Die Stunde der Wahrheit, die Zeit der Enthüllungen, ist nun doch viel schneller gekommen als ich es eigentlich erwartet habe. Vielleicht liegt es daran, dass die frisch gesetzten Ziele in den ersten Tagen des neuen Jahres mit besonders viel Enthusiasmus angepackt werden oder auch nur daran, dass ich mein neues Spielzeug natürlich endlich mal ausprobieren wollte. Und so kann ich euch nun mit großer Freude berichten, dass die erste Filmrolle ihre Erkundung des Innenlebens der kleinen Recesky TLR inzwischen erfolgreich beendet hat und gestern Nachmittag im Fachlabor entwickelt wurde. Ich war total gespannt, ob auf dem Film überhaupt etwas zu sehen sein wird und ob die Bildkomposition funktioniert hat. Die größten Sorgen machte mir im Vorfeld der Bildtransport, denn so ganz ohne Zähler und nur mit 3 Pfeilen zu Orientierung war ich mir wirklich nicht sicher, ob die Bilder eventuell überlappen und in manchen Momenten wußte ich auch nicht mehr, ob ich nun schon weiter gespult habe oder nicht. Letzteres führte zu zwei leeren Frames und einer unbeabsichtigten Doppelbelichtung, aber damit kann ich leben. Die 3 Pfeile haben ihren Zweck überraschend gut erfüllt und ich hatte nur ein paar etwas größere Lücken, weil ich manchmal etwas zu weit gedreht habe. Alles in allem bin ich mit der zahlenmäßigen Ausbeute (21 von 24) total zufrieden und außerdem sehr positiv überrascht von den Ergebnissen, zumal ich etwas skeptisch war in Bezug auf den verwendeten Film (AGFA Vista Plus 400) und auch die unterschiedlichen Lichtverhältnisse während meiner 3 Testrundgänge (Wolken, Sonne und noch etwas dazwischen).

Die ersten 6 Bilder sind Doppelbelichtungen und ich muß sagen, auch wenn ich normalerweise eher kräftige Farben und viel Kontrast bevorzuge, mag ich die zarten Töne der ersten 4 Bilder sehr gerne. Der leichte lila Färbung in den Bildern, die am späten Sonntagnachmittag entstanden sind, finde ich auch sehr spannend, das hätte digital ganz anders ausgesehen. Wie schon kurz angekündigt, beschränkte sich meine Motivauswahl auf all das, was ich so auf dem Weg ins Büro und während der Mittagspause vor die Linse(n) bekommen habe. Ist nicht besonders spannend, aber für Testzwecke sind Häuser und Bäume durchaus in Ordnung.

Tinted Days The tree
Lost in the clouds again The gap
Fountain overlap Purple Sky

Die letzten 4 Bilder sind einfache Belichtungen von Sonntag Nachmittag und Montag Mittag. Im dritten Bild, das ich auf einem der Balkone in unserem Büro gemacht hat, erkennt man eine leichte Verwackelung, durch die es fast wie eine meiner ersten Doppelbelichtungen aussieht. Ich finde die Bedienung des Auslösers noch sehr gewöhnungsbedürftig. Er sieht aus wie eine kleine geschwungene Türklinke, man drückt ihn runter und wenn man losläßt, wird das Bild gemacht. Fühlt sich irgendwie komisch an, ein Knopf oder auch ein einfacher Hebel wären mir lieber. Aber wer weiß, vielleicht gewöhne ich mich ja noch daran.

Just trees Purple trees
Blurred balcony City faces

Für’s Protokoll und all diejenigen, die es ganz genau wissen möchten, kommen hier noch die technischen Daten: Brennweite 50 mm, Verschlusszeit 1/125 s, Blende f/11 (alternativ f/5,6 nach Entfernung des Blendenscheibe). Der Entfernungsbereich ist angegeben als Null bis Unendlich, ich habe aber irgendwo gelesen, dass man angeblich durch Drehen der Objektive scharf stellen kann. Das habe ich aber ehrlich gesagt noch gar nicht probiert, weil mir das ganze doch recht fest miteinander verzahnt zu sein scheint. Aber es gibt ja bekanntlich immer ein nächstes Mal. Ich teste in Zukunft einfach noch ein bißchen weiter.

9 Replies to “Doppelt gelinst im Hochformat

  1. bild nummer 3 ist mein absoluter favorit! traum-haft im wahrsten sinne des wortes – einfach schön! der rundgang hat sich jedenfalls gelohnt, die ausbeute war ja wirklich sehenswert!

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