A heart for a heart

Wenn ich lange Zeit nicht mehr gebloggt habe, weiß ich nie so richtig wie ich anfangen soll. Ich arrangiere ein paar Bilder, dann überlege ich es mir wieder anders. Ich schreibe ein paar Sätze und es fühlt sich einfach nicht richtig an, also lösche ich alles wieder. Ich denke darüber nach, es einfach zu lassen und mich wieder auf das Sofa zu legen. Ich beschließe, dass es doch möglich sein muß, es dieses Mal so kurz wie möglich zu halten und mir vielleicht beim nächsten Beitrag etwas mehr Zeit zu nehmen. Vielleicht lassen sich die Worte dann wieder viel leichter finden, weil der Druck wieder etwas kleiner geworden ist. Natürlich könnte ich die Zeitspanne noch etwas größer werden lassen, ich muß doch auch nichts schreiben. Aber ich möchte es, weil es wichtig ist. Nicht stehen zu bleiben.

Am 29. September war World Heart Day. Bis vor ein paar Monaten habe ich davon gar nichts gewußt, aber dann rief Rankin, der nach wie vor einer meiner Lieblingsfotografen ist, in den dazu auf, zur Unterstützung der British Heart Foundation in diesem Jahr Kunstwerke in Herzform zu erschaffen und sie an diesem Tag in sozialen Netzwerken zu teilen, um die Menschen daran zu erinnern, auf ihr Herz zu achten. Damals gefiel mir einfach die Idee und so begann ich, an ein paar herzförmigen Cyanotypien zu arbeiten, was sich als knifflige Angelegenheit herausstellte und auch nicht ganz so klappte, wie ich es mir ursprünglich vorgestellt hatte. Weil die fertigen Drucke mir am Ende doch alle etwas zu schmuddelig aussahen, um sie komplett zu teilen, habe ich am Ende doch noch digital nachgeholfen und die Herzen in Photoshop ausgeschnitten. Das war schon nicht schlecht, aber irgendwas fehlte mir noch, also habe ich sie jedoch noch mit einem roten Faden geflickt, neu gescannt und ausgeschnitten. Ganz zum Schluß habe ich dann noch einen kurzen Text zum Herzen aus einem alten Buch als Hintergrund hinzugefügt. Da ich auf Instagram zur Zeit immer 3 zusammengehörige Bilder hintereinander poste und ohnehin gerne in Serie arbeite, ist dabei natürlich nicht nur ein einzelnes Bild entstanden.



Als ich anfing, an den Bildern zu arbeiten, hatte ich noch keine Ahnung davon, dass dieses Thema viel persönlicher werden würde als erwartet. Erst in den letzten Wochen habe ich gelernt, dass die Symptome eines Herzinfarktes bei Frauen völlig anders sein können als bei Männern und es nicht immer so aussieht, wie man es vielleicht vom Hörensagen, aus Büchern oder Filmen kennt. Ich habe nicht gewußt, dass es auch so etwas wie einen stummen bzw. stillen Herzinfarkt gibt, den man gar nicht oder erst viel später bemerkt.  Aber so etwas erzählt einem in der Regel ja auch niemand oder nur, wenn es in der Vergangenheit bei einem Verwandten und engen Freund schon mal so oder so ähnlich vorgekommen ist. Glücklicherweise kann er oft trotzdem noch rechtzeitig behandelt und das Herz mit Hilfe von ein paar Stents wieder ordentlich in Gang gebracht werden. Trotzdem ist es wichtig, es im Hinterkopf zu behalten und auf sich zu achten, am besten schon bevor überhaupt etwas passiert und nicht erst danach.

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4 Replies to “A heart for a heart”

  1. oh wow, die sind ja ganz wundervoll! <3 ich liebe das herzsymbol ja schon, seit ich ein kleines kind bin und kunst mit bild und schrift mag ich im allgemeinen meist sehr.

    1. Dankeschön 🙂 Freut mich sehr, dass Dir meine kleinen ‚Heartworks‘ gefallen. Ich will im Winter ein bißchen an weiteren Collagen arbeiten, die werden dann aber komplett analog, also geklebt und genäht. Material habe ich schon fleissig gesammelt, aber momentan fehlt mir einfach die Zeit und die Ruhe dafür.

  2. Sehr gut gemacht, es gefällt mir wie du gearbeitet hast, brava!
    robert

    1. Vielen Dank, Robert!

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