Ich hatte ihn schon wieder ganz vergessen, dabei war er vermutlich das einzige Motiv, das ich damals auf dem Bahnsteig, auf dem ich für eine Weile gestrandet war, so gar nicht erwartet hatte. Wenn man bedenkt wie heiß es an diesem Tag war, grenzt es schon fast an ein kleines Wunder, dass er nicht bereits geschmolzen war, als ich ihn entdeckte. Aus der Tüte war er gefallen, fast einen halben Meter tief, noch bevor er verspeist werden konnte wie all seine anderen roten Gefährten. Ich kniete vor ihm nieder, um ihm so etwas wie die letzte Ehre zu erweisen. Sein Schicksal ist ungewiss. Vielleicht begegnete er später noch einer neugierigen Taube, einer Ratte oder dem Besen eines Bahnmitarbeiters. Auf meiner Festplatte und auch hier im Internet darf er bzw. sein Abbild nun noch für eine kleine Weile weiter existieren.

Roter Gummibär auf hellgrauem Steinuntergrund

12 Replies to “Lonely bear

  1. Oh Gott. Da denke ich an eine Zunge, die sich vorsichtig von oben nähert, ins Bild hinein, die Spitze den Bären berührt da wo er noch unberührt…. Hunger auf Gummibären, gut möglich. Ein wunderschönes Bild. Merci. 🙂

    • Vielen dank, Jörg 🙂 Du kommst ja auf Ideen. Schlimmer Fall von Süssigkeitenentzug, was? Der Kleine lag doch schon auf dem Boden, den hätte ich wohl nicht mehr gegessen. Dafür habe ich aber noch ein anderes, älteres Bild, das ich mal beim Zugfahren gemacht habe, als ich auf die Schnelle noch ein Bild zum Thema ‚Candy‘ für den Macro Monday auf Google+ brauchte. Ich hab’s mal auf Flickr gepackt, vielleicht klappt es ja auch mit dem einbetten im Kommentar:
      Army of bears

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