicht mittlerweile auch gerne zum Abladen von Gartenabfällen und anderem Unrat benutzt, was vielleicht auch ein Grund dafür ist, warum dort heutzutage keine Kinder mehr spielen.

 
 
 

Ich laufe trotzdem ab und zu mit Hund Felix über den alten Pfad durch das Wäldchen, freue mich über das junge Grün der Sträucher, den mit unzähligen bunten Blüten bedeckten Boden und die blühenden, wilden Obstbäume. Manchmal denke ich daran, wie wir dort mit unseren Freunden Verstecken gespielt, kleine Unterstände aus Zweigen gebaut und Pflaumen, Äpfel und Kirschen direkt vom Baum genascht haben; wie wir am Hang Schlitten gefahren und in den großen Bäumen herum geklettert sind; wie es eigentlich so war, damals, als wir selbst alle noch Kinder waren. Und wer weiß, vielleicht bedeutet die Rückkehr zu solchen Orten und Erinnerungen ja auch, dass man niemals so ganz erwachsen wird und für immer zumindest ein kleines bißchen Kind bleibt.

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10 Replies to “InstantLove: In einem Wald vor unserer Tür”

  1. ach schön, die farben und das licht! und die erinnerungen dazu! jaa das gefällt mir sehr und deine polaroidliebe kann ich sehr gut nachvollziehen!

    1. Das freut mich 🙂 Ich war auch ganz hin und weg. Mittlerweile haben sich auch ein paar Bilder angesammelt, bei denen es nicht ganz so gut geklappt hat, aber ich lasse mich nicht abhalten und habe schon 4 neue Filmpacks im Kühlschrank liegen.

  2. …ja, an solche Wäldchen erinnere ich mich auch. Und sie kommen mir wieder ins Gedächtnis, wenn ich hier, mehr als 200 km von meinem Elternhaus entfernt, durch eine ähnliche Landschaft streife – das muss dann natürlich auch querfeldein sein! Sehr schöner Beitrag, vielen Dank!

    1. Gern geschehen und danke für die lieben Worte, Tobias. Ich habe ja ein paar Jahre mitten in Düsseldorf gewohnt, da hat es mir irgendwann echt gefehlt, einfach mal so durch die wilde Natur zu streifen und es war wohl auch einer der entscheidenden Gründe, warum ich wieder zurück nach Rostock gegangen bin. Es ist sehr schön, dass Du auch in Deiner neuen Heimat solche Orte entdecken und erkunden kannst.

      1. Interessant, denn die Kindheitsbilder in meinem Kopf sind aus Düsseldorf (Gerresheim). Aber auch dort hat sich viel verändert, und die Wäldchen gibt es so wohl nicht mehr.

        1. Oh man, ich glaube, ich war in den 9 Jahren nicht ein einziges Mal in Gerresheim, dabei habe ich die ersten 2,5 Jahre in Flingern-Nord gewohnt. Es gibt bestimmt noch ein paar solcher Fleckchen in bzw. um Düsseldorf, aber man muß sich Zeit nehmen, sie zu entdecken. Aber ich bin ja auch ein bißchen bequem gewesen und habe viel gearbeitet, etwas wildere Natur habe ich da nur erkundet, als ich in Neuss gewohnt habe, wo ich die Erft und den Rhein quasi direkt vor der Türe hatte.

  3. Love the colours in your photos…memories and dreams are good to keep that small child alive!
    robert

    1. Thank you, Robert 🙂

  4. Hi Viola
    Deine Fotos könnten auch aus meinem Kindheitswäldchen sein. Dort hatten meine Schwester und ich unser eigenes Fantasiereich wo wir mit unseren Stockschwertern ganze Monsterarmeen bekämpften, verwunschene Portalbäume aufsuchten, uns eine Brücke über den Bach bauten und uns so manches Geheimversteck für unsere Artifakte anlegten…
    Ein schöne Zeitwar das ;). Danke fürs dran erinnern!
    LG Peter

    1. Gern geschehen 🙂 Deine Erinnerungen klingen toll und ich kann mir das gut vorstellen. Ich war damals auch meistens mit meinem Zwillingsbruder unterwegs in der ‚Wildnis‘ am Stadtrand, da gab es immer wieder neue Dinge zu entdecken und es wurde nie langweilig. Und auch heutzutage zieht es mich mit der Kamera immer wieder dorthin. Ich habe noch so einige Polaroids von diesen Orten, mal sehen, ob die auch Erinnerungen wecken.

      Ganz liebe Grüße zurück,
      Viola

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