Mittlerweile haben wir August und in wenigen Tagen steht auch schon mein 40. Geburtstag bevor. Ähnlich wie auch schon vor 10 Jahren, sehe ich diesem Ereignis eigentlich recht entspannt entgegen und denke mir, 40 klingt doch irgendwie auch schöner als 39. Im Grunde spielt das Alter auch gar keine Rolle, aber als noch immer kinderlose Frau frage ich mich natürlich schon ab und zu, ob ich das Thema Nachwuchs nun doch endgültig abhaken kann oder vielleicht doch noch ein paar Jahre drin sind, um darüber nachzudenken und die Sache gegebenenfalls auch ohne Partner in Angriff zu nehmen. Aktuell ist eine mögliche Familienplanung aber ohnehin nicht relevant, denn ich bin vor etwa 2 Wochen wieder in die Welt der angestellten Berufstätigen zurückgekehrt und arbeite jetzt wieder bei meiner alten Firma, für meinen alten Chef, in meinem fast noch unveränderten alten Team. Die größte Veränderung dabei ist, dass sich unser Büro mittlerweile nicht mehr in Düsseldorf befindet, sondern mit dem deutlich größeren Büro in Essen zusammengelegt wurde. So bekomme ich die Gelegenheit, eine neue Stadt kennenzulernen und mit der Kamera zu erkunden. Und weil ich jeden Monat ein paar Tage im Home Office arbeiten kann, behalte ich meine Basis in Rostock und pendle regelmässig zwischen Ostsee und Ruhrgebiet.

In den vergangenen zwei Wochen stand zunächst mal die Wiedereingewöhnung in den Job und die ersten Berichte im Vordergrund, daher hatte ich noch nicht wirklich viel Zeit für Fototouren oder andere künstlerische Aktivitäten. Dafür war ich aber in den Wochen vor meiner Abreise noch recht fleissig und habe so einige fotografische Experimente durchgeführt, von denen ich euch vermutlich später noch berichten werden. Die Bilder, die ich euch heute zeigen möchte, sind sogenannte Lumen Prints. Ähnlich wie die Cyanotypien, entstehen sie in einem kameralosen Prozess als Kontaktdrucke, bei denen Pflanzenmaterial direkt auf das lichtempfindliche Papier gelegt und dann mit Hilfe der Sonne belichtet wird. Allerdings verwende ich in diesem Fall kein von mir selbst beschichtetes Papier, sondern altes SW-Fotopapier, das ich mir auf Ebay zusammenkaufe. Desweiteren reicht das anschließende Waschen der Bilder auch nicht aus, man muss das Fotopapier zusätzlich fixieren. Das mache ich mit einer Lösung aus Natriumthiosulfat und Natriumcarbonat. Ich hatte außerdem ein bißchen Glück mit Ebay und habe gleich am Anfang ein Paket mit 5 verschiedenen Papiersorten ergattert, die ich natürlich alle gleich getestet habe. Von einer Sorte habe ich die Scans nicht mehr rechtzeitig fertig gekriegt, daher seht ihr unter in den Beispielbildern nur 4 von ihnen.



Auch wenn ich nach wie vor total verliebt in das Berliner Blau der Cyanotypie bin, gibt es ein paar Dinge, dich mir an den Lumen Prints total gut gefallen. Zum einen kann man sie schneller bzw. ohne große Vorbereitung anfertigen, weil das Papier ja bereits vorbereitet und somit immer griffbereit ist. Zum anderen werden die Pflanzen mit viel mehr Details bzw. Schattierungen abgebildet, welche auch bei sehr zarten Materialien und langen Belichtungszeiten nicht verloren gehen. Das ist bei der Cyanotypie leider ein eher heikles Thema, insofern fasziniert und begeistert es mich bei den Lumen Prints um so mehr. Theoretisch kann man die Farben noch digital verändern oder einfach umkehren, das habe ich zwischendurch nur mal kurz zum Test ausprobiert. Ich fange ja auch gerade erst an. Zuhause warten schon ein paar neue Päckchen mit größerem Papier, die werden bestimmt nicht allzu lange ungeöffnet bleiben.

PS: Falls ihr gerne öfter von mir hören oder auch von meinen (vorwiegend analogen) Bildern sehen möchte, als ich in einen Blogpost quetschen würde, könnt ihr mir gerne auf Instagram folgen. Ihr findet mich dort unter dem Username daviocious.

10 Replies to “Etwas Altes und etwas Neues

  1. nun ist mein ganzer kommentar, den ich liebevoll getippt habe, im nirvana verschwunden 🙁 blöder mobiler reader 🙁 ich wollte sagen, dass ich dein neues projekt sehr schön finde, obwohl ich auch deine blauen bilder sehr mochte und finde, dass sie gut zu dir passen. besonders aber die, die so leuchten und die von dir erwähnten details finde ich auch sehr toll!

    wie gehts dir denn mit dem neuen alten angestelltenverhältnis?

    und was ich dann noch so zwischen tür und angel einwerfen wollte: wenn das kinderthema für dich so ein herzensthema ist, denke ich solltest du das auf jeden fall in angriff nehmen <3

    • Oh je, ich kenn das leider. Manchmal verschwinden Kommentare einfach im Ether. Schön, dass Du noch mal neu getippt hast 🙂 Ich bin mal gespannt, was in Sachen Lumen Prints noch so rauskommt und das schöne an der Kunst ist ja, dass man sich nicht festlegen muss und alles ausprobieren kann. Ich habe auch noch ganz viele neue Cyanotypien zuhause, die es noch nicht mal auf Instagram zu sehen gab, weil ich den neuen Scanner noch nicht angeschlossen habe. Es bleibt also auch weiterhin blau 🙂

      Ich hab‘s Dir neulich ja schon separat geschrieben, mit der Arbeit ist alles ok und es ist eigentlich kaum zu merken, dass ich ein paar Jahre weg war.

      Ich weiss eigentlich gar nicht, ob es tatsächlich so ein wichtiges Thema ist. Ich mag Kinder schon sehr gerne, vor allem die ganz kleinen, und da ich früher gerne ein Kind wollte, denk ich schon noch drüber nach. Aber vermutlich werd ich auch ohne Kind(er) klarkommen und manchmal passt es halt auch einfach nicht. Einen Hund möchte ich aber definitiv irgendwann haben, da gibt es keine Diskussion 🙂

  2. Veränderung, in vielerlei Hinsicht, künstlerisch, beruflich. Manches muss man einfach probieren um zu wissen wie es wird. In Sachen Lumen Prints ist dir das gut gelungen. Ich glaube sie gefallen mir gerade wegen den Details besser als die Cyanotypien. Aber vielleicht bin ich da etwas einfach gestrickt.
    Zum Thema Kinder: Meiner ist ja bereits 17 und damit das Thema erstmal keines mehr, ABER wenn ich was gelernt habe in den letzten Jahren: In Sachen Liebe kann das sehr schnell gehen, einen umhauen, und dann ist alles möglich.
    Dir alles liebe an neuen, fast alten, Orten.

    • Schönheit liegt ja immer im Auge des Betrachters und Kunst empfindet auch jeder anders. Für mich ist es auch völlig ok, wenn jemand nicht alles gleich toll findet. Und ich mach eh, worauf ich gerade Lust habe. Es wird also auch in Zukunft noch jede Menge Lumen Prints und Cyanotypien geben, sowie Polaroids, analogd und digitale Fotos. Und noch vieles mehr 🙂

      Na, wenn Deiner jetzt schon 17 ist, wird irgendwann das Thema Baby durchaus wieder relevant 😉 Ich hab bei Freunden auch schon gesehen wie schnell sowas gehen kann. Beeinflussen kann man das ja eh nicht, also lass ich mich mal überraschen. Vielleicht bedeutet eine neue Stadt ja auch neues Glück. Who knows.

  3. Die sind ja wunderschön! Und sehr inspirierend. Besonders 5 und 6 gefallen mir sehr. Da wirken Cyanotypien wirklich anders, auch wenn sie ihren ganz eigenen Charme haben.
    Ich freue mich sehr zu hören, dass es dir gut geht und wie dein Weg weitergeht! Mit all seinen Überraschungen und ungeplanten Neuigkeiten, wenn die Zeit und du es willst 😉

    Ich schicke dir ganz liebe Grüße nach Essen,
    Anette

    • Vielen Dank, liebe Anette. Wie Du merkst, mache ich mich hier immer noch sehr rar und komme erst heute dazu, Dir zu antworten. In der Zwischenzeit habe ich noch viel mehr Lumen Prints gemacht. Und Polaroids. Und Cyanotypien. Die gab es alle schon auf Instagram zu sehen, nur in den Blog schaffen sie es nicht. Langsam glaube ich auch nicht mehr daran, dass ich irgendwann wieder häufiger blogge, das Leben kommt halt manchmal einfach dazwischen und die Gewohnheiten ändern sich. Vielleicht schreibe ich demnächst noch ein Update und nehme die Seite im Januar komplett offline. Aber ein bißchen Zeit ist bis dahin ja noch. Ich hoffe, es geht Dir und Deiner Familie gut. Baby Nr. 2 müsste doch nun schon langsam (oder bald) da sein 🙂

      Ganz liebe Grüße,
      Viola

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