Vor ein paar Tagen feierte mein kleiner Blog seinen 7. Geburtstag und zum ersten Mal in diesen 7 Jahren habe ich es nicht geschafft, noch rechtzeitig einen Beitrag für diesen besonderen Anlass vorzubereiten. Ich habe natürlich daran gedacht und auch auf verschiedenste Weise daran erinnert, war dann aber doch zu müde und mit den Gedanken ganz woanders. Und was gibt es auch groß zu sagen, zu diesem wahrlich verflixten 7. Jahr, in dem ich fast 100 Beiträge weniger veröffentlicht habe als zu den Anfangszeiten des Blogs als das Chaos in meinem Kopf noch ein Ventil brauchte und es gleichzeitig soviel Unbekanntes zu entdecken, soviel Neues auszuprobieren gab. Ich erinnere mich noch gut daran, wie aufgeregt ich war, wenn ich ein paar neue Bilder teilen konnte, auf die ich besonders stolz war und auch daran, wie Worte und Ideen in meinem Kopf zu tanzen begannen, wenn ich nach der Arbeit nach hause gelaufen bin und wie ich es kaum erwarten konnte, sie in die virtuelle Welt hinaus zu schicken.

Aber so wie damals fühlt es sich schon lange nicht mehr an und wahrscheinlich wird es auch nie wieder so sein, weil das Leben ja in der Zwischenzeit weitergeht und es ja auch nicht nur die äußeren Umstände sind, die sich verändern, sondern auch man selbst. Mein Leben ist heute ja auch etwas anders als damals: ich lebe nicht mehr in einer Doppelhaushälfte am Rande von Neuss oder einer schicken Altbauwohnung mitten in Düsseldorf, sondern wieder in meiner Heimatstadt Rostock, in einer Plattenbausiedlung am Stadtrand. Es war keine leichte Entscheidung, aber eine bewußte und auch wenn es vermutlich immer noch einige Skeptiker und Zweifler gibt, habe ich diesen Schritt und auch die vorangegangenen Entscheidungen bis heute nicht bereut. Als ich damals nach Rostock zurückkehrte hatte ich noch immer so einige Pläne und Ideen im Kopf, wollte sogar noch einen weiteren Blog anlegen, in dem es nur um meine Heimat und die Menschen, die hier leben, gehen sollte. Ich wollte die Stadt ganz neu für mich entdecken und bin letztendlich doch die meiste Zeit immer in der selben kleinen Ecke geblieben. Daher habe ich begleitend für diesen Beitrag eine paar monochrome Polaroidaufnahmen heraus gesucht, die an Orten entstanden sind, an denen ich mich fast täglich oder zumindest sehr häufig aufhalte, weil ich dort entweder mit dem Rad vorbeifahre oder zusammen mit Hund Felix spazieren gehe.

 

 

 
 

Wie es in diesem Jahr mit dem Blog weitergehen wird, kann ich jetzt noch gar nicht sagen. Ich würde natürlich gerne schreiben, dass es hier in Zukunft wieder etwas häufiger etwas zu lesen und vielleicht auch wieder wie früher jede Menge bunte, digitale Bilder geben wird, aber ich kann und will auch nichts versprechen, was ich nicht halten kann. Ich habe in den letzten Wochen viel nachgedacht und auch wenn noch nichts endgültig beschlossen ist, wird das 8. Jahr von Ola’s Welt vermutlich das letzte sein. Vielleicht wird dem Alten wieder etwas Neues folgen, vielleicht ist die Zeit des Bloggens für mich mit 40 aber auch einfach vorbei. Wir werden es zum Jahresende sehen.

2018 geht es voranging um meine berufliche Zukunft und darum, wie es jetzt mit mir weitergehen soll, in welcher Richtung und an welchen Ort. Ich hatte gehofft, dass mir die Auszeit dabei hilft, mit genügend Abstand endlich etwas mehr Klarheit darüber zu gewinnen, was ich als nächstes machen möchte, aber das ist leider nicht so einfach. Ich habe im Prinzip keine Erfahrung in dem Beruf, für den ich qualifiziert bin, sehr viel Erfahrung in einem Beruf, den es so in Deutschland praktisch nicht noch mal gibt und dann halt noch jede Menge zusätzliche Kenntnisse in verschiedenen Bereichen, die jedoch nicht ausreichend sind, um damit ohne die notwenigen Qualifikationen eingestellt zu werden. Es ist nicht überraschend, aber trotzdem ein wenig traurig, dass man dort, wo man lebt, einfach nicht gebraucht wird und umgekehrt dort, wo man vielleicht gebraucht werden könnte, nicht leben möchte, weil nur arbeiten und immer allein sein für mich eben auch keine Lösung ist. Wahrscheinlich wird der nächste Schritt erstmal eine Weiterbildung bzw. ein Fernstudium, das entscheidet sich wohl in den nächsten Tagen. Manchmal könnte ich beim Gedanken an das alles verzweifeln und dann sage ich mir wieder, mit etwas Glück wird bestimmt alles gut. Irgendwie. Es hat ja schon mal geklappt. Damals.

10 Replies to “InstantLove: Monochrome Nachbarschaft und Gedanken zum 7. Bloggeburtstag

  1. die bilder sind für mich sehr melancholisch, aber ich mag sie gern. was den rest deiner situation angeht, die verstehe ich soviel besser, als mir lieb ist :/ ich drücke dir die daumen, dass du für dich etwas findest!

    • Danke, meine Liebe 🙂 Ich finde auch, dass die Bilder etwas melancholisches haben, daher passen sie gerade sehr gut. Zur Jahreszeit und auch zu meiner aktuellen Stimmungslage. Ich habe noch ein paar Bilder für einen weiteren Beitrag und will mir demnächst auf jeden Fall noch ein paar Filmkassetten bestellen, auch wenn das Fotografieren mit Polaroidfilm bei Kälte etwas heikel ist. Und was den Rest angeht, warten wir einfach mal ab und versuchen, dabei nicht vor Panik durchzudrehen.

  2. Hi, Viola
    Ich habe dich immer bewundert wie du so machst mit den vielen Posts, mir gelingts ja gerade mal im Schnitt einen Blogpost die Woche zusammen zu basteln. Ich finde es sehr schade das das Ende deines Blogs im Raum steht, aber wenn es sich nicht mehr richtig anfühlt und dir keine richtige Freude mehr bereitet, dann muß wohl Veränderung her.

    Wenn man so in der Luft hängt mit der Jobsuche, ist das immer schwierig. Vielleicht bist du ja auch etwas zu streng mit dir selbst was deine Qualifikationen betrifft, ich denke man muß sich trotzdem für interessante Jobs bewerben auch wenn laut Ausschreibung nicht so richtig ins Profil passt. Manchmal bekommt man auch als Quereinsteiger ein Chanche… sonst wär ich nie im Theater gelandet.

    Ich mag deine Polaroids, wie immer, sehr!
    Wünsch dir viel Erfolg beim Jobsuchen und der Auswahl eines weiteren Studiums!
    Alles Liebe Peter

    • Vielen Dank für die lieben Worte, Peter!
      Ich denke, ein Blogpost pro Woche ist ein ganz gutes Maß, auch alle 2 Wochen oder ein mal im Monat. Man muß auch bedenken, dass alles etwas länger dauert, wenn man wie Du nur analog fotografiert. So hat man auch etwas mehr Zeit, um alles ein bißchen zu reflektieren und auch zu sortieren. Ich war ja gerade in meiner Anfangszeit total aufgedreht und hab einfach alles rausgehauen, weil es neu und aufregend war, aber man lernt mit der Zeit auch, sich etwas zurückzuhalten. Wie ich schon auf Facebook geschrieben habe, wird es vielleicht nicht ganz vorbei sein. Ich werde mir dazu in den nächsten Monaten auf jeden Fall Gedanken machen und erst eine Entscheidung treffen, wenn das Ende des aktuellen Zahlungszeitraums (für das Hosting meiner Websites) erreicht ist. Das ist im Oktober oder November.

      Die Jobsuche war und ist immer noch ein echt schwieriges Thema für mich, weil es immer so scheint, als würde es nur Stellen in Bereichen geben, in denen ich nicht arbeiten will bzw. für die ich einfach nicht gemacht bin. Überhaupt mal ein paar interessante Angebote zu finden, ist echt nicht leicht. Weiterbildung ist auch ein etwas kniffliges Thema, wenn man schon einen Doktortitel hat. Als Chemiker könnte ich da eigentlich nur Qualitätsmanagement machen, aber das finde ich nicht so interessant. Ursprünglich wollte ich ja etwas in Richtung Content Management oder Online Marketing machen, bin mir aber nicht sicher, ob ich wirklich in diese Branchen passe. Wahrscheinlich mache ich jetzt ein Fernstudium zum Wissensmanager, das ist eher eine Zusatzqualifikation für Fachkräfte mit Berufserfahrung und deckt einen Bereich ab, in dem ich in meiner alten Firma gern gearbeitet hätte, wenn es möglich gewesen wäre. Vielleicht findet sich aber auch noch etwas ganz anderes, man kann’s nie wissen. Ich halte euch auf dem Laufenden 🙂

      Ganz liebe Grüße zurück,
      Viola

  3. Das mit der Jobsuche ist nie eine leichte Sache… einer guten Freundin von mir gings mal ganz ähnlich, die hatte nach einer kurzen Auszeit, auch Probleme mit dem Job finden. In der Richtung ihres abgeschlossenen Studiums hatte sie nicht so viel Erfahrung weil sie in einer verwandten Brache gearbeitet hat. Und wo anderes hieß es meistens überqualifiziert… aber mittlerweile hat sie auch einen Job gefunden der ihr Spaß macht… Kundenbetreuung in einem großen Bestattungsunternehmen 😉
    …ich drücke dir auf alle Fälle die Daumen
    Peter

    • Einen Job, der Spaß macht. Ja, sowas soll es tatsächlich geben und ein kleines bißchen Hoffnung habe ich noch, dass es so einen irgendwo auch für mich gibt 🙂 Wir schauen einfach mal.

  4. First many wishes for an Happy Birthday for your blog, which I like very much.

    Seven years blogging are many and I understand that a certain kind of exhaustion arrives. I’m experimenting the same with my own blog. Family and other serious thoughts can be around and finding time to think, sit and write is not always easy. But yours is interesting and I hope to be able to read it for a long time! It doesn’t matter if not very oft…once a week or a month or each two months or…

    Love very much the melancholic feelings from your Polaroids, appropriate for the season.

    I know how difficult is to find a job, I know people who are overqualified, others have not enough experience, others…I can only tell you to try hard, do not give up and in Italy we say „in bocca al lupo“ !

    Best wishes, robert

    • Thank you so much for you kind words, Robert! It feels nice and encouraging to know that people like your are still following my musings even though the choice of language doesn’t make it easy sometimes. I still have a few more Polaroids to share once the right time and words have been found. Monochrome Instant Film seems to be made for the cold season and perfectly fits my current mood so there’ll likely be some new pictures too. In the meantime, I’m doing my best not to despair and continue looking for the right next step in my professional life. Crepi il lupo!

      Kind regards,
      Viola

  5. Liebe Viola,

    ich kann deine Gedanken so gut nachvollziehen, dass es schon beinahe verrückt ist. All die Unsicherheit wie es weitergehen soll, ob ein Fernstudium sinnvoll wäre, wo ich mich einordnen kann und möchte (Qualifikationen in Beruf und praktische Erfahrungen gehen weit auseinander), die Blogarbeit, ein zweiter neuer Blog?, der alte weg oder nicht … hinzu kommt bei mir eine verzweifelte Kitasuche und eine zweite Schwangerschaft, auf die wir uns natürlich sehr freuen, aber das Ganze noch schwieriger macht. Was ich dir aber sagen kann ist, dass ich mir sicher bin, dass du deinen Weg finden wirst und das Richtige für dich kommen wird. Ich bin immer wieder von deinen Artikeln beeindruckt, von deinen Experimenten und Aufnahmen, von deinem Mut und vor allem von deinen Worten. Ich habe mir einmal gesagt, jeder Schritt ist ein Schritt nach vorne, egal, in welche Richtung er erst zu gehen scheint. Manchmal muss man irgendetwas tun, vielleicht ein neues Hobby, ein Ausflug oder bei Interesse sogar ein Fernstudium, irgendwas, dass den Alltag neu ordnet und wieder frische Luft bringt. Um den Kopf etwas zu klären und auf andere Gedanken zu kommen.

    Ich schicke dir viele liebe Grüße und Kraft,
    Anette

    • Vielen dank für die lieben, aufmunternden Worte, Anette! Ich bin ganz gerührt. Irgendwie sitzt man hier immer so vor dem Bildschirm und denkt, man ist ganz alleine mit all den Zweifeln und Unsicherheiten und dann gibt es doch jemanden, dem es ganz ähnlich geht. Manche Tage sind schon arg schlimm, trotzdem hat mich das Gefühl, dass alles schon irgendwie werden wird, auch noch nicht verlassen. Ich war gestern beim Arbeitsamt und habe mit meiner Betreuerin beschlossen, dass der nächste Schritt jetzt erstmal das Fernstudium zum Wissensmanager ist. Das dauert ca. ein halbes Jahr, baut auf vielen Sachen auf, die ich aus meinem alten Job schon kenne und ist sicher keine schlechte berufliche Alternative für eine Chemikerin, die seit fast 12 Monaten kein Labor mehr von innen gesehen hat. Was den Blog und sein Fortbestehen angeht, werde ich einfach mal schauen, was in den nächsten Monaten passiert. Ich hab neulich noch ein Plugin gekauft, um meine Website umzugestalten und vielleicht verpasse ich dem alten Blog doch noch mal ein neues Layout. Vielleicht ist es auch ganz normal, dass man sich an den alten Sachen irgendwann satt sieht, auch wenn man sie ursprünglich ganz toll fand. Ich sehe das mit den Schritten ganz ähnlich und schreibe den Blog ja auch immer noch, um den Stillstand zu vermeiden und alles ein bißchen in Bewegung zu halten, aber manchmal ist es leichter gesagt als getan.

      Deine zweite Schwangerschaft ist ja eine tolle Neuigkeit, da freue ich mich sehr für euch und hoffe, dass alles gut verläuft. Zwei Kinder machen natürlich mehr Arbeit, aber es ist trotzdem schön und ihr kriegt das ganz bestimmt gut hin. Ich fahre in einer Woche für einen Kurzbesuch zu meinen Freunden in Darmstadt, deren ist Tochter genauso alt wie Dein Liam und ich freu mich schon, auf unsere Spieldates 🙂 Ich weiß von Freunden, dass die Kitasuche echt schwer sein kann und ich drücke Dir daher ganz fest die Daumen, dass ihr die richtige für euch findet und sich der Kleine dort schnell eingewöhnt.

      Ganz liebe Grüße zurück,
      Viola

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