Seitdem ich wieder in Rostock wohne, versuche ich eigentlich zumindest einmal in Jahr nach Düsseldorf zu fahren, um ein paar meiner Freunde dort zu treffen. Damit sich die lange Fahrt auch lohnt, verbinde ich diese Reise gerne mit einem Abstecher bei meinen Freunden in Darmstadt, wo ich das Wochenende verbringe, bevor ich weiter an den Rhein fahre. Diese Kombination bietet sich immer sehr gut für die Vorweihnachtszeit an, weil ich so gleich über 2 Weihnachtsmärkte bummeln kann, durch die überraschende Erkrankung meiner Mutter im letzten Herbst wurde 2017 aber leider nichts aus dieser Reise. Da es meiner Mutter mittlerweile jedoch wieder etwas besser geht und ich nicht mehr jeden Tag bei nach meinen Eltern und dem Hund sehen muss, konnte ich vor ca. 2 Wochen endlich wieder in den Zug Richtung Süden (oder die Mitte) springen und die ausstehenden Besuche nachholen, auch wenn ich dafür aufgrund von Bauarbeiten im Raum Bad Kleinen/Schwerin einige Umwege und eine etwas längere Fahrtzeit in Kauf nehmen mußte.

Ursprünglich wollte ich auf dieser Reise ja gar keine Fotoausrüstung mitnehmen, weil ich schon ahnte, dass ich ohnehin nur wenig Zeit oder Gelegenheit zum fotografieren haben würde, aber dann konnte ich es doch nicht übers Herz bringen und hab noch schnell 2 Kameras in den Koffer geworfen. Meine digitale Fuji X100t blieb dann auch tatsächlich die ganze Zeit über gänzlich unberührt, dafür durfte die Fuji Instax Mini 90 nach langer Zeit mal wieder zum Spielen raus, nachdem ich mich beim Saturn auf der Düsseldorfer Königsallee mit neuen Film-Packs versorgt habe. Die ersten Aufnahmen entstanden am Hauptbahnhof.

Da ich bis zu meiner nächsten Verabredung am späten Nachmittag noch reichlich Zeit hatte und bei dem schönen Wetter auch nicht stundenlang von Geschäft zu Geschäft laufen, nur um dann doch nichts zu kaufen, bin ich kurzentschlossen in die U-Bahn gehüpft und zur Tonhalle gefahren, um von dort aus ein bißchen am Rhein entlang durch die Altstadt zu spazieren. Dabei ist mir wieder eingefallen, was ich persönlich eigentlich am meisten mit Düsseldorf verbinde – nicht den Rheinturm oder den Rhein selbst, sondern die irgendwie lustigen Formen der Dach-Platanen, die auf dem Burgplatz und der Rheinpromenade stehen. Über die habe ich nämlich schon gestaunt, als ich vor vielen Jahren das erste Mal in Düsseldorf war, auf einem Projekttreffen, zusammen mit meinem Doktorvater. Und in ihrer ganz normalen, größeren und wilderen Form ist die Platane, mit ihrer gefleckten Rinde und den bommelförmigen Samenkapseln, einer meiner Lieblingsbäume.

Ich hatte die Tage wirklich großes Glück mit dem Wetter, es war zwar ein bißchen kalt, dafür aber schön sonnig. Seit meinem letzten Besuch haben sie hier und da ein paar Dinge verändert und wenn ich das nächste Mal in der Stadt bin, gibt es ganz sicher wieder so einige neue Dinge zu entdecken. Ich bin ja ganz gerne in großen Städten unterwegs und auch wenn ich den Umzug zurück nach Rostock noch immer nicht bereue, gibt es ein paar Dinge, die ich an Düsseldorf schon ein bißchen vermisse: die sehr viel größere Auswahl an interessanten Restaurants, Kneipen und Geschäften, das Einkaufen in riesigen asiatischen und türkischen Supermärkten, die vielen Museen und Galerien, die Normalität der multikulturellen Gesellschaft, die Koch-Events in der Kellerküche. Das ständige Alleinsein und dieses immer wiederkehrende Gefühl, da überall einfach nicht wirklich reinzupassen, das vermisse ich hingegen nicht so sehr.

4 Replies to “Monochrome Instax Minis von einem Kurzbesuch in Düsseldorf

  1. das ist lustig, denn diese bäume verbinde ich auch total stark mit düsseldorf. ich hab die dort zum ersten und bisher einzigen mal gesehen und fand sie einfach total besonders. allerdings gefallen mir mit der instax vor allem die bahnhofsbilder <3

    • Das ist wirklich lustig. Vielleicht sind sie Dir ja auch in London aufgefallen, dort gibt es auch ganz viele Platanen u.a. am Themse-Ufer. Als ich 2007 das erste Mal dort war, sind sie mir überall aufgefallen. Ich habe damals neben dem London Eye gewohnt und musste immer über Westminster Bridge, an Big Ben, Hourse Guards Parade und St. James Park vorbei, um ins Büro zu kommen und ich erinnere mich, meinen Kollegen nach dem Namen der Bäume gefragt zu haben. Ich glaube, ich mag die Bahnhofsbilder auch etwas lieber, deswegen kommen sie auch am Anfang 🙂

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