Diese Woche hat ähnlich düster angefangen wie die letzte aufgehört hat und zu sagen, dass sie frei von schwierigen und auch sehr traurigen Momenten gewesen ist, wäre wohl schamlos gelogen. Im Gegensatz zur Wärme und Leichtigkeit des Sommeregens, ist der Regen im Herbst nämlich eher melancholieschwer und kalt. Doch wie schon die abschließenden Worte des letzten Beitrags verkündeten, ist es doch gerade in solchen Zeiten besonders wichtig, dass man sich auf die schönen Dinge konzentriert, nicht nur das Dunkel, sondern auch das Licht sieht. Glücklicherweise gab es vor allem in den letzten Tagen der Woche noch sehr viele kleine, schöne Momente, die mich für eine kurze Zeit vergessen ließen, was mich gerade wieder sehr traurig macht. Ich konnte neue Dinge entdecken, hinter die Kulissen einer bunten, sich ständig weiterentwickelnden Welt blicken und ein paar außergewöhnliche Künstler kennenlernen, die nicht nur bewundernswert kreativ, sondern auch total bodenständig und unheimlich nett sind. Auch wenn ich inzwischen schon öfter ganz ähnliche Erfahrungen gemacht, überrascht es mich immer noch, wenn ich Menschen begegne, sei es nun in der realen oder in der virtuellen Welt, mit denen ich mich sofort gut verstehe. Es ist ein tolles gefühl, wenn man so ganz ohne Berührungsängste, die mich nach wie vor sehr oft zu lähmen scheinen, eine Verbindung zu jemandem herstellen kann, den man gerade erst begegnet ist und dabei ganz schnell eine gemeinsame Ebene und auch ganz spezielle, persönliche Art der Kommunikation findet. Das macht mich sprachlos und dankbar zugleich.

Ich habe diese Woche wieder sehr viele Bilder gemacht, von ganz verschiedenen Orten, Szenen und auch Menschen. Für das Projekt ausgewählt habe ich schließlich ein Bild aus der Wochenmitte, das vielleicht am besten die Ambivalenz der Emotionen und Ereignisse der letzten Tage darzustellen vermag. Zur Ergänzung möchte ich noch ein paar weitere Bilder hinzufügen, die relativ zeitnah am gleichen Ort entstanden sind und dennoch ganz anders, eher abstrakt, aussehen. Es sind aber die gleichen Lichter, die gleichen Farben und auch die gleichen über das Glas tanzenden Regentropfen, ganz spontan eingefangen in den wenigen Minuten, in denen ich auf die Straßenbahn nach Hause gewartet habe. Ich spiele einfach unheimlich gerne mit dem Licht, in allen Variationen, immer wieder auf’s Neue.

White lights
Yellow lights
Red ligths

18 Replies to “[38/52] Traces of light

    • Oh, vielen Dank für die lieben Worte Anette. Sie bringen mich zum lächeln und freuen mich sehr. Schöne Dinge zu entdecken und sie mit anderen zu teilen, ist mir ein wirklich ein sehr großes Vergnügen.

      Sei ganz lieb zurück gegrüßt,
      Viola

  1. Mir gefallen die Bilder wirklich sehr gut.
    Eine Art zu fotografieren, die ganz anders ist, als nur Objekte abzubilden.
    Mich würde interessieren, wie die Fotos entstanden sind – Ganz manuell, Objektive, Stativ?

    • Vielen Dank, das freut mich sehr. Ich spiele zur Zeit ja recht viel mit dem Abstrakten und versuche eher das Licht einzufangen als ein Motiv. Vor allem mit meinem neuen Lensbaby-Objektiv, das kann da echt zaubern.

      Diese Aufnahmen hier sind alle ganz spontan entstanden, als ich neulich abend auf die Bahn gewartet habe. Sie sind ohne Stativ, aus der Hand heraus gemacht worden, mit meiner 35 mm Festbrennweite. Das erste Bild ist noch auf regennasse Glasscheibe fokussiert, die anderen sind im manuellen Fokus bewußt unscharf gestellt. Blende ist bei allen f/2, die Belichtungszeit beim ersten ist 1/50 s und 1/60 s bei den anderen.

  2. diese wundershcönen fotos betonen herrliche den kontrast zwischen licht und dunkel, zwischen düsternis und farbe. deine worte besorgen mich ein wenig. ich schicke dir alles liebe aus dem ebenso herbstlichen und leicht melancholischen wien.

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