Nun ist es tatsächlich soweit. Das wirklich allerletzte Bild von mir für Michel’s Dualismus-Projekt. Es wartet schon seit ein paar Wochen auf seinen Auftritt, doch was ein Ende symbolisiert, sollte meiner Meinung nach auch erst am Ende erscheinen. In gewisser Weise ist dieses Bild ein Schlusswort. Und weil es nun langsam Zeit wird, den Herbst endgültig zu verabschieden und den Winter zu begrüßen, kommt es ganz ruhig und schlicht daher, aller Farben beraubt in monochromen Gewand. Wenn man nach draußen blickt, sieht man nur noch wenige Bäume im bunten Gewand, die meisten Äste sind inzwischen völlig kahl und wirken ein bißchen wie schwarze Skelettfinger, die versuchen, sich mit den am Himmel vorbeieilenden Wolken zu verhüllen. Die bunten Laubberge auf den Straßen sind deutlich geschrumpft, von fleissigen Helfern mit viel Getöse zusammengetrieben, von den Strassen und aus unserem Blickfeld entfernt. Das, was noch übrig ist, sich mit letzter Kraft an den Zweigen festklammert und sich an schlecht erreichbaren Stellen sammelt, wird wohl auch bald verschwunden sein und es bleibt uns nur die Erinnerung, an diesen wunderbar bunten Herbst. So scheint es zumindest. Denn obwohl alles um uns herum zu sterben und sich zurück zu ziehen scheint, die Natur sich in ihr mageres, bescheidenes Wintergewand hüllt, ist das Ende eigentlich kein wirkliches Ende. Es ist nur eine Pause, ein monatelanger Schlaf, alles ruht für eine Weile. Und auch wenn wir die einst so schönen Blüten verwelken, die buntesten Blätter zerfallen und verwesen sehen, so sind sie dennoch nicht für immer verschwunden. Die vielen winzig kleine Bausteine, die sie einmal formten, verteilen sich auf der ganzen Welt und werden irgendwann, irgendwo, irgendwie wieder etwas Neues entstehen lassen. So wie der Anfang immer auch das Ende verdeutlicht, bedeutet das Ende von etwas auch immer den Anfang von etwas anderem.

Ähnlich wie schon bei den 4 Elementen, habe ich mich auch bei diesem Projekt dafür entschlossen, keine eigene Projektseite einzurichten und erst am Ende noch einmal alle Bildbeiträge zusammen in einer Kollage zu zeigen. Sobald die Beiträge aller Teilnehmer veröffentlicht sind, wird Michel außerdem wieder ein eBook zusammenbasteln, ihr dürft also gespannt sein. Bleibt mir nur zu sagen, es war wieder ein sehr schönes Projekt, dass mir viel Freude gemacht und mir wieder etwas dabei geholfen hat, einzelnen Bildern bzw. Motiven mehr Aufmerksamkeit zu widmen.

13 Replies to “Projekt Dualismus – Ende

    • Vielen Dank, Moritz. Manchmal wünschte ich, ich könnte wie die Natur und so manches Tier auch den ganzen Winter durchschlafen. Andererseits hat aber auch die stille, kalte Jahreszeit so ihre schönen Momente, auf die ich schon sehr gespannt bin.

  1. Sehr schöner Text, wie gewohnt! Das Bild gefällt mir auch wunderbar – wäre aus meiner Sicht gut für eine Trauerkarte geeignet.
    Hast Du was dagegen, wenn ich mir die Idee mit der Collage abgucke? Ich hoffe nicht!

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