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Artikel getaggt mit ‘Projekt’

[23/52] Precious Little Thing

In den vergangenen Tagen war ich mal wieder ein bißchen unterwegs. Zuerst ging es kreuz und quer durch Düsseldorf und am Sonntag Nachmittag dann mit dem Zug runter in den Süden, auf eine kleine Dienstreise nach Zürich mit kurzem Besuch bei meinem Bruder in Lörrach. Obwohl ich dadurch wenig Gelegenheit zum Bloggen, dafür aber extra viel Zeit zum Nachdenken und Bilder bearbeiten hatte, ist mir die Wahl eines Wochenendbildes mal wieder sehr schwer gefallen. Die ganze Woche hatte ich so eine Idee im Kopf, für ein weiteres inszeniertes Bild zu einem Thema, dass mich seit langem immer mal wieder sehr stark beschäftigt, am Ende fehlte mir jedoch einfach die Zeit dafür. Genug Bildmaterial hatte ich dennoch zur Auswahl und schließlich hat wieder eine kleine Momentaufnahme das Rennen gemacht.

Es ist ein Bild vom vergangenen Samstag, einem sommerlich warmen und vorwiegend sonnigen Nachmittag, an dem mich mein Weg zuerst auf eine Urban Art Vernissage im D’Vine und anschließend über die Rheinkniebrücke an das Oberkasseler Ufer führte. Nachdem ich die ganze Woche über Bilder vom Hochwasser im Osten Deutschlands gesehen hatte, wollte ich mal schauen, wie es hier bei uns am Rhein eigentlich aussieht und wie viel von den Rheinwiesen schon überschwemmt worden ist. So stampfte ich also dort am Ufer entlang zuerst durch hohes Gras und dann, von der Neugier und potenziellen Fotomotiven getrieben, auch durch seichtes Wasser und Matsch, scheuchte ein paar Enten auf und wurde von einem dicken Schaf angegähnt. Ich entdeckte ungewöhnliches Treibgut in Form von 6 noch ungeöffneten Bierflaschen während auf dem Rhein ein paar Männer in einem Schlauchboot an mir vorbei rauschten und sich lautstark bemerkbar machten, damit ich auch ja nicht vergesse, ein Foto von ihnen zu machen. Ich fand sogar ein Stück Treibholz, dass groß genug war, um mir daraus endlich mit den antiken Haken, die schon seit Monaten bei mir herum liegen, eine Garderobe zu bauen. Mit nassen Füßen und vielleicht auch leichtem Sonnenstich trat ich schließlich den Rückweg an und weil ich nicht wieder komplett durch das hohe Gras wollte, ging ich an einem Weidezaun entlang, der dort für eine Herde Schafe aufgestellt war. Natürlich nicht, ohne dabei mindestens einmal ordentlich einen gewischt zu kriegen. Und dann hielt ich plötzlich einen Moment inne, weil ich im Augenwinkel etwas registriert hatte. Direkt vor meinen Füßen saß ein kleiner Hase zusammengekauert im hohen Gras. Beim nächsten Schritt wäre ich vermutlich auf ihn getreten, ich mag mir das noch nicht einmal vorstellen. Aber es ist ja alles gut gegangen und da ich die Kamera zum Glück noch immer in der Hand hatte, konnte ich schnell noch ein Bild von dem kleinen Lümmel machen bevor er mich bemerkte. Beim Davonhoppeln hatte er glaube ich auch noch eine kleine Begegnung mit dem Elektrozaun, das tat mir dann doch ein bißchen leid. Also, immer schön ruhig und die Augen aufhalten, man weiß nie, was einem sonst entgeht.

[22/52] One Day Words

Ich bin spät dran, ich weiß. Und es ist durchaus ein wenig ironisch, denn ich habe während meines kleinen Wochenendtrips zu Freunden einiges erlebt und auch jede Menge Fotos mitgebracht. Am Sonntag, während meiner Rückreise am Nachmittag und auch beim Sichten und Bearbeiten der ersten Bilder auf dem Sofa, war ich mir noch so sicher, dass schon etwas passendes dabei sein würde, um die vergangene Woche zu beschreiben oder zumindest in irgendeiner Weise zu kennzeichnen. Aber es sollte einfach nicht sein, alles drehen und wenden nützte genau so wenig wie das noch einmal darüber schlafen, das größte Thema dieser Tage konnte ich bei bestem Willen in keins der frischen Bilder hinein reden. Umgekehrt läßt sich zwar meistens zu einem gewählten Bild eine Geschichte zurecht rücken, doch dieses Mal funktionierte auch das nicht. Zu frisch war noch die Erinnerung an den Kampf mit dem inneren Schweinehund und das Ringen mit den umherschwirrenden Worten, die sich partout nicht auf der unendlichen Weite eines leeren Word-Dokumentes zu einem Leitartikel für unseren Monatsendbericht zusammenfügen wollten. Es nützte natürlich auch nichts, dass ich die zu Grunde liegende Analyse schon seit 2 Monaten fertig hatte und die Erfahrung vor sich hin summte, wie schnell doch so ein paar hundert Worte zusammengetippt sein können. Es gibt eben Zeiten und Gelegenheiten, da tanzen die Buchstaben förmlich über das Papier, drängeln sich vor und formieren sich in Windeseile immer wieder neu, Reihe um Reihe, Absatz für Absatz. Und auch solche schwierigen Zeiten, wenn sich die Finger förmlich vor der Tastatur sträuben und selbst die Gedanken mit allen Mitteln versuchen, sich der Niederschreibung zu widersetzen, sich in Schleier hüllen oder mit kunterbunten Masken tarnen. Diese kleinen Dramaqueens machen gerne mal Theater, nur um dann im letzten Moment doch noch zu kooperieren.

Mein kleines Wörterchaos wollte ich daher in irgendeiner Form in einem Bild verarbeiten, auch wenn ich dafür ein bißchen die Zeit verdrehen und ein bißchen schummeln mußte, denn mein Terminkalender ließ es leider nicht anders zu. Ausgangsbasis für den im Foto der Woche gezeigten Wortsalat war eine Tageszeitung von gestern, also schon dem Montag der 22. Woche, mit Neuigkeiten aus den letzten Tagen der 22. Woche. Ich schnappte mir eine Schere und ging einmal durch die ganze Zeitung, sammelte in ca. 20 Minuten all die Worte ein, die mir sofort ins Auge sprangen, eins nach dem anderen, Seite für Seite. Da lag sie nun also, die Essenz eines Tages, in Schnipseln auf meinem Küchentisch. Nur noch schnell ein wenig durchsortiert, alle Buchstaben nach oben gedreht und schön querformattauglich arrangiert, dann hat’s auch schon ‘Klick’ gemacht. Und nun habe ich so das Gefühl, dass es vielleicht ganz spannend wäre, das Ganze irgendwann mal wieder zu wiederholen. Um zu sehen, ob ich die gleichen Wörter wähle oder das entstehende Buchstabengewirr plötzlich ein ganz neues Bild ergibt, an einem anderen Tag, zu einer anderen Zeit und vielleicht auch mit einer anderen gedruckten Wörtersammlung.

[19/52] Splish Splash

Auch die zweite Maiwoche schenkte uns dank eines weiteren Feiertages etwas mehr freie Zeit. Allerdings nicht ganz so viel freie Zeit, wie ich mir ursprünglich erhofft hatte, denn obwohl ich für den Brückentag am Freitag Urlaub eingetragen hatte, kam mir ein kleiner Berg Arbeit dazwischen und so war ich am Nachmittag dann doch noch für ein paar Stunden im Büro. Vorher habe ich natürlich erstmal ausgeschlafen und mich außerdem ein bißchen im Kosmetikstudio verwöhnen lassen, so viel Zeit muss auch sein. Da das Wetter in den vergangenen Tagen etwas wechselhafter und kühler war, mit leichten Windböhen und überraschenden Regenschauern, die oft schneller vorbei waren, als man sie kommen sah, war ich in der arbeitsfreien Zeit relativ viel zu Hause und habe ein Projekt in Angriff genommen, dass schon einige Zeit  in meinem Kopf herumgeisterte.

Vor etwa einem Jahr habe ich im Blog von Fräulein Lara einen Beitrag entdeckt, in dem es darum ging aus Wachsmalstiften mit Hilfe eines Föns ein Bild zu machen. Es klang nicht nur sehr einfach, ich war auch begeistert von den Farben und der Struktur des fertigen Bildes, das wollte ich unbedingt auch mal ausprobieren. Manchmal dauert so etwas aber eine Weile und für einige Monate war ich ja auch erstmal mit meinem Umzug beschäftigt, doch ganz in Vergessenheit geriet die Idee nie. Ich besorgte mir ein paar Päckchen Wachsmalstifte und überlegte, wie mein Bild denn aussehen sollte. Normalerweise werden die Wachskreiden bei der sogenannten Crayon Art direkt auf die Leinwand geklebt, in einer Reihe und oft auch nach Farbverlauf sortiert, beim Erhitzen mit dem Föhn läuft das flüssige Wachs dann hinunter und man erhält ein buntes, verlaufenes Bild. Mich störte dabei allerdings, dass die Verpackungen bzw. die teilweise ausgelaufenen Stifte auf dem Bild verbleiben, das wollte ich so nicht haben. Außerdem dachte ich mir, dass es vielleicht auch nett wäre, anstelle einer geraden Linie eine Form einzubauen, das V meines Vornamens zum Beispiel. Und wie wäre es, wenn ich das Ganze nicht auch einfach zweiteilig mache und das Wachs über die Kanten laufen lasse? Gesagt, getan, doch ganz so einfach war es am Ende doch nicht. Die Stifte liefen natürlich nicht einfach nur so langsam aus und die Leinwand hinunter, einige ließen sich schneller erweichen als andere, manche Farben verschwanden scheinbar ganz, angeschmolzene Stifte rutschen auch einfach aus dem Papier und klatschten auf den Boden. Der Fön machte oft nicht die Stifte warm, auf die er gehalten wurde, spritzte und blies das flüssige Wachs mal hier hin und mal dort hin. Auch die temporäre Befestigung die Stifte auf der Leinwand funktionierte nicht und so stürzte das ganze Konstrukt mehrmals ab, ich habe es später einfach zerlegt und mit Stückchen gearbeitet, am Ende sogar abgeschabte Wachsstückchen in einem Löffel über einer Kerzenflamme erwärmt und per Hand nachgetropft. Alles in allem hab ich 3 Tage damit verbracht, jeweils so etwa 2 Stunden, es war ne Riesensauerei, hat aber auch sehr viel Spaß gemacht. Das Bild der Woche ist, wie auch die darauffolgenden 5 Bilder, eine Detailaufnahme von der unteren Hälfte des Bildes, weil dort das Tropfmuster am besten zu sehen ist und ich die Close-Ups schöner fand als die Fotos, die ich vom fertigen Gesamtwerk bzw. dem Arbeitsprozess gemacht habe.

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Ganz zum Schluss möchte ich euch dann doch noch das Gesamtergebnis zeigen. Den oberen Teil des Bildes, wo ursprünglich die auf Packpapier fixierten Wachsstifte über der Leindwand hingen, habe ich am Ende noch einmal mit Spachtelmasse überdeckt, um eine einheitliche, weiße Fläche zu bekommen, ganz ohne Kleckse und Schlieren. Vielleicht überarbeite ich diesen Teil später noch einmal, momentan fehlt mir dafür noch die passende Idee. Oder aber ich teile es und behalte nur die untere Hälfte. Insgesamt ist das Bild 100×100 cm groß und hat vorerst einen Platz über dem Kopfende meines Bettes gefunden.

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[18/52] Me Time

Diese Woche bin ich schon recht früh fertig mit meinem nächsten Projektbeitrag, was wohl auch daran liegt, dass ich ein paar Tage frei und somit viel Zeit und Ruhe habe, nicht nur für die Fotografie, sondern auch für mich. Genug Zeit um lange zu schlafen, ein wenig zu lesen, Sport zu machen, spazieren zu gehen, zu kochen und natürlich auch mit der Kamera durch die Stadt und den Hofgarten zu bummeln. Eigentlich hatte ich vor für ein paar Tage wegzufahren, zum Stroke Urban Art Festival in München, doch da ich momentan nicht so wirklich in Reiselaune bin, habe ich die Pläne wieder verworfen und beschlossen, mir stattdessen ein paar schöne Tage hier in Düsseldorf zu machen und mich um ein paar Dinge zu kümmern, die sonst auch leicht mal in Vergessenheit geraten bzw. aufgeschoben werden.

Gestern nachmittag war ich beim Frisur, um mich mal wieder ein bißchen entstruppeln zu lassen und da am Abend, als ich nach Hause kam, noch immer ganz zauberhaftes Licht draußen war, dachte ich mir, es wäre doch eine gute Gelegenheit mal wieder ein Selbstporträt zu machen, bevor ich mir die Frisur beim Sport wieder ruiniere. Als Tatort sollte der Balkon herhalten und als Kulisse diente der weißblühende Kastanienbaum im Hinterhof, die Kamera war auch schnell aufs Stativ geschraubt und drinnen in der Küche aufgestellt, um den nötigen Abstand zu wahren. Der Rest war dann zunächst einmal Trial and Error, denn ohne eine Wand im Rücken mußte ich den Fixpunkt zum Fokussieren erstmal grob raten und darauf hoffen, dass ich mein Gesicht dann auch irgendwie an dieser Stelle positioniere und die Bildkomposition so in etwa stimmt. Hat ein bißchen gedauert und ging immer mal wieder da neben, aber das war noch gar nicht mal das Schwierigste an der ganzen Sache. Ich habe ja schon relativ lange keine Selbstporträts gemacht und die letzten Bilder waren etwas ernster und nachdenklicher, meine Freunde schmollten manchmal ein wenig, weil ihnen ein Lächeln fehlte. Nur, lächeln vor der Kamera liegt mir nicht besonders gut, ob ich nun tatsächlich gerade viel zu lachen habe oder nicht sei einmal dahin gestellt. Dieses Mal jedoch habe ich mir echt Mühe gegeben und versucht, zumindest ein kleines Lächeln mit ins Bild zu schmuggeln, für meine Freunde und den wunderschönen Frühlingstag. Hat ihnen gefallen, glaube ich. Deshalb gibt es diese Woche auch für euch einfach nur ein Bild von mir. Und dem Kastanienbaum.

[15/52] Dribble Dabble

Es war ein klein wenig stiller als sonst hier in der letzten Zeit und ich merke, dass es mir nach längerer Pause immer etwas schwer fällt, wieder den Einstieg zu finden. Einfach so mit der Tür ins Haus fallen und das Bild der Woche in den Raum stellen, das ist dann doch nicht so ganz meine Art, ich taste mich da ja schon lieber langsam an das Ganze heran. Schwierig wird es allerdings, wenn es um eine Woche dieses Jahres geht, die eine sehr aufreibende für mich war, in der einige alte Fragezeichen durch Ausrufezeichen ersetzt wurden und der eine oder andere Gedanke ein Stückchen weiter geschubst wurde. In solchen Zeiten ist es manchmal besser, erstmal ein wenig abzuwarten, bis sich die ersten Wogen wieder geglättet und die scheinbar offensichtlichen Dinge noch einmal sorgfältig geprüft wurden. Manchmal hilft  es mir auch, meine Gedanken und Gefühle über Bilder zu verarbeiten, einfach umher zu wandern und nach irgendwo in der visuellen Gesamtmenge ein passendes Teil zu finden. Manchmal gelingt mir das, manchmal bin ich auch einfach zu erschöpft und gleichzeitig ruhelos, um überhaupt zu sehen. Dann ist einfach nicht genug Raum, nicht genug Zeit.

Diese Woche war ich für ein paar Tage in unserem Büro in Zürich (dazu später mehr) und habe die Gelegenheit genutzt, um am Wochenende davor meinen Bruder in Lörrach zu besuchen, nach anderthalb Jahren wurde es auch langsam mal wieder Zeit. Ich hatte mir vorgestellt, dass wir vielleicht mal wieder nach Basel rüber fahren und ein wenig durch die Stadt laufen oder vielleicht einen kleinen Ausflug irgendwo ins langsam aufkeimende Grün machen, alles halt so Sachen, wo ich auch hätte fotografieren können. Tatsächlich haben wir dann aber die meiste Zeit auf dem Sofa rumgelegen, weil wir beide total k.o. von der vergangenen Woche waren und konnten uns lediglich am Sonntag Nachmittag für eine kleine Weile dazu aufraffen, die Wohnung zu verlassen und in der Stadt ein Eis essen zu gehen. Zumindest eine kleine Chance für mich und meine Kamera, doch so wirklich herausholen konnte ich dieses Mal nicht. Hm, das Statement kommt mir gerade sehr bekannt vor. Historische Bauten, Stiefmütterchen im Park und ein paar herum schlendernde Tauben konnten mich nicht so wirklich begeistern, das Einzige, was mir selbst am stärksten ins Auge sprang, war der langsam aus einem Rohr laufende Wasserstrahl eines kleinen Brunnens und die dadurch auf der Oberfläche entstehenden konzentrischen Wellen. Wenn ich jetzt so darüber nachdenke bzw. die Worte hier schreibe, fällt mir auf, dass ich in letzter Zeit noch gar nicht darauf geachtet habe, ob die im Winter leeren Brunnen hier in Düsseldorf bereits wieder von Laub, kleinen Ästen und Unrat befreit wurden, damit das Wasser wieder munter sprudeln und die Fontänen plätschern können. Das werde ich in den nächsten Tagen ganz sicher nachholen und mich ein bißchen darauf freuen, irgendwann wieder meine Füsse in den kühlen Fluten baumeln zu lassen.

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