Eigentlich bin ich gar nicht mehr wirklich wach. Ganz langsam, aber doch immer wieder fallen meine Augen zu, versuchen dem Licht der über mir leuchtenden Lampe zu entkommen. Mein Körper wird immer schwerer, sinkt immer tiefer in die Sofakissen hinein, Stück für Stück. Während meine Händer immer steifer werden und sich die Finger deutlich langsamer über die Tasten des Keyboards bewegen, kreisen noch immer ein paar Gedanken im Eiltempo um die ganze Welt, während sich andere bereits allmählich zu Träumen transformieren und etwas abseits vom Licht wachsen und gedeihen. Nur noch ein kleines bißchen länger, nur noch ein paar Zeilen, Worte, Buchstaben mehr. Bevor es still und dunkel wird, erinnere ich mich wieder an einen ganz besonderen Moment in dieser Woche. Eines Abends machte ich mich auf, um ein paar Schatten einzufangen und fand stattdessen Pfeile aus Licht. Ganz einfach so, draußen auf dem Balkon, verändert sich wieder einmal die Realität, während ich sie durch die Linse einer Kamera betrachte. Und während ich beim Blick auf das Display noch staunend meinen Kopf schüttelte und laut vor mich hin murmelte, dass es das doch gar nicht geben kann, stellte ich mir gleichzeitig vor, wie ein übereifriger Liebesgott Amor irgendwo hoch oben einen Pfeil nach dem anderen abschießt. Mit Lichtgeschwindigkeit und unendlicher Reichweite, damit auch wirklich jeder ein kleines bißchen Liebe abbekommt. Oft reicht nur ein winzig kleiner Schritt, um die Dunkelheit hinter sich zu lassen und das Licht zu finden. Manchmal schafft man es allein, manchmal wird man von anderen gezogen. Die Erinnerung daran bleibt für immer, beflügelt und treibt uns immer weiter voran.

Abstraktes Bild von pfeilförmigen Lichtstrahlen, die eine Flügelform bilden

4 Replies to “Spread your wings

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